Württembergische Oberamtsbeschreibungen/Worterklärungen

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Berufsbezeichnungen

Beindreher Feindrechsler, der Knochen, Horn und Elfenbein verarbeitet
Bestler Kleinkunsthandwerker (Quelle: [1])
Blattsetzer Hersteller der Blätter aus Rohr oder Eisendraht für Webstühle
Büchsenschifter Hersteller von Gewehrschäften
Feldmesser siehe Geodät
Flaschner siehe Klempner
Gimpenstricker verarbeiteten Gimpen, d.s. gedrehte Zwirne aus mehreren Baumwollfäden, die dann mit Seide oder Metallfäden überzogen wurden
Gürtler verfertigte Metallbeschläge zu Gürteln und Riemen
Hafner die in Österreich, Süddeutschland und Südtirol gebräuchliche Bezeichnung für den Beruf des Ofensetzers oder Kachelofenbauers
Hauderer Lohnkutscher, im weitesten Sinn Transportunternehmer
Ipser Gipser, Tüncher
Kirschner siehe Kürschner
Kleemeister Abdecker oder Schinder, d.h. Beseitigung und Verwertung von Tierkadavern, vereinzelt auch als Henker / Nachrichter im Einsatz
Kornmesser öffentlich bediensteter Kontrollbeamter für die Messung von Getreide
Melber Mehlhändler (Quelle: [2])
Mühlarzt Mühlenbauer und zuständig für Reparaturen von Mühlen
Nadler Hersteller von Nadeln, Haken, Ösen, Ketten und Pfriemen
Nonnenschneider Tierkastrator
Peruquier Perückenmacher, von frz. peruque
Rotgerber Gerber, die aus Rinderhäuten das härtere Leder für Schuhe, Schuhsohlen, Ranzen usw. herstellten
Saffiangerber Hersteller von (meist gefärbtem) Bock- bzw. Ziegenleder
Seckler Hersteller von Geldbeuteln, Riemenwerk und Lederhandschuhen, siehe Beutler
Sporer Hersteller von Sporen, Reitstangen, Steigbügeln, Striegeln
Weißgerber Gerber, der nicht mit Lohe, sondern Alaun gerbte
Wendenmacher Hersteller von (Seil-)Winden, Spindeln etc.
Zinkenist Spieler des historischen Holzblasinstrumentes Zink

siehe auch Wikipedia-Kategorie „Handwerksberuf“

[Bearbeiten] Gerichts- und Rechtswesen

Bann vom Kaiser verliehene, widerrufbare Vollmacht, in einem definierten Bezirk bestimmte Gesetze zu erlassen und deren Befolgung durchzusetzen. So erlaubte der Blutbann, u.a. Todesurteile zu fällen und zu vollstrecken.
Gerechtsame Recht bzw. Vorrecht, etwas tun zu dürfen.
Gerichtsbarkeit die Berechtigung, Straftaten abzuurteilen. Unterschieden wurde zwischen niederer und hoher Gerichtsbarkeit, letztere mit dem Recht, auch Todesurteile zu fällen und zu vollstrecken (siehe auch Blutbann). Die Forstgerichtsbarkeit bezog sich auf Waldfreveln/Wilderei.
Majorat Erbfolgerecht, wonach der älteste Sohn das Erbe erhält.
Scabinen Schöffen
Scortationsstrafen Scortation = Unzucht, also vorehelicher bzw. außerehelicher Geschlechtsverkehr. Die Strafen dafür waren teilweise sehr empfindlich
Stock in der Verbindung „Stock und Galgen“ bedeutet Stock das Gefängnis (vgl. stockfinster)

[Bearbeiten] Kirchliche Begriffe

Collatur Kirchensatz (siehe dort), d. h. Besetzungsrecht für die Pfarrstelle
Indulgenzen vom Papst vergebene Rechte, Ablaß von Sünden (gegen Bezahlung) zu gewähren
infulirter Abt mit der Inful, dem Bischofshut bekleideter, infulierter Abt. Siehe DWB
Intercalarfonds vom lat. intercalare = einschalten abgeleiteter Begriff, der in Württemberg eine Vermögensmasse, gebildet aus den Einkünften nicht besetzter Pfründen bezeichnete (siehe Meyers s.v. Interkalarfrüchte)
Kirchenfabrik Einrichtung zur Finanzierung von Kirchengebäude und/oder Gottesdienst, siehe w:Fabrikgut und dortige Links.
Kirchensatz das Patronatsrecht, das dem Kirchherrn und Kirchenpatron bestimmte Mitwirkungsrechte bei der Besetzung der Pfarrstelle einräumt
Paramente Kirchliche Messgewänder und Geräte
Pfründe vom althd. pruanta = Nahrung, Besoldung abgeleitet, meist Schenkung, mit der die Besoldung eines (kirchlichen) Amtes gesichert war
Präbende mittellat. „praebenda“ siehe Pfründe
Säkularisation die vom Staat einseitig vorgenommene Verwandlung geistlicher Länder, Güter und Rechte in weltliche. Diese erfolgte ab 1802, als Klöster aufgelöst und Kirchengüter eingezogen wurden, um Adelige für ihre an Frankreich gefallenen linksrheinischen Güter zu kompensieren

[Bearbeiten] Lehenswesen und Feudalherrschaft

Allodium Mit Gesetzen von 1848 und 1849 begann in Württemberg endgültig die Ablösung des Lehenwesens und Überführung der Lehnsgüter in das Eigentum (= allodium) der Lehensnehmer, meist gegen Abgeltung in 25 Jahresraten. Die Güter wurden also allodificirt.
Aversum Abfindungssumme
Beisasse Person ohne volles Bürgerrecht
Ehrschatz vulgo auch häufig „Erdschatz“ genannt, vereinbarte Geldleistung an den Gutsherrn bei Übernahme eines Lehensgutes
Fall An den Lehensherr zu entrichtende Erbschaftssteuer im Todesfall
Gefälle Abgabe, Gebühr
Handlohn Besitzwechselgebühr für ein Lehen (oft zusammen mit der WEglöse als "Handlohn und Weglöse" in gleicher Höhe erwähnt)
Lehen Vom Grundherren vertraglich (z.B. gegen Zins, Gülten, Zehnten) überlassenes Gut (meist Grundstücke). Je nach Vertrag spricht man z.B. von Falllehen (das Lehen erlosch beim Todesfall des Lehensnehmers), Kunkellehen (Lehen an Weibspersonen) oder Erblehen (an die Nachkommen vererbliches Lehen).
Leibhenne An den Leibherren jährlich zu entrichtendes Huhn zur Anerkennung der Leibeigenschaft
Manumission Gebühr für die Entlassung aus der Leibeigenschaft, z.B. zu zahlen, um legal auswandern zu dürfen
Mortuarium Abgaben im Todesfall (Schlauf und Fall, siehe dort)
Rodel meist Zinsrodel: Register der Zinserträge aus Feudalherrschaften
Schlauf Abgabe im Todesfall der Ehefrau, bestehend aus dem besten Kleid der Frau
Spolienrecht das Recht des Landesherrn oder Bischofs, den beweglichen Nachlass eines Geistlichen einzuziehen
Vogthaber zu entrichtende Abgabe in Form von Hafer
Weglöse bei Besitzwechsel an den Lehnsherrn zu entrichtende Abgabe (Gebr. Grimm: Deutsches Wörterbuch)
Zehnt Steuer, die ursprünglich darin bestand, dass der zehnte Teil der auf dem Hof gezogenen Naturalien an den Gutsherren abzuliefern war. Der große Zehnt bezog sich auf Getreide und Heu, der kleine Zehnt auf die übrigen Feldfrüchte. Der Blutzehnt war für Vieh und deren Produkte wie Milch zu entrichten, der Novalzehnt war auf neu urbar gemachtes Gelände zu bezahlen. Oft wurde statt der Naturalien eine Geldzahlung vereinbart („Surrogat“).

[Bearbeiten] Pflanzen- und Tierwelt

Angersen Futterrüben (Beta vulgaris, die als Viehfutter Verwendung fanden
Aspe Espe, Zitter-Pappel
Bersching Barsch
Bucheln Bucheckern, Früchte der Rotbuche
Ehmer (oder Emer) Emmer, Getreidesorte
Esper abgek. für Esparsette, eine Futterpflanze
Forchen Föhren, Kiefer
glatte Frucht entspelztes Getreide, auch Kernen genannt
Hagenbuche, Weißbuche Hainbuche
Halbvögel Sammelbezeichnung für Kleinvögel, bspw. Drosselarten. Siehe DWB
Kardendisteln Weber-Karde, die getrockneten Fruchtstände wurden zum Kämmen von Wolle gebraucht
Luiken Apfelsorte, lat. Name malus striata
Magsamen Mohn
Rothtanne Fichte
Schäfenfrüchte Vorkommen: Beschreibung des Oberamts Riedlingen, S. 212. Nach Fischer, Schwäbisches Wörterbuch, 5. Band, Spalte 731, bedeutet "Schefe" Leguminosen, vor allem Erbsen, speziell Zuckererbsen. Siehe auch DWB
Sperberbaum Speierling
Vesen ungegerbter Dinkel

[Bearbeiten] Sonstige Wörter

  • Abstreich – Mindergebot, Vergabe eines Auftrags an den günstigsten Bieter
  • Agnaten – leibliche Nachkommen
  • Aufstreich – Höchstgebot, Verkauf an den Meistbietenden, Versteigerung
  • Austrägalinstanz – ab 1817 Schlichter bei Streitigkeiten innerhalb von Mitgliedern des deutschen Bundes
  • Conscriptionspflicht – Wehrpflicht, siehe w:Konskription
  • Emolumente – Einkünfte, namentlich Nebeneinkünfte
  • Epave – Epavenrecht: Recht auf Strand- und Treibholz (vgl. DRW)
  • epavisiren – herrenlos werden (Epave, frz. = herrenloses Gut)
  • Ephemeriden – Tagebücher
  • fatiren – österreichische Bezeichnung für die Abgabe einer Steuererklärung
  • Fehmelwald – Bäume unterschiedlichsten Alters stehen nebeneinander
  • Fideikommiß – siehe Familienfideikommiss
  • Fischenz – Fischereirecht
  • Friesel – jede Art von Fieber mit Ausschlag
  • Gant – Konkurs, Zwangsversteigerung; verganten = in Konkurs gehen.
  • Gyssibel – wahrscheinlich ein Schandpfahl, Pranger, siehe DWB „gieszhübel
  • Hundslage – Verpflichtung, herrschaftliche Jagdhunde und Jäger zu verköstigen (vgl. DRW)
  • Insurgenten – Aufrührer, Aufständische
  • Kammerz, Kammerze – Weinspalier an Häusern und Mauern
  • Kammerziel – Beitrag, den Städte und Staaten zu entrichten hatten zur Unterhaltung des Reichs-Kammergerichtes
  • Kandel, gekandelte Straßen – Entwässerungsrinne, mit Abflussrinne versehene Straße
  • Kernen – gegerbter, d.h. enthülster Dinkel
  • Leimen – Lehm, siehe DWB
  • Mondmilch – Kalkmineral
  • Musselin – feinfädige und glatte Stoffart
  • Nagelflue – Ablagerungsgestein bestehend aus erkennbaren Kieseln und Kalk als Bindemittel, siehe Nagelfluh
  • Ocher – das Mineral Ocker. (Quelle DWB)
  • Quincaillerie – Kurzwarenhandlung, Eisenhandlung
  • Römermonat – Eine Art der Kriegssteuer, die von den Reichsständen an das Reich zu entrichten war
  • Sarsenet – dicht gewebtes, leinwandartiges, stark geglättetes Baumwollzeug
  • Schildwirthschaft – Gaststätte, die das Recht und die Pflicht hatte, Gäste zu beherbergen und zu bewirten, im Gegensatz zur Schankwirtschaft
  • Scropheln, scrophulöse Übel – z. B. Tuberkulose, siehe Skrofulose
  • Skrutinien – kirchliche Prüfungsgespräche, ob ein Kandidat für ein Amt geeignet ist
  • Sölde – Eine Kleinbauernstelle von der der Söldner in der Regel nicht leben konnte, sondern noch andere Tätigkeiten ausüben musste.
  • Tädingsbrief – Schriftstück betreffend eine gerichtliche Einigung
  • Tafern – Wirtshaus (vgl. „Taverne“)
  • Unschlitt – Talg
  • Urbar – Verzeichnis über Besitzrechte eines Grundherrn und Leistungen seiner Grunduntertanen
  • Vereinslande, Vereinsstaaten – Staaten des Deutschen Zollvereins
  • Wette – Wasserlache, Tümpel, Pferdeschwemme
  • Widdum – Pfarrgut, ein Hofgut, das dem Pfarrer zum Lebensunterhalt zur Verfügung gestellt wurde und das er selber bewirtschaften oder verpachten konnte.

[Bearbeiten] Maße, Gewichte, Münzwesen

Württemberg hatte Maße und Gewichte, die sich von denen der Nachbarländer deutlich unterscheiden konnten. 1806 wurden einige altwürttembergische Maße umgestellt. Die in den Reichsstädten und in Oberschwaben verwendeten Maße in vorwürttembergischer Zeit können je nach Region erheblich davon abweichen. 1875 wurden im Deutschen Reich die meisten bisherigen Systeme abgelöst und neue einheitliche (Dezimal-)Maße, Gewichte und Währungen eingeführt.

Achtel Hohlmaß (= 2,77 l)
Batzen Währungseinheit (= 4 Kreuzer)
Bracteat einseitig geprägter Hohlpfennig
Eimer Flüssigkeitsmaß (= 16 Imi = 293,9 l)
Elle Längenmaß (= 0,61 m)
Fuder Flüssigkeitsmaß (= 6 Eimer = 1763,5 l)
Fuß Längenmaß (= 12 Zoll = 28,65 cm (vor 1806);
= 10 Zoll = 28,65 cm (nach 1806))
Gran Gr. Apothekergewicht, (= 62,2 Milligramm). Nicht zu verwechseln mit Gramm, gr. !
Gulden fl. Währungseinheit (= 15 Batzen = 60 Kreuzer)
Heller H Währungseinheit (1 Pfund Heller = 20 Schilling = 240 Heller)
ab ca 1650 abgelöst durch Guldenwährung, (1 Pfund Heller entsprach ca. 43 Kreuzern)
Imi Flüssigkeitsmaß (= 10 Maß = 18,37 l)
Jauchert oder Tagwerk Jch. Flächenmaß, entspricht 1½ Morgen bzw. 47,28 ar
Klafter   Raummaß für Schichtholz, etwa 3,4 m³
Kreuzer kr. Währungseinheit (60 kr. = 1 Gulden, 1 Kreuzer = ca. 6 Heller)
Lachter Im Bergbau übliches Längenmaß, regional unterschiedlich groß. Würrt. Lachter = 2,0045m, siehe w:Lachter
Lot Gewicht (= 4 Quentle = 14,61 g)
Malter Frucht-Hohlmaß (= 2 Mut = 8 Viertel = ca. 172 bis 175 l)
Mannsmahd siehe Morgen
Mark Silber M. S. ca. 220 g Silber
Maß Flüssigkeitsmaß (= 4 Schoppen = 1,84 l)
Morgen M Flächenmaß (= 150 Quadratruten (vor 1806) entspricht 31,52 ar
= 384 Quadratruten = 31,52 ar (ab 1806) (somit 1 ha = 3,172 Morgen)
Mut Mütte, Mutte, Müt, Mut: Trockenmaß, örtlich von verschiedener Größe (Gebr. Grimm: Deutsches Wörterbuch)
In Oberschwaben als Frucht-Hohlmaß (= 4 Viertel = ca. 86 bis 88 l)
Pariser Fuß P. F. Längenmaß (= 0,32481 m)
Pfund Heller Pf. H. Währungseinheit (= 20 Schilling = 240 Heller
ab ca. 1650 abgelöst durch Guldenwährung, 1 Pfund Heller entsprach ca. 43 Kreuzer)
Pfund Gewicht (= 32 Lot = 467,5 g (bis 1833), ab 1857 per Gesetz 500 g)
Roßbau Steuermesseinheit in Grafschaft Waldburg-Wolfegg-Waldsee pro 6 bis 18 Jauchert Grund, je nach Beschaffenheit des Bodens
Ruthe, Rute   Längenmaß (= 16 Fuß = 4,58 m (vor 1806)
= 10 Fuß = 2,8649 m (nach 1806)
die Quadrat-Rute demnach 21,01 m² (vor 1806), danach 8,21 m²)
Scheffel Hohlmaß (= 8 Simri = 177,2 l)
Schilling ß Währungseinheit (= 12 Heller)
See-Eimer   Hohlmaß (32 See-Eimer sind – laut Text S. 139 – 4 Eimer, 4 Imi W. M.)
Simri Sri. Hohlmaß (= 4 Vierling = 22,153 Liter)
Stunde St. Längenmaß (1 württ. Stunde = 13.000 württ. Fuß = ca. 3,7 km)
Vierling Hohlmaß (= 2 Achtel = 5,54 l)
Welle Bündel Reißig, Brennholz unter 2“ Durchmesser; 100 Stück Wellen ≈ 1 Klafter (Quelle S. 55)
Winterfuhr   Flächenmaß in den Trauchburgischen Besitzungen, entspricht 1½–3 Jauchert
Württembergischer Fuß W. F. Längenmaß (= 0,28649 m)

[Bearbeiten] Andere Abkürzungen

  • C.A. – Cameralamt
  • E., Einw. – Einwohner
  • ev. – evangelisch
  • F.A. – Forstamt
  • Fil. – Filial
  • G.H. – Grundherrschaft
  • Gr. – Graf; gräflich
  • H. – Heft
  • H. – Hinter-
  • H. – Hof
  • Hs. – Haus
  • i. J. – im Jahre
  • Ib. Ibid. – Ibidem = Ebenda
  • k. – königlich; kaiserlich; katholisch (je nach Kontext)
  • K. – König; Kaiser
  • kath., kathol. – katholisch
  • Kl. – Kloster
  • L.H. – Lehensherrschaft
  • landvogt. – landvogteiisch
  • Mon. Boic. – Monumenta Boica, Quellensammlung zur bayrischen Geschichte herausgegeben von der Bay. Ak. der Wissenschaften ab 1763 bis 1916
  • O. – Ober-
  • O.A. – Oberamt
  • Pfrw. – Pfarrweiler
  • Ravensb. – Ravensburgisch (zur Reichsstadt Ravensburg gehörend)
  • Reg. Boic. – Regesta sive rerum Boicarum autographa ad annum usque 1300, Quellensammlung zur bayrischen Geschichte von Karl Heinrich von Lang
  • s. h. – siehe hinten
  • Schildw. – Schildwirtschaft
  • U. – Unter-
  • u. s. f. – und so fort
  • V. – Vorder-
  • vorm. – vormals
  • W. – Weiler
  • W. Wolfegg. – Waldburg-Wolfeggisch
  • Weingart. – Weingartisch (zum Kloster Weingarten gehörend)
  • Weissen. – Weissenauisch (zum Kloster Weißenau gehörend)

[Bearbeiten] Personennamen

Arx
Ildefons von Arx (1755–1833) Verfasser der ersten Geschichte des Kantons St.Gallen und Mitarbeiter an den Monumenta Germaniae Historica
Besold
Christoph Besold (1577–1638), Tübinger Jurist und Staatsgelehrter, Verfasser zahlreicher Werke, u.a. zu Württembergischer Geschichte.
Braig
Michael Braig, ehemaliger Mönch des Klosters Wiblingen, Verfasser von: Wiblingen. Kurze Geschichte der ehemaligen vorderösterreichischen Benediktinerabtei in Schwaben. Isny 1834
Bucelin
Gabriel Bucelinus (1599–1681), Benediktinermönch in Weingarten, Prior in Feldkirch, Verfasser u.a. von „Constantia sacra et profana“
Burgermeister
Johann Stephan Burgermeister (1663–1722), Verfasser des 1721 zu Ulm erschienenen mehrbändigen Codex diplomaticus equestris oder Reichs-Ritter-Archivs.
Chmel
Joseph Chmel (1798–1856), österr. Augustiner-Chorherr, Archivar und Historiker.
Cramer
Johann Ulrich v. Cramer (1706–1772), aus Ulm gebürtiger Jurist und Philosoph, mit Berufung in das Wetzlarer Reichskammergericht.
Crusius
Martin Crusius, eigentlich Kraus (1526–1607), Altphilologe und Historiker, Verfasser u.a. der Annales Suevici, hatte einen Lehrstuhl in Tübingen, wo er auch starb
Eben
Johann Georg Eben, Verfasser der Stadtgeschichte Versuch einer Geschichte der Stadt Ravensburg in 6 Heften (= 2 Bänden), 1830–1834
Gabelkover
Oswald Gabelkover, (1539–1616) Arzt und Historiker, Verfasser eines unvollendet gebliebenen Manuskriptes „Darstellung der württembergischen Geschichte“
Gerbert
Martin Gerbert (1720–1793), Fürstabt von St. Blasien, Autor der dreibändigen Historia Nigrae Silvae ordinis Sancti Benedicti coloniae, St. Blasien 1783–1788 – die von Memminger in der Oberamtsbeschreibung Ravensburg zitierten Urkunden finden sich im Band 3 Codex Diplomaticus: die im Kapitel „Gemeinde Eßenhausen“ zitierte Urkunde auf S. 125 (siehe Digitalisat Bild 130), die im Kapitel „Gemeinde Haßenweiler“ zitierte auf S. 74 (siehe Digitalisat Bild 79)
Goldast
Melchior Goldast (1578–1635), Schweizer Humanist und Verfasser div. Geschichtswerke, z.B. „Suevicarum rerum etc.“ und „Alamannicarum rerum scriptores etc.“
Haggenmüller
Johann Baptist Haggenmüller (1792–1862), Historiker, Verfasser u.a. von „Geschichte der Stadt und der gefürsteten Grafschaft Kempten“. Kempten, Band 1: 1840, Band 2: 1847; Reprint in einem Band im Verlag Tobias Dannheimer Kempten 1988, ISBN 3-88881-009-4
Hess
Gerhard Hess (1731–1802), Mönch und Historiker – die von Memminger im Kapitel „Gemeinde Berg“ der Oberamtsbeschreibung Ravensburg angeführte Stelle findet sich in Monumentorum Guelficorum pars historica, S. 9, siehe Digitalisat
Hundpiß
Humpis, eine der maßgeblichen Kaufmannsfamilien der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft
Freiherr von Laßberg
Joseph von Laßberg (1770–1855), Germanist und Schriftsteller
Leichtlen
Ernst Julius Leichtlen, Pseudonym Julius Lampadius, (1791–1830), Freiburger Archivrat, Verfasser mehrerer Geschichtswerke, vor allem „Schwaben unter den Römern“
Lünig
Johann Christian Lünig (1662–1740), Verfasser des 24-bändigen „Teutsches Reichsarchiv“
Thomas Lyrer
Thomas Lirer, Pseudonym des anonymen Autors der Schwäbischen Chronik (verfasst um 1460–1485)
Mabillon
Jean Mabillon (1632–1707), französischer Benediktinermönch, Gelehrter und Begründer der Historischen Hilfswissenschaften
Martens
Karl v. Martens, (1790–1863), württ. Oberst und Militärhistoriker, Verfasser von „Geschichte der innerhalb der gegenwärtigen Gränzen des Königreichs Württemberg vorgefallenen kriegerischen Ereignissen vom Jahr 15 vor Christi Geburt bis zum Friedensschluß von 1815“.
Mone
Franz Josef Mone (1796–1871), bedeutender badischer Archivar und Historiker (GLA Karlsruhe). Begründer der „Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins“. Herausgeber der vierbändigen „Quellensammlung zur badischen Landesgeschichte“.
Moser
Johann Jacob Moser (1701–1785), bedeutender Staatsrechtslehrer, Verfasser zahlloser, meist juristischer Werke, Herausgeber u.a. der „Wirtembergische Bibliothec“
Moser
Dr. Rudolf Moser (1803–1862), Mitarbeiter im statistisch-topographischen Bureau, Verfasser zahlreicher Oberamtsbeschreibungen, Finanzrat und Geheimsekretär der Königin Pauline von Württemberg.
Murer
Heinrich Murer, eigentlich Johann Heinrich, (1588–1638), Verfasser einer Chronik des Klosters Reichenau
Neugart
Trudpert Neugart (1742–1825), Herausgeber des Codex diplomaticus Alemanniae et Burgundiae transjuranae intra fines dioecesis Constantiensis und des Episcopatus Constantiensis alemannicus
Oeheim
Gallus Oeheim, (†1511) Priester und Kaplan des Klosters Reichenau, Verfasser einer Chronik des Klosters Reichenau.
Pappenheim
Matthaeus von Pappenheim (1458–1541), Domherr zu Augsburg, Verfasser einer „Chronik der Truchsessen von Waldburg“
August Friedrich Pauly
August Friedrich Pauly (1796–1845), Verfasser mehrerer Oberamtsbeschreibungen des Königreichs Württemberg, übernahm 1845 die Leitung des Königlichen statistisch-topographischen Bureaus. Er begründete die Real-Encyclopädie der classischen Alterthumswissenschaft. Siehe auch ADB:Pauly, August von
Pertz
Georg Heinrich Pertz (1795–1876), Historiker, Herausgeber von Monumenta Germaniae Historica. Siehe auch ADB:Pertz, Georg Heinrich
Reyscher
August Ludwig Reyscher (1802–1880), Verfasser von Die grundherrlichen Rechte des württembergischen Adels. Tübingen 1832. Siehe auch ADB:Reyscher, Ludwig.
Sattler
Christian Friedrich Sattler, Verfasser mehrerer zwischen 1757 und 1783 erschienener Geschichtswerke zu den Grafen und Herzögen von Württemberg
Schlaperiz
Dr. Johann Ludwig Schlapperitz (1649–1738), Verfasser einer Chronica Ravenspurgensis (Hauptstaatsarchiv Stuttgart J 2 Handschrift Nr. 194)
Stadelhofer
Benedikt Stadelhofer (1694–1760) Prior des Klosters Rot an der Rot , Verfasser der „Historia collegii Rothensis“.
Stälin
Christoph Friedrich von Stälin (1805–1873), Historiker und langjähriges Mitglied des Statistisch-Topographischen Bureaus, Autor von „Wirtembergische Geschichte“ in vier Bänden (1841–1873).
Steinhofer
Johann Ulrich Steinhofer (1709–1757), evangelischer Theologe, Verfasser der „Neue Würtembergische Chronik“ im vier Bänden, Stuttgart 1746–1755.
Sulger
Arsenius Sulger, eigentl. Georg Philipp Sulger, (1641–1691), Prior im Kloster Zwiefalten, Verfasser der „Annales imperialis monasterii Zwiefaltensis“
Ussermann
Aemilian Ussermann (1737–1798), Verfasser des Chronicon seu annales monasterii Petershusani, St. Blasien 1790 (siehe auch BBKL)
Domcapitular von Van(n)otti
Johann Nepomuk von Vanotti (1777–1847), Domkapitular in Rottenburg
Wegelin
Johann Reinhard Wegelin (1689–1764), Historiker, seit 1746 Bürgermeister von Lindau; Verfasser von Gründlich historischer Bericht von der Kaiserlichen und Reichs-Landvogtei in Schwaben, 1755
Würdtwein
Stefan Alexander Würdtwein (1719–1796), Kirchenrechtler und Kirchenhistoriker, Verfasser von „Subsidia diplomatica ad selecta iuris ecclesiastici Germaniae et historiarum capita elucidanda“, 13 Bände, Heidelberg 1772–1783.

[Bearbeiten] Erläuterungen harrend

Breitputzen, eine Obstsorte, wer weiß Näheres? Beschreibung des Oberamts Gmünd, S. 218
Marlinen
ein vermutlich aus Seide bestehendes Gewebe, siehe Beschreibung des Oberamts Reutlingen S.66


Drei Devisen-Fabriken soll es in Biberach gegeben haben. Mir ist nicht klar, was dort hergestellt wurde. --9xl 13:26, 27. Jul. 2008 (CEST)

Könnte es sein, dass sie (fast) ausschließlich für den Export gearbeitet haben?
Glaube ich nicht, weiter unten in dem Absatz heißt es: ... fertigen alle möglichen Figuren, Blumenstücke aus Tragant mit und ohne Devisen .... --9xl 15:09, 17. Mai 2009 (CEST)
Schneller
Auf Seite:Oberamt Riedlingen 080.jpg heißt es: Dagegen wird überall sehr viel gesponnen, so, daß in der Regel wenig Flachs und Hanf, desto mehr aber Schneller verkauft werden.
Es könnte sich evtl. um Spindeln mit gesponnenem Garn handeln. Ich habe aber nichts dazu gefunden. --9xl 18:29, 29. Nov. 2008 (CET)


Landacht
Z. B. dort, kommt aber auch in anderen OABs vor. Die Erläuterung in Grimms Wörterbuch, der fruchtzins von einem ausgesonderten und unter besonderen rechtsschutz genommenen ackerland sagt mir nicht viel. Warum und wie ausgesondert, was ist der Unterschied zu Zehnten oder Gülten? --9xl 14:59, 17. Mai 2009 (CEST)

[Bearbeiten] Quellen

  1. Brechenmacher: Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen
  2. Brechenmacher: Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen
Persönliche Werkzeuge