Thränen in schwerer Kranckheit

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Textdaten
Autor: Andreas Gryphius
Titel: Thränen in schwerer Kranckheit.
Untertitel:
aus: Freuden vnd Trauer-Spiele auch Oden vnd Sonnette sampt Herr Peter Squentz Schimpff-Spiel. Sonnette. Das Erste Buch. S. 23
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1658
Verlag: Johann Lischke
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Erscheinungsort: Breßlau
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Überschriebene e über a, o und u wurden als moderne Umlaute transkribiert.
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XLV. Thränen in schwerer Kranckheit.

MIr ist ich weiß nicht wie / ich seufftze für vnd für.
     Ich weyne Tag vnd Nacht / ich sitz in tausend Schmertzen;
Vnd tausend fürcht ich noch / die Krafft in meinem Hertzen
     Verschwindt / der Geist verschmacht / die Hände sincken mir.

5
     Die Wangen werden bleich / der schönen Augen Zier

Vergeht / gleich als der Schein der schon verbrannten Kertzen
Die Seele wird bestürmmt gleich wie die See im Mertzen.
     Was ist diß Leben doch / was sind wir / ich vnd ihr?
Was bilden wir vns eyn! was wündschen wir zu haben?

10
Itzt sind wir hoch vnd groß / vnd morgen schon vergraben:

     Itzt Blumen / morgen Kot / wir sind ein Wind / ein Schaum.
Ein Nebel / eine Bach / ein Reiff / ein Tau’ ein Schaten.
Itzt was vnd morgen nichts / vnd was sind vnser Thaten?
     Als ein / mit herber Angst durchauß vermischter Traum.

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