William Shakspeare's sämmtliche Gedichte/Sonett XLVI

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Autor: William Shakespeare
Titel: Sonett XLVI.
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aus: William Shakspeare's sämmtliche Gedichte. Im Versmaße des Originals übersetzt von Emil Wagner. S. 25
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: J. H. Bon
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Erscheinungsort: Königsberg
Übersetzer: Emil Wagner, Pseudonym für: Ludwig Reinhold Walesrode
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Mein Aug’ und Herz im schweren Kriege steh’n,
Wie deines Anblicks Recht sie theilen können;
Nicht gönnt das Aug’ dem Herzen, dich zu seh’n,
Dem Auge will das Herz dies Recht nicht gönnen.

5
Es sagt das Herz: in ihm ja liegest du

(Ein Raum, in den des Auges Blick nie strahlt);
Allein das Auge giebt’s dem Feind nicht zu,
Und sagt, daß sich in ihm dein Abbild malt.
Des Herzens Unterthanen, die Gedanken,

10
Das Urtheil fällen sie in diesem Streit,

Recht sprechen sie den Gegnern vor den Schranken,
Das jedem das, was ihm gebührt, verleiht:
    Dein Anblick soll das Recht des Auges sein,
    Dem Herzen deine Liebe ihn verleih’n.

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