William Shakspeare's sämmtliche Gedichte/Sonett XCV

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Autor: William Shakespeare
Titel: Sonett XCV.
Untertitel:
aus: William Shakspeare's sämmtliche Gedichte. Im Versmaße des Originals übersetzt von Emil Wagner. S. 50
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Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: J. H. Bon
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Erscheinungsort: Königsberg
Übersetzer: Emil Wagner, Pseudonym für: Ludwig Reinhold Walesrode
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Quelle: Google Books
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Wie anmuthig machst du die Schande nicht,
Die gleich dem Wurm in duftbeseelter Rose
Die Schönheitsknospe deines Namens bricht!
Und birgst die Sünd’ in lieblichem Gekose!

5
Die Zunge, die von deinem Thun erzählt

Und üpp’ge Deutung deinen Scherzen leihet,
Hat sich zum Tadel nur dein Lob erwählt,
Da schon dein Name jede Schande weihet.
O welche Wohnung haben sich erseh’n

10
Die Fehler, die in dir sich so vereinen!

Dem Aug’ erscheinet Alles doch als schön,
Weil durch der Schönheit Flor die Flecken scheinen.
    Doch trotze, Liebster, nicht auf solches Recht,
    Das schärfste Messer wird durch Mißbrauch schlecht.

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