William Shakspeare's sämmtliche Gedichte/Sonett XV

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Autor: William Shakespeare
Titel: Sonett XV.
Untertitel:
aus: William Shakspeare's sämmtliche Gedichte. Im Versmaße des Originals übersetzt von Emil Wagner. S. 10
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: J. H. Bon
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Erscheinungsort: Königsberg
Übersetzer: Emil Wagner, Pseudonym für: Ludwig Reinhold Walesrode
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Bedenk’ ich es, daß Alles, was da lebt,
Nur eine kurze Zeit vollkommen bleibt,
Und was in diesen weiten Grenzen schwebt,
Der Sterne unerforschter Wille treibt;

5
Schau’ ich den Pflanzen gleich die Menschen an,

Gepflegt und bald geknickt von einer Luft,
Wie sie, so stolz in jungem Saft, alsdann
Vergessenheit umzieht und Grabesduft: –
Dann führt des Wechsels ewig neue Fluth

10
Mir vor dein jugendliches schönes Bild,

Wo der Verfall kämpft mit der Jahre Wuth,
Bis deinen Tag die graue Nacht verhüllt.
    Doch was die Zeit dir raubt, im Kampf mit ihr
    Ersetz’ ich gern aus voller Liebe dir.

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