William Shakspeare's sämmtliche Gedichte/Sonett LXXVIII

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Autor: William Shakespeare
Titel: Sonett LXXVIII.
Untertitel:
aus: William Shakspeare's sämmtliche Gedichte. Im Versmaße des Originals übersetzt von Emil Wagner. S. 41
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: J. H. Bon
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Erscheinungsort: Königsberg
Übersetzer: Emil Wagner, Pseudonym für: Ludwig Reinhold Walesrode
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[41]

So oft als meine Muse rief ich dich,
Und Hülfe hast du meinem Vers gespendet;
Doch andre Dichter machten es wie ich,
Ihr Reim ward unter deinem Schutz verschwendet.

5
Dein Auge, das den Stummen lehrte singen

Und plumper Einfalt gab erhabnen Flug,
Ein neu Gefieder lieh’s des Meisters Schwingen,
Gesellt’ der Anmuth zu der Hoheit Zug.
Auf mein Lied darfst am stolzesten du sein,

10
Von dir beseelt, ist’s auch von dir geboren;

In Andrer Sang sind nur die Formen dein,
Die Künste, die zu deiner Huld erkoren.
    Doch meine ganze Kunst bist du, sie gewährt
    Erkenntniß mir, der roh und ungelehrt.

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