Vertwischt

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Autor: Michel Buck
Titel: Vertwischt
Untertitel:
aus: Bagenga’. Gedichte in oberschwäbischer Mundart. S. 109-110
Herausgeber: Friedrich Pressel
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: bis 1888
Erscheinungsdatum: 1892
Verlag: Robert Lutz
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Erscheinungsort: Stuttgart
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Quelle: Google-USA* und Scans auf Commons
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[109]

Vertwischt.[1]

Dô schla doch glei der Donnschtig[2] drei’ und s Gätter,[3]
Jetz hau’n i gmoint, i häb a môl en Schatz
Und kriag von Hairlisboura Annakätter
Beim Holderbusch hehlingeli[4] en Schmatz.

5
Schau’ spitz i s Moul, dô pfeift ma’ zmôl am Finger,

I laß se laus und guck so umanand,
Dô schreit der Bour: „was haunt iahr gauh’ [5] füar Dinger?“
Und balgat[6] mit em Steacka ussam Imastand.
    
[110] Sui rennt der Kuchi zua dur d Stangaluckat[7],

10
I aber gang zum Bour an Gatathür

Und sag: „Hau’ nu’ nô wilde Härla[8] guckat,
Sui blinzlat so, und i, i ka’ derfür.“

Ear sait: „Du lôhscht di nu’ mit deine Käunschta
Fei’ nimma maih bei Annakättra seah’.

15
Suscht wear i diar da Lauh’[9] mit meine Fäunschta

Füar deine Kura uff da Buckel gea’.“


  1. Ertappt.
  2. Donnerstag, abgeschwächter Fluch für Donner.
  3. Gitter, abgeschwächter Fluch für Wetter.
  4. Heimlich.
  5. Nachgerade.
  6. Droht.
  7. Zaunlücke.
  8. Einwärts gebogene und darum Blinzeln verursachende Wimpernhaare.
  9. Lohn.