William Shakspeare's sämmtliche Gedichte/Sonett XCIII

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Autor: William Shakespeare
Titel: Sonett XCIII.
Untertitel:
aus: William Shakspeare's sämmtliche Gedichte. Im Versmaße des Originals übersetzt von Emil Wagner. S. 49
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: J. H. Bon
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Erscheinungsort: Königsberg
Übersetzer: Emil Wagner, Pseudonym für: Ludwig Reinhold Walesrode
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Quelle: Google Books
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So werd’ ich leben, wähnend dich mir treu,
Wie ein betrogner Gatte; deiner Liebe
Antlitz vertrau’n, wenn dies stets wechselt neu;
Dein Blick bei mir, dein Herz bei Andern bliebe.

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In deinem Auge ist für Groll nicht Raum,

Nicht kündet es dein unbeständig Wesen;
Wenn Andrer Blick uns, zu verkennen kaum,
Des Herzens Zug in finstrer Schrift läßt lesen.
Dir ward zu Theil des Schöpfers Himmelssegen,

10
Daß Liebe stets umfächle dein Gesicht;

Mag auch dein Herz leicht wankend sich bewegen,
Dein süßes Bild verräth es plaudernd nicht.
    Es wäre dein Reiz Evens Apfel gleich,
    Wenn du an Tugend nicht wie Anmuth reich.

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