Verordnung gegen Volksschädlinge

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Titel: Verordnung gegen Volksschädlinge
Abkürzung: Volksschädlingsverordnung
Art: Verordnung mit Gesetzeskraft
Geltungsbereich: Deutsches Reich; Protektorat Böhmen und Mähren
Rechtsmaterie: nationalsozialistisches Strafrecht
Fundstelle: Reichsgesetzblatt (RGBl)1939 I, S. 1679
Fassung vom: 5. September 1939
Ursprungsfassung: 5. September 1939
Bekanntmachung: 5. September 1939
Inkrafttreten:
Anmerkungen: siehe auch Nationalsozialistisches Recht, mit Wirkung vom 9. Mai 1945 außer Kraft getreten
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Inhaltsverzeichnis

Verordnung gegen Volksschädlinge.

Vom 5. September 1939.

Der Ministerrat für die Reichsverteidigung verordnet mit Gesetzeskraft:

§ 1 Plünderung im frei gemachten Gebiet

(1) Wer im frei gemachten Gebiet oder in freiwillig geräumten Gebäuden oder Räumen plündert, wird mit dem Tode bestraft.
(2) Die Aburteilung erfolgt, soweit nicht die Feldkriegsgerichte zuständig sind, durch die Sondergerichte.
(3) Die Todesstrafe kann durch Erhängen vollzogen werden.

§ 2 Verbrechen bei Fliegergefahr

Wer unter Ausnutzung der zur Abwehr von Fliegergefahr getroffenen Maßnahmen ein Verbrechen oder Vergehen gegen Leib, Leben oder Eigentum begeht, wird mit Zuchthaus bis zu 15 Jahren oder mit lebenslangem Zuchthaus, in besonders schweren Fällen mit dem Tode bestraft.

§ 3 Gemeingefährliche Verbrechen

Wer eine Brandstiftung oder ein sonstiges gemeingefährliches Verbrechen begeht und dadurch die Widerstandskraft des deutschen Volkes schädigt, wird mit dem Tode bestraft.

§ 4 Ausnutzung des Kriegszustandes als Strafschärfung

Wer vorsätzlich unter Ausnutzung der durch den Kriegszustand verursachten außergewöhnlichen Verhältnisse eine sonstige Straftat begeht, wird unter Überschreitung des regelmäßigen Strafrahmens mit Zuchthaus bis zu 15 Jahren, mit lebenslangem Zuchthaus oder mit dem Tode bestraft, wenn dies das gesunde Volksempfinden wegen der besonderen Verwerflichkeit der Straftat erfordert.

§ 5 Beschleunigung des sondergerichtlichen Verfahrens

In allen Verfahren vor den Sondergerichten muß die Aburteilung sofort ohne Einhaltung von Fristen erfolgen, wenn der Täter auf frischer Tat betroffen ist oder sonst seine Schuld offen zutage liegt.

§ 6 Geltungsbereich

Die Vorschriften dieser Verordnung gelten auch im Protektorat Böhmen und Mähren, und zwar auch für Personen, die nicht deutsche Staatsangehörige sind.

§ 7 Schlußbestimmungen

Der Reichsminister der Justiz erläßt die zur Durchführung und Ergänzung dieser Verordnung erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften.

[ausgefertigt]

Berlin, den 5. September 1939.

Der Vorsitzende des Ministerrats für die Reichsverteidigung // Göring // Generalfeldmarschall

Der Generalbeauftragte für die Reichsverwaltung // Frick

Der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei // Dr. Lammers

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