Zedler:Hof, ein Gerichte

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Hof, wo sich der Fürst aufhält

Band: 13 (1739), Spalte: 404–405. (Scan)

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Hof, heisset ein Gerichte, weil selbige sonst unter freyem Himmel in einem offenen Hofe gehalten worden, wie noch heute zu Tage die Land-Rothweilischen auch die Cent-Gerichte unter freyem Himmel gehalten werden. Goed. Alem. I. pag. 91.

Es bedeutet auch eine Zusammenkunfft, wie denn vor Zeiten die Reichs-Versammlungen mit diesem Namen beleget wurden. Pfeffinger ad Vitriarii Jus Publ. Lib. IV. 1.§.4. pag.280.seq. Also wird zu Nürnberg gesaget, einen Jungfern-Hof halten, wenn nemlich an [405] Fest- und Sonntagen Jungfern und Junggesellen zusammen kommen, und sich mit einander lustig machen, ingleichen bedeutet es einen Fürstlichen oder andern Palast, Schloß oder ander Haus, dieses oder jenes Fürsten Hof, z.E. zu Straßburg der Brüder-Hof, der Marggräfl. Durlachische Hof, der Henneberger-Hof, der Hanauische Hof rc. Ferner die sämtlichen Bedienten eines Fürsten, oder dessen gantze Familie, die Hof-Stadt, wozu die Hof-Leute und Hof-Diener gehören.

Die Kauff- und Handwercks-Leute, welche den Hof mit Waaren verlegen, und mit benöthigter Arbeit versehen, pflegen gemeiniglich ein und die andere Freyheit zu genüssen und den Namen derer Hof-Factoren, Hof-Schneider, Hof-Schuster und dergleichen zu führen. Dergleichen Freyheiten werden auch an andern Orten, wo sich der Hof nicht befindet, gesuchet, und zuweilen, und nach Beschaffenheit derer Umstände, gegen Erlegung eines gewissen Taxes, von der Cantzley verliehen.

Ferner bedeutet das Wort Hof einen freyen unbebaueten Platz an einem Hause, wie man sagt: Haus und Hof, weiter ein Bauer-Gut, als ein Bauer-Hof, ein Meyer-Hof, ingleichen den runden Circel um den Mond, so sich zuweilen um denselben sehen lässet, da man denn saget: Der Mond hat einen Hof.

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