Volkslied, aus dem Schottischen

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Textdaten
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Autor: Z.
Titel: Seelengemälde
Untertitel:
aus: Wünschelruthe - Ein Zeitblatt. Nr. 14, S. 59
Herausgeber: Heinrich Straube und Johann Peter von Hornthal
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1818
Verlag: Vandenhoeck und Ruprecht
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Erscheinungsort: Göttingen
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Quelle: Scans auf Commons
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[59]
Volkslied.
Aus dem Schottischen[1]




Ich schweifte umher so ganz allein
Da hört ich zwei Raben schaurig schrein,
Der eine wohl zu dem andern sprach:
Wo finden wir Atzung diesen Tag?
Ich weiß, dort hinter dem faulen Bruch
Liegt ein Ritter erschlagen, frisch genug,
Keine Seele hat ihn dort liegen sehn,
Nur sein Falke sein Hund und sein Liebchen schön.
Sein Hund der ist nun jagen gangen,
Es will der Falk die Waldvögel fangen,
Das Liebchen hat einen andern erkohren,
Bleibt uns die Mahlzeit doch unverlohren.
Du magst sitzen ihm auf der weißen Brust,
Die süßen blauen Augen pick ich mit Lust,
Eine Locke von seinem goldnen Haar
Flicht das Nest uns aus wenns zerrissen war.
Wohl mancher spricht um ihn traurendes Wort,
Wo er lieget soll keiner wissen den Ort,
Ueber die Knochen wenn nackt und bleich sie sind
Soll ewig hinfahren der kalte Wind.

Z.

  1. Aus W. Scott Minstrelsy of the scottish border. V. II. p. 203.