Topographia Alsatiae (Elsass): Dachstein

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Topographia Germaniae
Dachstein
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S. Damarin
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643/44, S. 13–14.
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[T13]
Topographia Alsatiae (Merian) p 008.JPG
[13]
Dachstein / Tachstein.

Dieses veste dem Stifft Straßburg gehöriges Städtlein und Schloß / im Untern-Elsaß / bey einer halben Meil von Molßheim gelegen / wird in den alten Brieffen Dabichstein genand. Theils vermeinen / der alte Nam habe nach dem Erbauer / König Dagoberto, Dagobertstein geheissen: Anno 1420. zogen die Straßburger für dieses Städtlein / und Schloß Dachstein / richteten aber nichts auß. Anno 1478. hat Bischoff Allbrecht von Straßburg das Schloß allhie befestiget / so in einem Sumpff gelegen. Anno 1592. ist dieser Ort von den Straßburgern / hernach von Lothringen / und Anno 1610. von den Unierten erobert worden / und Graff Otto von Sonls darvor geblieben. Darauff ihn Ertz-Hertzog Leopold von Oesterreich / Bischoff zu Straßburg / mehrers bevestigen lassen / und hat man Anno 1619. noch an dem Wall gemacht. Es haben ihn gleichwol Anno 1633. den 31. Augusti die Schwedische mit Accord einbekommen; und den nach der Zeit / ihrentwegen / die Frantzosen besessen. Hat ein fürnehmes Ampt / darein bey die 28. Dörffer gehören sollen. Munsteri neue Cosmographia, Straßburgisch geschriebene / und Hertzogs Elsasser Chronick: Item / Relationes, und Fama publica. Jacobus Wimpheling. sagt / in Cathalogo Episcop. Argent. daß das Closter zu Dachstein / von Joanne II. von Liechtenberg / dem 70. Bischoff zu Straßburg / gestifftet / und auffgerichtet worden / für regulirte Chor-Herrn S. Augustini, die sein Nachfolger / Bischoff Lambertus nicht lang hernach / von dannen vertrieben, und an underschiedliche Ort vertheilt / Ihnen gleichwol ihren Underhalt verordnet; und / an derselben statt / Mönch / von der Steyg / auß dem benachbarten Gebürg / umb Zabern / und Mauers-Münster / hieher gesetzt habe. Anno 1633. den 30. Augusti / bekam Herr Pfaltz-Graff Christian von Birckenfeld / dieses Städtlein / und vestes Schloß / durch einen der Besatzung spöttlichen Accord / dardurch auch der Ort außgeplündert / und mit deß Obristen von Rantzau Regiment besetzt worden ist. Anno 35. den 18. Novembris / kamen die Kayserischen für Dachstein / worin der Schwedisch [14] Obriste Leutenant Moser gelegen / das Städtlein eroberten Sie den 23. diß; aber vor dem Schloß kunten Sie nichts außrichten; sonder liessen den Ort blocquirt / und führten die Stück vor Hagenau / und beschossen solche Stadt gleichsfals bey acht Tag lang / wiewol vergeblich / und brachten die Stück / den 12. Decembris / an den Rhein / nacher Drusenheim. Es seyn vor Hagenau viel geblieben. Bloß allein der Revier / wo das Lager diese geringe Zeit über gelegen / hinterliessen Sie mehr dann tausend; imgleichen bey Weyersheim zum hohen Thurn / (halb Wegs Hagenau / und Straßburg /) da ein ander starck Quartier gewesen / im solchen Flecken / und Marckung / noch über 500. unbegrabener Personen / so von Pestilentz / und Hungersnoth / gestorben; wie Kemnitz berichtet. Anno 1649. im Octobri / seyn die Frantzosen allhie außgezogen / und ist dieser Ort dem Stifft Straßburg wieder zugestelt worden.


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