Topographia Braunschweig Lüneburg: Catlenburg

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Topographia Germaniae
Catlenburg (heute: Katlenburg)
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Closter Clauß
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 67–68.
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Catlenburg.

Ist ein Fürstliches Grubenhagisches Ampthauß / an einem lustigen vnd bequemen Orte / auff einem Berge / an der Rume / gelegen. Wie Letznerus in der Dasselischen Chronick p. 103. b. vermeldet / hat dasselbe anfänglich Siegehardus von Cadan / im Jahr Christi 1099. zu einem Gräflichen Sitz gebawet / daher es Cadansburg / hernach aber von dem gemeinen Volcke Cadlenburg genant worden. Der Letzte dieses Geschlechtes / Graff Dieterich von der Catlenburg / hat es zu einem Jungfräwlichen Closter verordnet. Im Jahr Christi 1346. ist dasselbe von einem bösen Buben / Horleman geheissen / mit Fewr angeleget / vnd mit allem Vorraht zu grunde verbrant / gleichwol kurtz hernacher von den Kloster-Jungfern wieder erbawet worden.

Anno 1558. ist das Kloster Catlenburg wiederumb an Hertzog Philippen / den letzten Herrn vnd Hertzogen von Grubenhagen kommen / der es dann dien- vnd zierlich auffbawen lassen / vnd mit seiner Gemahlin / Hertzogen Heinrich deß Jüngern / zu Braunschweig Lüneburg Tochter / Frawen Claren / biß auff seines Brudern / Herrn Hertzog Wolffgangen tödtlichen Abtritt / darauff seinen Fürstlichen Hoff gehalten.

Bey dem letzten Kriegswesen ist dieses Hauß auch nicht vnangefochten vnd vnbeschädiget blieben. Massen in anno 1623. die Keyserliche Völcker / so damals auff dem Eichsfelde gelegen / es gantz außgeplündert / vnd allen Vorraht hinweg genommen.

Folgends im Jahr 1626. ist das Hauß Catlenburg abermahl überfallen / geplündert / [68] vnd das schöne Schloß verbrant / vnd in die Asche geleget worden: Also daß das Ampt etliche Jahr darauff gantz wüste ligen blieben. Die Kirche daselbst haben Herrn Hertzog Friederichen zu Braunschweig Lüneburg Fürstl. Gn. wiederumb zu bawen angefangen / vnd dero Nachfolgern an der Regierung / Herrn Hertzog Christian Ludwigen zu Braunschweig Lüneburg Fürstl. Gn. im Jahr 1650. vollführen lassen.


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