Wiegenlied (von Steigentesch)
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Wiegenlied.
Schlummre sanft! des Lebens Morgenröthe,
Des Genusses Augenblick ist dein.
In des Morgenschlummers stille Lethe
Taucht die Kindheit ihre Sorgen ein.
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Schlummre sanft! Noch ist dein Lächeln heiter,
Da dein Herz noch keine Sorge denkt,
Und der Engel, Unschuld, dein Begleiter
Deiner Kindheit Blumentritte lenkt.
Schlummre sanft! Der Täuschung Blüthenträume
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Finden in der Wirklichkeit ihr Grab.
Deiner Hofnung aufgeblühte Keime
Streift vielleicht der Sturm des Zufalls ab.
Schlummre sanft, wenn diese Blumen schwinden,
Unter Dornen scheiden Traum und Wahn,
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Und die stürmeschwarzen Wolken künden
Unsres Lebens schwülen Mittag an.
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Rosen welken, die am Morgen glühten,
Und des Wemuths trübe Quelle rauscht,
Wo die Schlange Mißgunst unter Blüthen
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Und der Gram auf weichem Purpur lauscht.
Aber Kind, dann lächle dem Geschicke,
Dein Bewußtseyn lächle rein wie du,
Und dein ruhesuchend Auge drücke
Einst die Hand geprüfter Liehe zu.
von STEIGENTESCH.
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