Württembergische Oberamtsbeschreibungen/Worterklärungen
aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Berufsbezeichnungen
| Beindreher | Feindrechsler, der Knochen, Horn und Elfenbein verarbeitet |
| Bestler | Kleinkunsthandwerker (Quelle: [1]) |
| Blattsetzer | Hersteller der Blätter aus Rohr oder Eisendraht für Webstühle |
| Büchsenschifter | Hersteller von Gewehrschäften |
| Feldmesser | siehe Geodät |
| Flaschner | siehe Klempner |
| Gimpenstricker | verarbeiteten Gimpen, d.s. gedrehte Zwirne aus mehreren Baumwollfäden, die dann mit Seide oder Metallfäden überzogen wurden |
| Gürtler | verfertigte Metallbeschläge zu Gürteln und Riemen |
| Hafner | die in Österreich, Süddeutschland und Südtirol gebräuchliche Bezeichnung für den Beruf des Ofensetzers oder Kachelofenbauers |
| Hauderer | Lohnkutscher, im weitesten Sinn Transportunternehmer |
| Ipser | Gipser, Tüncher |
| Kirschner | siehe Kürschner |
| Kleemeister | Abdecker oder Schinder, d.h. Beseitigung und Verwertung von Tierkadavern, vereinzelt auch als Henker / Nachrichter im Einsatz |
| Kornmesser | öffentlich bediensteter Kontrollbeamter für die Messung von Getreide |
| Melber | Mehlhändler (Quelle: [2]) |
| Mühlarzt | Mühlenbauer und zuständig für Reparaturen von Mühlen |
| Nadler | Hersteller von Nadeln, Haken, Ösen, Ketten und Pfriemen |
| Nonnenschneider | Tierkastrator |
| Peruquier | Perückenmacher, von frz. peruque |
| Rotgerber | Gerber, die aus Rinderhäuten das härtere Leder für Schuhe, Schuhsohlen, Ranzen usw. herstellten |
| Saffiangerber | Hersteller von (meist gefärbtem) Bock- bzw. Ziegenleder |
| Seckler | Hersteller von Geldbeuteln, Riemenwerk und Lederhandschuhen, siehe Beutler |
| Sporer | Hersteller von Sporen, Reitstangen, Steigbügeln, Striegeln |
| Weißgerber | Gerber, der nicht mit Lohe, sondern Alaun gerbte |
| Wendenmacher | Hersteller von (Seil-)Winden, Spindeln etc. |
| Zinkenist | Spieler des historischen Holzblasinstrumentes Zink |
siehe auch Wikipedia-Kategorie „Handwerksberuf“
[Bearbeiten] Gerichts- und Rechtswesen
| Bann | vom Kaiser verliehene, widerrufbare Vollmacht, in einem definierten Bezirk bestimmte Gesetze zu erlassen und deren Befolgung durchzusetzen. So erlaubte der Blutbann, u.a. Todesurteile zu fällen und zu vollstrecken. |
| Gerechtsame | Recht bzw. Vorrecht, etwas tun zu dürfen. |
| Gerichtsbarkeit | die Berechtigung, Straftaten abzuurteilen. Unterschieden wurde zwischen niederer und hoher Gerichtsbarkeit, letztere mit dem Recht, auch Todesurteile zu fällen und zu vollstrecken (siehe auch Blutbann). Die Forstgerichtsbarkeit bezog sich auf Waldfreveln/Wilderei. |
| Majorat | Erbfolgerecht, wonach der älteste Sohn das Erbe erhält. |
| Scabinen | Schöffen |
| Scortationsstrafen | Scortation = Unzucht, also vorehelicher bzw. außerehelicher Geschlechtsverkehr. Die Strafen dafür waren teilweise sehr empfindlich |
| Stock | in der Verbindung „Stock und Galgen“ bedeutet Stock das Gefängnis (vgl. stockfinster) |
[Bearbeiten] Kirchliche Begriffe
| Collatur | Kirchensatz (siehe dort), d. h. Besetzungsrecht für die Pfarrstelle |
| Indulgenzen | vom Papst vergebene Rechte, Ablaß von Sünden (gegen Bezahlung) zu gewähren |
| infulirter Abt | mit der Inful, dem Bischofshut bekleideter, infulierter Abt. Siehe DWB |
| Intercalarfonds | vom lat. intercalare = einschalten abgeleiteter Begriff, der in Württemberg eine Vermögensmasse, gebildet aus den Einkünften nicht besetzter Pfründen bezeichnete (siehe Meyers s.v. Interkalarfrüchte) |
| Kirchenfabrik | Einrichtung zur Finanzierung von Kirchengebäude und/oder Gottesdienst, siehe w:Fabrikgut und dortige Links. |
| Kirchensatz | das Patronatsrecht, das dem Kirchherrn und Kirchenpatron bestimmte Mitwirkungsrechte bei der Besetzung der Pfarrstelle einräumt |
| Paramente | Kirchliche Messgewänder und Geräte |
| Pfründe | vom althd. pruanta = Nahrung, Besoldung abgeleitet, meist Schenkung, mit der die Besoldung eines (kirchlichen) Amtes gesichert war |
| Präbende | mittellat. „praebenda“ siehe Pfründe |
| Säkularisation | die vom Staat einseitig vorgenommene Verwandlung geistlicher Länder, Güter und Rechte in weltliche. Diese erfolgte ab 1802, als Klöster aufgelöst und Kirchengüter eingezogen wurden, um Adelige für ihre an Frankreich gefallenen linksrheinischen Güter zu kompensieren |
[Bearbeiten] Lehenswesen und Feudalherrschaft
| Allodium | Mit Gesetzen von 1848 und 1849 begann in Württemberg endgültig die Ablösung des Lehenwesens und Überführung der Lehnsgüter in das Eigentum (= allodium) der Lehensnehmer, meist gegen Abgeltung in 25 Jahresraten. Die Güter wurden also allodificirt. |
| Aversum | Abfindungssumme |
| Beisasse | Person ohne volles Bürgerrecht |
| Ehrschatz | vulgo auch häufig „Erdschatz“ genannt, vereinbarte Geldleistung an den Gutsherrn bei Übernahme eines Lehensgutes |
| Fall | An den Lehensherr zu entrichtende Erbschaftssteuer im Todesfall |
| Gefälle | Abgabe, Gebühr |
| Handlohn | Besitzwechselgebühr für ein Lehen (oft zusammen mit der WEglöse als "Handlohn und Weglöse" in gleicher Höhe erwähnt) |
| Lehen | Vom Grundherren vertraglich (z.B. gegen Zins, Gülten, Zehnten) überlassenes Gut (meist Grundstücke). Je nach Vertrag spricht man z.B. von Falllehen (das Lehen erlosch beim Todesfall des Lehensnehmers), Kunkellehen (Lehen an Weibspersonen) oder Erblehen (an die Nachkommen vererbliches Lehen). |
| Leibhenne | An den Leibherren jährlich zu entrichtendes Huhn zur Anerkennung der Leibeigenschaft |
| Manumission | Gebühr für die Entlassung aus der Leibeigenschaft, z.B. zu zahlen, um legal auswandern zu dürfen |
| Mortuarium | Abgaben im Todesfall (Schlauf und Fall, siehe dort) |
| Rodel | meist Zinsrodel: Register der Zinserträge aus Feudalherrschaften |
| Schlauf | Abgabe im Todesfall der Ehefrau, bestehend aus dem besten Kleid der Frau |
| Spolienrecht | das Recht des Landesherrn oder Bischofs, den beweglichen Nachlass eines Geistlichen einzuziehen |
| Vogthaber | zu entrichtende Abgabe in Form von Hafer |
| Weglöse | bei Besitzwechsel an den Lehnsherrn zu entrichtende Abgabe (Gebr. Grimm: Deutsches Wörterbuch) |
| Zehnt | Steuer, die ursprünglich darin bestand, dass der zehnte Teil der auf dem Hof gezogenen Naturalien an den Gutsherren abzuliefern war. Der große Zehnt bezog sich auf Getreide und Heu, der kleine Zehnt auf die übrigen Feldfrüchte. Der Blutzehnt war für Vieh und deren Produkte wie Milch zu entrichten, der Novalzehnt war auf neu urbar gemachtes Gelände zu bezahlen. Oft wurde statt der Naturalien eine Geldzahlung vereinbart („Surrogat“). |
[Bearbeiten] Pflanzen- und Tierwelt
| Angersen | Futterrüben (Beta vulgaris, die als Viehfutter Verwendung fanden |
| Aspe | Espe, Zitter-Pappel |
| Bersching | Barsch |
| Bucheln | Bucheckern, Früchte der Rotbuche |
| Ehmer (oder Emer) | Emmer, Getreidesorte |
| Esper | abgek. für Esparsette, eine Futterpflanze |
| Forchen | Föhren, Kiefer |
| glatte Frucht | entspelztes Getreide, auch Kernen genannt |
| Hagenbuche, Weißbuche | Hainbuche |
| Halbvögel | Sammelbezeichnung für Kleinvögel, bspw. Drosselarten. Siehe DWB |
| Kardendisteln | Weber-Karde, die getrockneten Fruchtstände wurden zum Kämmen von Wolle gebraucht |
| Luiken | Apfelsorte, lat. Name malus striata |
| Magsamen | Mohn |
| Rothtanne | Fichte |
| Schäfenfrüchte | Vorkommen: Beschreibung des Oberamts Riedlingen, S. 212. Nach Fischer, Schwäbisches Wörterbuch, 5. Band, Spalte 731, bedeutet "Schefe" Leguminosen, vor allem Erbsen, speziell Zuckererbsen. Siehe auch DWB |
| Sperberbaum | Speierling |
| Vesen | ungegerbter Dinkel |
[Bearbeiten] Sonstige Wörter
- Abstreich – Mindergebot, Vergabe eines Auftrags an den günstigsten Bieter
- Agnaten – leibliche Nachkommen
- Aufstreich – Höchstgebot, Verkauf an den Meistbietenden, Versteigerung
- Austrägalinstanz – ab 1817 Schlichter bei Streitigkeiten innerhalb von Mitgliedern des deutschen Bundes
- Conscriptionspflicht – Wehrpflicht, siehe w:Konskription
- Emolumente – Einkünfte, namentlich Nebeneinkünfte
- Epave – Epavenrecht: Recht auf Strand- und Treibholz (vgl. DRW)
- epavisiren – herrenlos werden (Epave, frz. = herrenloses Gut)
- Ephemeriden – Tagebücher
- fatiren – österreichische Bezeichnung für die Abgabe einer Steuererklärung
- Fehmelwald – Bäume unterschiedlichsten Alters stehen nebeneinander
- Fideikommiß – siehe Familienfideikommiss
- Fischenz – Fischereirecht
- Friesel – jede Art von Fieber mit Ausschlag
- Gant – Konkurs, Zwangsversteigerung; verganten = in Konkurs gehen.
- Gyssibel – wahrscheinlich ein Schandpfahl, Pranger, siehe DWB „gieszhübel“
- Hundslage – Verpflichtung, herrschaftliche Jagdhunde und Jäger zu verköstigen (vgl. DRW)
- Insurgenten – Aufrührer, Aufständische
- Kammerz, Kammerze – Weinspalier an Häusern und Mauern
- Kammerziel – Beitrag, den Städte und Staaten zu entrichten hatten zur Unterhaltung des Reichs-Kammergerichtes
- Kandel, gekandelte Straßen – Entwässerungsrinne, mit Abflussrinne versehene Straße
- Kernen – gegerbter, d.h. enthülster Dinkel
- Leimen – Lehm, siehe DWB
- Mondmilch – Kalkmineral
- Musselin – feinfädige und glatte Stoffart
- Nagelflue – Ablagerungsgestein bestehend aus erkennbaren Kieseln und Kalk als Bindemittel, siehe Nagelfluh
- Ocher – das Mineral Ocker. (Quelle DWB)
- Quincaillerie – Kurzwarenhandlung, Eisenhandlung
- Römermonat – Eine Art der Kriegssteuer, die von den Reichsständen an das Reich zu entrichten war
- Sarsenet – dicht gewebtes, leinwandartiges, stark geglättetes Baumwollzeug
- Schildwirthschaft – Gaststätte, die das Recht und die Pflicht hatte, Gäste zu beherbergen und zu bewirten, im Gegensatz zur Schankwirtschaft
- Scropheln, scrophulöse Übel – z. B. Tuberkulose, siehe Skrofulose
- Skrutinien – kirchliche Prüfungsgespräche, ob ein Kandidat für ein Amt geeignet ist
- Sölde – Eine Kleinbauernstelle von der der Söldner in der Regel nicht leben konnte, sondern noch andere Tätigkeiten ausüben musste.
- Tädingsbrief – Schriftstück betreffend eine gerichtliche Einigung
- Tafern – Wirtshaus (vgl. „Taverne“)
- Unschlitt – Talg
- Urbar – Verzeichnis über Besitzrechte eines Grundherrn und Leistungen seiner Grunduntertanen
- Vereinslande, Vereinsstaaten – Staaten des Deutschen Zollvereins
- Wette – Wasserlache, Tümpel, Pferdeschwemme
- Widdum – Pfarrgut, ein Hofgut, das dem Pfarrer zum Lebensunterhalt zur Verfügung gestellt wurde und das er selber bewirtschaften oder verpachten konnte.
[Bearbeiten] Maße, Gewichte, Münzwesen
Württemberg hatte Maße und Gewichte, die sich von denen der Nachbarländer deutlich unterscheiden konnten. 1806 wurden einige altwürttembergische Maße umgestellt. Die in den Reichsstädten und in Oberschwaben verwendeten Maße in vorwürttembergischer Zeit können je nach Region erheblich davon abweichen. 1875 wurden im Deutschen Reich die meisten bisherigen Systeme abgelöst und neue einheitliche (Dezimal-)Maße, Gewichte und Währungen eingeführt.
| Achtel | Hohlmaß (= 2,77 l) | |
| Batzen | Währungseinheit (= 4 Kreuzer) | |
| Bracteat | einseitig geprägter Hohlpfennig | |
| Eimer | Flüssigkeitsmaß (= 16 Imi = 293,9 l) | |
| Elle | Längenmaß (= 0,61 m) | |
| Fuder | Flüssigkeitsmaß (= 6 Eimer = 1763,5 l) | |
| Fuß | Längenmaß (= 12 Zoll = 28,65 cm (vor 1806); = 10 Zoll = 28,65 cm (nach 1806)) |
|
| Gran | Gr. | Apothekergewicht, (= 62,2 Milligramm). Nicht zu verwechseln mit Gramm, gr. ! |
| Gulden | fl. | Währungseinheit (= 15 Batzen = 60 Kreuzer) |
| Heller | H | Währungseinheit (1 Pfund Heller = 20 Schilling = 240 Heller) ab ca 1650 abgelöst durch Guldenwährung, (1 Pfund Heller entsprach ca. 43 Kreuzern) |
| Imi | Flüssigkeitsmaß (= 10 Maß = 18,37 l) | |
| Jauchert oder Tagwerk | Jch. | Flächenmaß, entspricht 1½ Morgen bzw. 47,28 ar |
| Klafter | Raummaß für Schichtholz, etwa 3,4 m³ | |
| Kreuzer | kr. | Währungseinheit (60 kr. = 1 Gulden, 1 Kreuzer = ca. 6 Heller) |
| Lachter | Im Bergbau übliches Längenmaß, regional unterschiedlich groß. Würrt. Lachter = 2,0045m, siehe w:Lachter | |
| Lot | Gewicht (= 4 Quentle = 14,61 g) | |
| Malter | Frucht-Hohlmaß (= 2 Mut = 8 Viertel = ca. 172 bis 175 l) | |
| Mannsmahd | siehe Morgen | |
| Mark Silber | M. S. | ca. 220 g Silber |
| Maß | Flüssigkeitsmaß (= 4 Schoppen = 1,84 l) | |
| Morgen | M | Flächenmaß (= 150 Quadratruten (vor 1806) entspricht 31,52 ar = 384 Quadratruten = 31,52 ar (ab 1806) (somit 1 ha = 3,172 Morgen) |
| Mut | Mütte, Mutte, Müt, Mut: Trockenmaß, örtlich von verschiedener Größe (Gebr. Grimm: Deutsches Wörterbuch) In Oberschwaben als Frucht-Hohlmaß (= 4 Viertel = ca. 86 bis 88 l) |
|
| Pariser Fuß | P. F. | Längenmaß (= 0,32481 m) |
| Pfund Heller | Pf. H. | Währungseinheit (= 20 Schilling = 240 Heller ab ca. 1650 abgelöst durch Guldenwährung, 1 Pfund Heller entsprach ca. 43 Kreuzer) |
| Pfund | Gewicht (= 32 Lot = 467,5 g (bis 1833), ab 1857 per Gesetz 500 g) | |
| Roßbau | Steuermesseinheit in Grafschaft Waldburg-Wolfegg-Waldsee pro 6 bis 18 Jauchert Grund, je nach Beschaffenheit des Bodens | |
| Ruthe, Rute | Längenmaß (= 16 Fuß = 4,58 m (vor 1806) = 10 Fuß = 2,8649 m (nach 1806) die Quadrat-Rute demnach 21,01 m² (vor 1806), danach 8,21 m²) |
|
| Scheffel | Hohlmaß (= 8 Simri = 177,2 l) | |
| Schilling | ß | Währungseinheit (= 12 Heller) |
| See-Eimer | Hohlmaß (32 See-Eimer sind – laut Text S. 139 – 4 Eimer, 4 Imi W. M.) | |
| Simri | Sri. | Hohlmaß (= 4 Vierling = 22,153 Liter) |
| Stunde | St. | Längenmaß (1 württ. Stunde = 13.000 württ. Fuß = ca. 3,7 km) |
| Vierling | Hohlmaß (= 2 Achtel = 5,54 l) | |
| Welle | Bündel Reißig, Brennholz unter 2“ Durchmesser; 100 Stück Wellen ≈ 1 Klafter (Quelle S. 55) | |
| Winterfuhr | Flächenmaß in den Trauchburgischen Besitzungen, entspricht 1½–3 Jauchert | |
| Württembergischer Fuß | W. F. | Längenmaß (= 0,28649 m) |
[Bearbeiten] Andere Abkürzungen
- C.A. – Cameralamt
- E., Einw. – Einwohner
- ev. – evangelisch
- F.A. – Forstamt
- Fil. – Filial
- G.H. – Grundherrschaft
- Gr. – Graf; gräflich
- H. – Heft
- H. – Hinter-
- H. – Hof
- Hs. – Haus
- i. J. – im Jahre
- Ib. Ibid. – Ibidem = Ebenda
- k. – königlich; kaiserlich; katholisch (je nach Kontext)
- K. – König; Kaiser
- kath., kathol. – katholisch
- Kl. – Kloster
- L.H. – Lehensherrschaft
- landvogt. – landvogteiisch
- Mon. Boic. – Monumenta Boica, Quellensammlung zur bayrischen Geschichte herausgegeben von der Bay. Ak. der Wissenschaften ab 1763 bis 1916
- O. – Ober-
- O.A. – Oberamt
- Pfrw. – Pfarrweiler
- Ravensb. – Ravensburgisch (zur Reichsstadt Ravensburg gehörend)
- Reg. Boic. – Regesta sive rerum Boicarum autographa ad annum usque 1300, Quellensammlung zur bayrischen Geschichte von Karl Heinrich von Lang
- s. h. – siehe hinten
- Schildw. – Schildwirtschaft
- U. – Unter-
- u. s. f. – und so fort
- V. – Vorder-
- vorm. – vormals
- W. – Weiler
- W. Wolfegg. – Waldburg-Wolfeggisch
- Weingart. – Weingartisch (zum Kloster Weingarten gehörend)
- Weissen. – Weissenauisch (zum Kloster Weißenau gehörend)
[Bearbeiten] Personennamen
- Arx
- Ildefons von Arx (1755–1833) Verfasser der ersten Geschichte des Kantons St.Gallen und Mitarbeiter an den Monumenta Germaniae Historica
- Besold
- Christoph Besold (1577–1638), Tübinger Jurist und Staatsgelehrter, Verfasser zahlreicher Werke, u.a. zu Württembergischer Geschichte.
- Braig
- Michael Braig, ehemaliger Mönch des Klosters Wiblingen, Verfasser von: Wiblingen. Kurze Geschichte der ehemaligen vorderösterreichischen Benediktinerabtei in Schwaben. Isny 1834
- Bucelin
- Gabriel Bucelinus (1599–1681), Benediktinermönch in Weingarten, Prior in Feldkirch, Verfasser u.a. von „Constantia sacra et profana“
- Burgermeister
- Johann Stephan Burgermeister (1663–1722), Verfasser des 1721 zu Ulm erschienenen mehrbändigen Codex diplomaticus equestris oder Reichs-Ritter-Archivs.
- Chmel
- Joseph Chmel (1798–1856), österr. Augustiner-Chorherr, Archivar und Historiker.
- Cramer
- Johann Ulrich v. Cramer (1706–1772), aus Ulm gebürtiger Jurist und Philosoph, mit Berufung in das Wetzlarer Reichskammergericht.
- Crusius
- Martin Crusius, eigentlich Kraus (1526–1607), Altphilologe und Historiker, Verfasser u.a. der Annales Suevici, hatte einen Lehrstuhl in Tübingen, wo er auch starb
- Eben
- Johann Georg Eben, Verfasser der Stadtgeschichte Versuch einer Geschichte der Stadt Ravensburg in 6 Heften (= 2 Bänden), 1830–1834
- Gabelkover
- Oswald Gabelkover, (1539–1616) Arzt und Historiker, Verfasser eines unvollendet gebliebenen Manuskriptes „Darstellung der württembergischen Geschichte“
- Gerbert
- Martin Gerbert (1720–1793), Fürstabt von St. Blasien, Autor der dreibändigen Historia Nigrae Silvae ordinis Sancti Benedicti coloniae, St. Blasien 1783–1788 – die von Memminger in der Oberamtsbeschreibung Ravensburg zitierten Urkunden finden sich im Band 3 Codex Diplomaticus: die im Kapitel „Gemeinde Eßenhausen“ zitierte Urkunde auf S. 125 (siehe Digitalisat Bild 130), die im Kapitel „Gemeinde Haßenweiler“ zitierte auf S. 74 (siehe Digitalisat Bild 79)
- Goldast
- Melchior Goldast (1578–1635), Schweizer Humanist und Verfasser div. Geschichtswerke, z.B. „Suevicarum rerum etc.“ und „Alamannicarum rerum scriptores etc.“
- Haggenmüller
- Johann Baptist Haggenmüller (1792–1862), Historiker, Verfasser u.a. von „Geschichte der Stadt und der gefürsteten Grafschaft Kempten“. Kempten, Band 1: 1840, Band 2: 1847; Reprint in einem Band im Verlag Tobias Dannheimer Kempten 1988, ISBN 3-88881-009-4
- Hess
- Gerhard Hess (1731–1802), Mönch und Historiker – die von Memminger im Kapitel „Gemeinde Berg“ der Oberamtsbeschreibung Ravensburg angeführte Stelle findet sich in Monumentorum Guelficorum pars historica, S. 9, siehe Digitalisat
- Hundpiß
- Humpis, eine der maßgeblichen Kaufmannsfamilien der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft
- Freiherr von Laßberg
- Joseph von Laßberg (1770–1855), Germanist und Schriftsteller
- Leichtlen
- Ernst Julius Leichtlen, Pseudonym Julius Lampadius, (1791–1830), Freiburger Archivrat, Verfasser mehrerer Geschichtswerke, vor allem „Schwaben unter den Römern“
- Lünig
- Johann Christian Lünig (1662–1740), Verfasser des 24-bändigen „Teutsches Reichsarchiv“
- Thomas Lyrer
- Thomas Lirer, Pseudonym des anonymen Autors der Schwäbischen Chronik (verfasst um 1460–1485)
- Mabillon
- Jean Mabillon (1632–1707), französischer Benediktinermönch, Gelehrter und Begründer der Historischen Hilfswissenschaften
- Martens
- Karl v. Martens, (1790–1863), württ. Oberst und Militärhistoriker, Verfasser von „Geschichte der innerhalb der gegenwärtigen Gränzen des Königreichs Württemberg vorgefallenen kriegerischen Ereignissen vom Jahr 15 vor Christi Geburt bis zum Friedensschluß von 1815“.
- Mone
- Franz Josef Mone (1796–1871), bedeutender badischer Archivar und Historiker (GLA Karlsruhe). Begründer der „Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins“. Herausgeber der vierbändigen „Quellensammlung zur badischen Landesgeschichte“.
- Moser
- Johann Jacob Moser (1701–1785), bedeutender Staatsrechtslehrer, Verfasser zahlloser, meist juristischer Werke, Herausgeber u.a. der „Wirtembergische Bibliothec“
- Moser
- Dr. Rudolf Moser (1803–1862), Mitarbeiter im statistisch-topographischen Bureau, Verfasser zahlreicher Oberamtsbeschreibungen, Finanzrat und Geheimsekretär der Königin Pauline von Württemberg.
- Murer
- Heinrich Murer, eigentlich Johann Heinrich, (1588–1638), Verfasser einer Chronik des Klosters Reichenau
- Neugart
- Trudpert Neugart (1742–1825), Herausgeber des Codex diplomaticus Alemanniae et Burgundiae transjuranae intra fines dioecesis Constantiensis und des Episcopatus Constantiensis alemannicus
- Oeheim
- Gallus Oeheim, (†1511) Priester und Kaplan des Klosters Reichenau, Verfasser einer Chronik des Klosters Reichenau.
- Pappenheim
- Matthaeus von Pappenheim (1458–1541), Domherr zu Augsburg, Verfasser einer „Chronik der Truchsessen von Waldburg“
- August Friedrich Pauly
- August Friedrich Pauly (1796–1845), Verfasser mehrerer Oberamtsbeschreibungen des Königreichs Württemberg, übernahm 1845 die Leitung des Königlichen statistisch-topographischen Bureaus. Er begründete die Real-Encyclopädie der classischen Alterthumswissenschaft. Siehe auch ADB:Pauly, August von
- Pertz
- Georg Heinrich Pertz (1795–1876), Historiker, Herausgeber von Monumenta Germaniae Historica. Siehe auch ADB:Pertz, Georg Heinrich
- Reyscher
- August Ludwig Reyscher (1802–1880), Verfasser von Die grundherrlichen Rechte des württembergischen Adels. Tübingen 1832. Siehe auch ADB:Reyscher, Ludwig.
- Sattler
- Christian Friedrich Sattler, Verfasser mehrerer zwischen 1757 und 1783 erschienener Geschichtswerke zu den Grafen und Herzögen von Württemberg
- Schlaperiz
- Dr. Johann Ludwig Schlapperitz (1649–1738), Verfasser einer Chronica Ravenspurgensis (Hauptstaatsarchiv Stuttgart J 2 Handschrift Nr. 194)
- Stadelhofer
- Benedikt Stadelhofer (1694–1760) Prior des Klosters Rot an der Rot , Verfasser der „Historia collegii Rothensis“.
- Stälin
- Christoph Friedrich von Stälin (1805–1873), Historiker und langjähriges Mitglied des Statistisch-Topographischen Bureaus, Autor von „Wirtembergische Geschichte“ in vier Bänden (1841–1873).
- Steinhofer
- Johann Ulrich Steinhofer (1709–1757), evangelischer Theologe, Verfasser der „Neue Würtembergische Chronik“ im vier Bänden, Stuttgart 1746–1755.
- Sulger
- Arsenius Sulger, eigentl. Georg Philipp Sulger, (1641–1691), Prior im Kloster Zwiefalten, Verfasser der „Annales imperialis monasterii Zwiefaltensis“
- Ussermann
- Aemilian Ussermann (1737–1798), Verfasser des Chronicon seu annales monasterii Petershusani, St. Blasien 1790 (siehe auch BBKL)
- Domcapitular von Van(n)otti
- Johann Nepomuk von Vanotti (1777–1847), Domkapitular in Rottenburg
- Wegelin
- Johann Reinhard Wegelin (1689–1764), Historiker, seit 1746 Bürgermeister von Lindau; Verfasser von Gründlich historischer Bericht von der Kaiserlichen und Reichs-Landvogtei in Schwaben, 1755
- Würdtwein
- Stefan Alexander Würdtwein (1719–1796), Kirchenrechtler und Kirchenhistoriker, Verfasser von „Subsidia diplomatica ad selecta iuris ecclesiastici Germaniae et historiarum capita elucidanda“, 13 Bände, Heidelberg 1772–1783.
[Bearbeiten] Erläuterungen harrend
- Breitputzen, eine Obstsorte, wer weiß Näheres? Beschreibung des Oberamts Gmünd, S. 218
- Marlinen
- ein vermutlich aus Seide bestehendes Gewebe, siehe Beschreibung des Oberamts Reutlingen S.66
Drei Devisen-Fabriken soll es in Biberach gegeben haben. Mir ist nicht klar, was dort hergestellt wurde. --9xl 13:26, 27. Jul. 2008 (CEST)
- Könnte es sein, dass sie (fast) ausschließlich für den Export gearbeitet haben?
- Glaube ich nicht, weiter unten in dem Absatz heißt es: ... fertigen alle möglichen Figuren, Blumenstücke aus Tragant mit und ohne Devisen .... --9xl 15:09, 17. Mai 2009 (CEST)
- Schneller
- Auf Seite:Oberamt Riedlingen 080.jpg heißt es: Dagegen wird überall sehr viel gesponnen, so, daß in der Regel wenig Flachs und Hanf, desto mehr aber Schneller verkauft werden.
- Es könnte sich evtl. um Spindeln mit gesponnenem Garn handeln. Ich habe aber nichts dazu gefunden. --9xl 18:29, 29. Nov. 2008 (CET)
- Landacht
- Z. B. dort, kommt aber auch in anderen OABs vor. Die Erläuterung in Grimms Wörterbuch, der fruchtzins von einem ausgesonderten und unter besonderen rechtsschutz genommenen ackerland sagt mir nicht viel. Warum und wie ausgesondert, was ist der Unterschied zu Zehnten oder Gülten? --9xl 14:59, 17. Mai 2009 (CEST)
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Brechenmacher: Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen
- ↑ Brechenmacher: Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen