Zedler:Themar
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Themar, oder wie in den Traditionibus Fuldensibus befindlich, Dagamar oder Thegamar, ingleichen Tagagnari, Lat. Themaria, eine kleine Stadt und Amt in der gefürsteten Grafschafft Henneberg anderthalb Meilen unter Schleusingen rechter Hand an den Einfluß der Schleuß in die Werra, nahe bey welchem an eben der Schleuß das vor dem sehr berühmte Kloster Vessera gelegen. Es gehöret jetzo den Hertzogen von Sachsen-Salfeld, Meinungen und Gotha in Gemeinschafft zu. Ehemahls gehörete es den gefürsteten Grafen von Henneberg, als aber solche in dem Jahr 1583 ausstarben, fiel Themar, wie fast alle Hennebergische Lande, an die Hertzoge von Sachsen, wurde auch mit den übrigen Hennebergischen Landen von beyden Sächsischen Häusern, dem Albertinischen und Ernestinischen, gemeinschafftlich besessen, bis in das Jahr 1660, da zu Weimar die Theilung solcher gefürsteten Grafschafft zwischen Hertzog Moritzen zu Sachsen-Naumburg, Hertzog Wilhelmen und Ernsten zu Weimar und Gotha und Hertzog Friedrich Wilhelmen zu Altenburg vorgieng, und dabey Stadt und Amt Themar an die Altenburgische Linie nebst andern Hennebergischen Stücken, als dem Amt und Stadt- Meinungen, dem Amt Maßfeld, der Kellerey Behrnigen, dem Kammer-Gut Henneberg und Hofe Miltz an Im Jahre 1596 als Themar von beyden Sächsischen Häusern gemeinschafftlich besessen ward, wurde den 14 May zwischen dem Amte Themar an einem, und Hanß Andreassen von Hesperg andern theils eine Vergleichung und Vertrag des kleinen Weidewercks halber aufgerichtet, und den 12 Julius darauf von der Chur- und Fürstlichen Sachsen-Hennebergischen Regierung zu Meinungen confirmiret. Ingleichen ist das Jahr darauf den 18 August zwischen eben diesen nur gedachten Partheyen ein anderweitiger Vertrag wegen der Hege-Säulen und Vorziehen mit Feder-Lappen errichtet worden. Die Kirche daselbst, welche 1488 erbauet ist, und allezeit bis ins 16 Jahrhundert ein Filial von dem ohnweit davon gelegenen Leutersdorff abgegeben, ward 1631 wieder renovirt. Es fanden sich vor Zeiten allerhand Brüderschafften allhier, als die Brüderschafften Corporis Christi und St. Sebastiani, welche letztere kurtz vor Aufrichtung der Pfarr-Kirche ihren Anfang genommen, ingleichen eine Stifftung der Oelberg genannt. Ums Jahr 1510 verkauffte Peter, Abt zu Vesra, ein Fürst Wilhelmen von Henneberg vor 1100 Gulden das Recht, einen besondern Pfarrer in Themar zu setzen, darüber ein Receß aufgerichtet wurde, welchen der Abt Hermann von Fulda und Herßfeld im Nahmen des Pabsts 1514 confirmirte. Fürst Wilhelm also ernennte 1515 zum ersten Pfarr allhier nach erfolgter Separation M. Matthes Löbern, und haben nach ihm noch verschiedene vor der Reformation die Sacra versehen. Nach der Reformation aber sind als Pastores oder Decani daselbst gestanden:
Sonsten sind auch von denen Amtmännern zu Themar folgende merckwürdig, als:
Weinrichs Hennebergischer Kirch- und Schulenstaat p. 172 307 u. f. Müllers Chur- und Fürstl. Sächßl. Annales p. 219. 222. 441. 535. Hübners Geogr. III Th. p. 236. von Falckenstein Thüringische Chron. I Buch p. 141. |
Theilen gekommen. Von dar es nicht alzulange darauf