William Shakspeare's sämmtliche Gedichte/Sonett CXLVIII

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Autor: William Shakespeare
Titel: Sonett CXLVIII.
Untertitel:
aus: William Shakspeare's sämmtliche Gedichte. Im Versmaße des Originals übersetzt von Emil Wagner. S. 76
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: J. H. Bon
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Erscheinungsort: Königsberg
Übersetzer: Emil Wagner, Pseudonym für: Ludwig Reinhold Walesrode
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Weh’, welch’ ein Aug’ hat Liebe mir verlieh’n,
Dem, was die Andern schau’n, so kann entgeh’n?
Wenn recht sie seh’n, wo floh mein Urtheil hin,
Das falsch beurtheilt, was sie richtig seh’n?

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Wenn schön das, was mein irrend Aug’ entzückt,

Was tadelt dann die Welt es im Verein?
Ist’s häßlich, zeigt’s, wie Liebe uns berückt,
Nichts gilt ihr Spruch, wenn alle sagen: Nein.
Wie kann der Liebe Auge richtig seh’n,

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Das so sich quält mit Weinen und mit Wachen?

Ich selbst kann richtig nicht mein Schau’n verstehn;
Wenn Wolken droh’n, kann nicht die Sonne lachen.
    O schlaue Lieb’, mit Thränen blendst du mich,
    Daß klarer Blick nicht finde häßlich dich.