Topographia Westphaliae:Santen, Xanthum

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Textdaten
Autor: Matthäus Merian (Herausgeber), Textautor: Martin Zeiller
Titel: Beschreibung Westphalens. Santen, Xanthum
Untertitel:
aus: Topographia Westphaliae. Das ist Beschreibung der vornembsten, und bekantisten Stätte, und Plätz, im hochlöblichen westphälischen Craiße.
Herausgeber: Merian's Erben
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1647
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Erscheinungsort: Frankfurt am Main
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
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Santen / Xanthum

Es haben die Alten diese Statt Trojanam, und Trojam Francorum geheissen weiln Doracus, Wastaldus, und Hannibaldus gedichtet haben / daß / nach Zerstörung Trojae, die Trojaner / unter dem jüngeren Priamo, oder / wie andere wollen / deß Hectoris Sohn / dem Franco, in diese Landsart kommen / unnd vier Stätte / und unter denselben dieses Santen / oder Trojam, erbawet haben / von welchen folgends die Francken gekommen seyen. Es haben auch die Alten gedichtet / daß dieser Ort vom Fluß Xantho, den Namen habe / da doch derselbe nirgends zu finden. Besiehe Pighium, in Hercule prodicio, p.39. welcher darfür helt / daß Santen an dem Ort stehe / wo vorhin Ulpia Castra, und Colonia Trajana gestanden / und daß solcher Ort von den heiligen Märtyrern / auß der Theb. Legion / so daselbst / auff Befelch deß Keysers Maximiani umbbracht worden / den Namen habe / deren Gebein S. Helena bald hernach allda / in der von ihr erbaweten Kirchen / begraben hat. Cluverius lib.2.antiq.German.cap. 18. helt dafür / daß deß Tacitii vetera, oder vetera Castra, eben dieses Santen seye; darwinder gleichwohl Theils andere seyn. Siehe Gerardum Noviomagum, in histor.German.Infer. Es sagt aber H.Nuenarus, in Commentariolo de Gallia Belgica, daß vnter den veteribus Castris, die Colonia Trajana, nach deß Corn. Taciti Zeiten / erbawet gewesen / wie die Itineraria zuvernehmen geben / die also vertilget sey / daß man jetzt nicht einige Fußstapffen darvon sehe. Was aber jhr Lager anbelange / so sey zu muhtmassen / daß solche Colonia Trajana, zwischen vetera Castra, oder Santen / und dem Schloß Cleve gelegen gewesen darzwischen die zwei Stättlein / Gryt / und Grythausen / seyn. Es ist Santen (allda eine Probstey) heutigen Tags eine geringe Statt / zwischen Burick / unnd Griet / im Hertzogthumb Cleve / und nahe dem Rhein / gelegen. Die Cugerni haben vor Zeiten hierumb gewohnt. Und was die obgedachte Histori / von der Thebaischen Christlichen Legion / deren Obrister S.Mauritius gewesen / anbelangt / so ist davon / unter andern / auch Josias Simlerus, [62] in Commentar. da Alpibus, und Schopperus prt.3.Chorogr. Germaniae, cap.2.p.344. zulesen. Von welchem Regiment / so im Wallisser Land / ob dem Stättlein S. Moritz / getödtet worden / etliche entkommen / welche hernach zu Solothurn / Cölln / und anderen Orten / die Cron der Marter empfangen haben. Anno 1598. und 1614. nahmen die Spanier Santen eyn. Anno 1640. im Martio, hat der General Lamboy vergebens allhie Quartier gesucht.



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