Topographia Sueviae (Schwaben): Leutkirch

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Textdaten
Autor: Matthäus Merian (Herausgeber), Textautor: Martin Zeiller
Titel: Beschreibung des SchwabenLands. Leutkirch
Untertitel:
aus: Topographia Sueviae das ist Beschreib: vnd Aigentliche Abcontrafeitung der fürnembsten Stätt vnd Plätz in Ober vnd Nider Schwaben, Hertzogthum Würtenberg Marggraffschafft Baden vnd andern Zu dem Hochlöbl: Schwabischen Craiße gehörigen Landtschafften vnd Orten. S. 116
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum: 1643
Erscheinungsdatum: 1656
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Erscheinungsort: Frankfurt am Main
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Faksimiledruck des Frankfurter Kunstvereins 1925
Digitalisat der Uni Köln (PDF)
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Leutkirch /

EIn Reichsstatt / im Allgöw / am Wasser Eschbach / darzu bald die Aitrach kompt / auf einer Ebne gelegen / darob es aber gleich einen Berg / der Hochberg genandt / hat / auff welchem vor Zeiten ein Schloß / zum Rotenfan / oder Bolanda genandt / soll gestanden seyn; welcher der Römer Wilpart / eines Römischen vertriebenen Herrn / des Curii ( den Thomas Lyrer in seinem Schwäbischen Chronico einen Käyser nennet /) vierdter Sohn gewonnen / gebawet / vnd Leutkirch soll genandt haben. Aber viel glaublicher ist anerer Meynung / die da sagen: Daß die Pfarrkirch allhie zu S. Martin / deß gantzen daselbst herumb gelegenen Landes Pfarrkirch gewesen sey / no noch vil Kirchen auf dem Lande vnter sich / vnd grosses Einkommen hat / vnnd daher von so vielen Leuthen / die dahin Pfärrig / sie / vnd also folgends auch die darbey auffkommene Statt / den Nahmen Leutkirch / bekommen habe. Wie alt aber solche Kirch / welche Römisch-Catholische zu Leutkirch innen haben / sey / weiß niemandts kein gewisse Zeit zubenennen / ist vermuthlich / daß die erste Kirch gebawet worden / als das SchwabenLand zu dem Christenthumb ist bekehret worden. In der jeztigen Kirch / so ein trefflich gantz gewölbt stattlich Gebäw / hat das lang Hauß / oder Vntertheil der Kirchen / ausserhalb deß Chros / drey schöne Gewölb / auff 8. Sählen stehend / deren das Mittel vil häher / als die zwey Nebengewölb. Vnnd hat der Vntertheil in die Länge hundert vnd fünff vnd zwantzig / vnd in die Breyte acht vnd siebentzig Schuh. Der Chor ist vmb 4. Staffel erhöhet / vnnd künstliche gewölbt: Hat in die Länge fünff vnd fünfftzig / in die Breyte aber zwey vnd dreissig Schuh. Dieser Baw / als der an statt der alten Kirchen / auff den alten / doch erweiterten Platz / vnd Orth / gesetzt worden / hat seinen Anfang laut der Jahrzahl / welche in der vntern Thür gehawen / Anna 1514. genommen / ob der Sacristey Thür stehet 1518. in dem Gewölb ob dem hohen Altar 1519. Auß bericht der Alten hat man / daß die Pfarrkinder so wol in der Statt / als die auff dem Land wohnenede / (deren drey vnnd zwantzig vnderschiedliche Orth seyn /) den höchsten Eyffer bey diesem Kirchenbaw haben sehen lassen / also / daß die auff dem Land Stein zugetragen / so offt sie in die Statt / deß Gottesdiensts / Marckts / oder andrer Vrsach halber / kommen seyn. Dieser Kirchbaw ist zu Ehren der Allerheiligsten Dreyfaltigkeit / den 10. Septembris Anno 1519. eyngeweyhet / vnd die Jährliche Kirchweyhung auff den Sonntag Vocem Jucunditatis gelegt / vnnd zu einem Patronen der H. Bischof Martinus erwöhlet worden. S. Kilianus aber deß vor dem Chor stehenden Altars (als allda in der alten Kirchen der hohe Altar gestanden) Patron verblieben. Die Geistliche dieses Tempels [118] Seite:De Merian Sueviae 161.jpg [119] Seite:De Merian Sueviae 162.jpg


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