William Shakspeare's sämmtliche Gedichte/Sonett LIII

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Autor: William Shakespeare
Titel: Sonett LIII.
Untertitel:
aus: William Shakspeare's sämmtliche Gedichte. Im Versmaße des Originals übersetzt von Emil Wagner. S. 29
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: J. H. Bon
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Erscheinungsort: Königsberg
Übersetzer: Emil Wagner, Pseudonym für: Ludwig Reinhold Walesrode
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Quelle: Scan auf Commons
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[29]

Was ist dein Sein? aus welchem Stoff bereitet,
Daß gern sich dir Millionen Schatten weih’n?
Von einem Schatten Jeder ist begleitet,
Nur einzig du kannst Jedem Schatten leih’n.

5
Adonis mal’, und das Gebilde spendet

Ein ärmlich Gleichniß deines Wesens nur;
Der Schönheit Kunst, auf Helen’s Wang verschwendet,
In Griechentracht, zeigt deine holde Spur.
Vom Frühling sprich und von des Herbstes Fülle;

10
Die Schönheit borgt von dir der eine sich,

Es zeigt der andre deiner Güte Hülle: –
In jeder Segensbildung kennt man dich.
    All’ äußre Huld, sie wurde dir zu eigen:
    Wer kann ein Herz so treu wie deines zeigen?