Zedler:Widmung Band 1
aus Wikisource, der freien Quellensammlung
|
Dem Allerdurchlauchtigsten, Großmächtigsten und Unüberwindlichsten Fürsten und Herrn, Herrn Carl dem Sechsten, Erwehltem Römischen Kayser, Zu allen Zeiten Mehrern des Reichs, In Germanien, Castilien, Arragonien, Legion, Neapolis, beyder Sicilien, zu Hierusalem, Hungarn, Böheim, Dalmatien, Croatien, Sclavonien, Navarra, Granata, Toledo, Valentia, Gallicien, Majorca, Sevilien, Sardinien, Corduba, Corsica, Murcia, Giennis, Algarbien, Algezira, Gibraltar, der Insulen Canariae und Indiarum, der Insulen Terrae firmae, und des Oceanischen Meers Könige, etc. Ertz-Hertzogen zu Oesterreich, Hertzogen zu Burgund, Braband, Mayland, Steyer, Cärnthen, Crain, Limburg, Lützenburg, Geldern, Würtemberg und Teck, Ober- und Nieder-Schlesien, Calabrien, Athenarum und Neopatriae, etc. Fürsten zu Schwaben, Catalonien, Asturien, und Siebenbürgen, Landgrafen im Elsaß, Marggrafen des H.R. Reichs, zu Burgau, zu Mähren, Ober- und Nieder-Lausitz, Gefürstetem Grafen zu Habspurg, Flandern, Tyroll, Pfird, Kyburg, Görtz, und Artois, Marggrafen zu Ostriani, Grafen zu Giocceani, zu Namur, zu
Roussilion und Ceritania etc. Herrn auf der Windischen Marck, zu Porte- nau, Biscaja, Molins, Salins, Tripoli und Mecheln, etc. etc. etc. Meinem Allergnädigsten Kayser, Könige und Herrn.
[13] [leer][14]
Der
Allerdurchlauchtigsten, Großmächtigsten Fürstin und Frauen, Frauen Elisabeth Christinen, Römischer Kayserin, Königin in Germanien, Castilien, Arragonien, Legion, Neapolis, beyder Sicilien, zu Hierusalem, Hungarn, Böheim, Dalmatien, Croatien, Sclavonien, Navarra, Granata, Toledo, Valentia, Gallicien, Majorca, Sevilien, Sardinien, Corduba, Corsica, Murcien, Giennis, Algarbien, Algeziern, Gibraltar, der Canarischen und Indianischen Insuln, Terrae firmae, und des Oceanischen Meers, etc. Ertz-Hertzogin zu Oesterreich, Hertzogin zu Burgund, zu Braband, zu Mayland, zu Steyer, zu Kärndten, zu Crain, zu Limburg, zu Lützenburg, zu Geldern, zu Würtemberg und Teck, Ober- und Nieder-Schlesien, zu Calabrien, zu Athen und zu Neopatrien, etc. Fürstin zu Schwaben, zu Catalonien, zu Asturien, und Siebenbürgen, Landgräfin im Elsaß, Marggräfin des H.R. Reichs, zu Burgau, zu Mähren, Ober- und Nieder-Lausitz, Gefürsteter Gräfin zu Habspurg, zu Flandern, zu Tyroll, zu Pfirdt, zu Kyburg, zu Görtz und zu Artois, Marggräfin zu Ostriani, Grä fin zu Goziani, zu Namur, zu Rußilion und Ceritania, etc. Frauen auf der Windischen Marck, zu Portenau, zu Biscaja, zu Molins, zu Salins, zu Tripoli und zu Mecheln, etc. etc. etc. Gebohrner Hertzogin zu Braunschweig und Lüneburg,
Meiner Allergnädigsten Kayserin, Königin
[15] [leer][16]
und Frauen Allerdurchlauchtigster, Großmächtig-
ster und Unüberwindlichster Käyser, Allergnädigster Kayser, König und Herr, Allerdurchlauchtigste, Großmächtigste Kayserin, Königin und Frau, Das geheiligte Ansehen der höchsten Thronen durch einen allzukühnen Zutritt entweyhen, ist ein Verbrechen, welches die empfindlichste Anthung verdienet. Und dennoch wage ich mich itzo mit eben so viel Freudigkeit eines unerschrockenen Gemüthes hervor, als ich noch vor kurtzem, bey dem ersten Entschluß darzu, Zittern und Zweiffel empfunden. Eine eintzige [17] Vorstellung hat meinen Vorsatz befestiget. Ich sahe, daß die Hoheit des Römischen Kayserthums nicht nur an Majestät seiner Vorzüge, sondern auch an Gnade und Güte seiner ietzigen Allerdurchlauchtigsten Besitzer dem Himmel zu vergleichen sey, zu welchem man sonst, so wohl bey den Cedern an den Gebürgen, als bey den Matten in den Gründen, mit einerley Freymuth Augen und Hände erhebet. Diese Begriffe wurden desto lebhaffter in mir, ie mehr ich mich überzeugen konnte, daß das Höchste Wesen selbst sich kaum iemahls in einem Monarchen schöner, als in dem heutigen Großmächtigsten Beherrscher des Reichs, und Seiner Allerdurchlauchtigsten Heldin, gespiegelt: Welchen Beyden die Göttliche Fürsehung eben darum so viele Reiche und Länder vertrauet, weil iede Tugend in Ihnen einen eignen Thron verdienet; ieder Thron aber der Liebe des Volcks einen neuen Zutritt zu seinen Schutz-Göttern verstattet. Allerdurchlauchtigster Kayser,
Soll ich sagen: das gesammte Reich? oder die gantze Welt ist bereits überführet, daß Euer Kayserliche und Catholische Majestät so wohl als vormahls der Große und Hochbeliebte Titus ein durchgängiges Vergnügen der Menschen zu nennen? Euer Majestät sind es allein, so da glauben, eines andern überzeuget zu seyn, weil Dero vornehmstes Vergnügen nur in dem Ruhestande Ihrer Völcker und Staaten bestehet. Diese Wahrheit macht einen eben so tieffen Eindruck in den Gemüthern der Redlichen, als ihre Würckungen in allen Ständen und Ordnungen Wurtzel geschlagen. Und die Glückseeligkeiten daraus sind so allgemein, daß derjenige nicht werth ist, die Zeiten eines so grossen Kaysers erlebt zu haben, der nicht die Vollkömmenheiten Seiner Tugenden, die Weißheit Seiner Unternehmungen, die Grösse Seiner Thaten, die Vortheile Seiner Siege, und den Seegen Seiner Absichten empfindet. Die Verbindlichkeit [18] dazu, bringet auch die Frembdesten auf, und niemand denckt so leicht an den Glorwürdigsten Nahmen Euer Kayserlichen und Catholischen Majestät der nicht Denselben in seinem Hertzen einen Tempel erbauen sollte. Nur die übrigen Forderungen dieser angenehmen Pflicht gehen nicht allemahl so von statten, wie man wünschet, und bey dem allgemeinen Wohlergehn scheint dieses noch das eintzige Mißvergnügen zu seyn, daß man nicht hinlängliche Mittel siehet, die wahre Beschaffenheit solcher süssen Regungen völlig ausdrücken zu können. Daher ergreifft die sorgfältige Bemühung immer die näheste Gelegenheit zu erst; obgleich die daraus kommenden Danck- und Freuden-Bezeigungen so unterschieden, und grösten Theils so unvollkommen bleiben, daß man sich ihres Ausbruchs beständig schämen würde, wo uns nicht das innre Zeugniß eines guten Hertzens das Wort redete, und die höchste Leutseligkeit Euer Majestät dem Opffer der Demuth eine allergnädigste Genehmhaltung verspräche. Eben hierauf steiffet sich auch vor diesesmahl die allerunterthänigste Zuversicht, mit welcher Euer Kayserliche und Catholische Majestetät aus allertieffster und demüthigster Verehrung ich gegenwärtiges Buch zu wiedmen, und zu überreichen den Vorsatz genommen. Ich habe von Geburth das Glücke, Euer Majestät Erb-Unterthan zu seyn, weil Breßlau, das Auge Schlesiens, mein Vaterland ist. Doch das Vergnügen darüber höret auch noch itzo nicht auf, nachdem mir das geseegnete Sachsen einen Auffenthalt angewiesen, wo ich ein grosses Theil von demjenigen Gedeyen geniesse, welches das gesammte Reich, und ieder Unterthan desselben, dem allerhöchsten Schutze eines so mächtigen, weisen und glücklichen Beherrrschers zu dancken hat. Hierzu kömmt noch die mir besonders angediehene allergnädigste[1] Freyheits-Ertheilung, womit Euer Kayserliche und Catholische Majestät meinem geringen Buchhandel bey dem unternommenen kostbaren Verlag des gegenwärtigen Wercks allermildest zu statten gekom-[19] men. Sollte es mir nun bey solchen Umständen noch möglich seyn, meine innige Freude über dis alles nicht durch ein öffentliches Merckmahl sehen zu lassen? Oder sollte ich mich noch einer ungnädigen Verstossung befahren, wenn ich zu Ausführung dieser Absicht mich unterfange, diese geringe Schrifft zu den Füssen Eurer Majestät darnieder zu legen, und also dasjenige zu bewerckstelligen, worzu Dero höchstschätzbarer Begnadigungs-Brief selber mir gleichsam beyläuffig und stillschweigend allergnädigste Erlaubniß ertheilet. Allein, Allergnädigster Kayser, es ist ein annoch zu unvollkommenes Werck, es ist nur annoch der erste Anfang darzu: warum bin ich denn gleichwohl so dreuste darmit? O das ungedultige Verlangen, den Pflichten der demüthigsten Danckbarkeit Gnüge zu thun, möchte auf eine tauglichere Vollkommenheit seines Opffers allzulange zu warten; und dennoch endlich nichts in den Händen haben, was sich der Majestät eines so grossen Monarchens mit grösserer Freudigkeit nähern dürffte. Ist es doch ohnedem so gar ungewöhnlich nicht, daß man den Göttern die Erstlinge wiedmet, ohne sich von dem geringen Werth und der Unvollkommenheit derselben abschrecken zu lassen: vielleicht wird mein allerunterthänigster Opffer aus diesem Grunde eines allergnädigsten Blickes gewürdiget. Es ist gleichwohl ein Theil von einer Verfassung aller schönen und nützlichen Wissenschafften, von welchen man in Euer Kayserlichen und Catholischen Majestät den erleuchtesten Kenner, den mächtigsten Beschützer, und den mildreichsten Beförderer bewundert. Die Scepter und Waffen sieghaffter Monarchen, und die Werckzeuge und Wercke der Gelehrten sind ja wohl sonst einander so fremde nicht: weil diese bey den Erstern insgemein Schutz und Aufnehmen suchen; Jene aber bey den letztern nach den meisten ernsthafften Bemühungen ihre Ruhe, und, daß ich nichts verschweige, so gar nach dem Tode selber gewisser Maaßen einen Theil ihrer Verewigung finden. Ich kan [20] es freylich nicht wagen, auch dem gegenwärtigen Buche dergleichen Fähigkeit zuzuschreiben. Jedoch wahre Helden sind überhaupt niemahls Feinde der Bücher und Musen; Eure Kayserliche Majestät aber mit eben dem Rechte der größte Freund und Schutz derselben, als Sie unter den Helden selber der größte sind. Die Grentzen des Reichs, und mit ihnen auch dessen Glückseeligkeit erweitern, die Feinde schüchtern, den Frieden feste, die Ruhe sicher, die ietzigen Zeiten vergnügt, die folgenden erstaunend, und sich selber durch alles dieses, ohne den Vorwurff eines Hochmuths zu befürchten, zum Wunder machen: sind lauter Beschäfftigungen eines Kaysers, in welchem das Habspurgische und Oesterreichische Fürsten-Blut alle erhabene, großmüthige, tapffere und preißwürdige Regungen dermassen verbunden, daß man dasjenige, was andere eintzeln groß und zu Helden gemacht, hier in einer vereinbarten Grösse beysammen antrifft. Gleichwohl wird dieses alles dadurch noch mehr verherrlichet, daß das Wachsthum nützlicher Künste und Studien nicht nur unter Euer Kayserlicher und Catholischer Majestät Scepter schöner, als kaum iemahls unter einem Dero Glorwürdigsten Vorfahren, gediehen, sondern auch Dero allerweisestes Gemüthe selbst derselben Tempel und Inbegriff ist. Und wie viel wird man wohl einzuwenden finden, wenn ich sage, daß gleichsam Minerva selber in der höchsten Person Dero Allertheuresten Gemahlin in Euer Majestät Armen sich ihre Ruhestatt erwehlet, und den Flor nützlicher Gelehrsamkeit aufs sorgfältigste und nachdrücklichste fördern und schützen helffe? Allerdurchlauchtigste Kayserin,
Ist es denn aus diesem Grunde erlaubt, diese geringschätzige Blätter auch vor Euer Majestät Hohem Throne darnieder zu legen? Das Unterfangen ist allerdings zu wichtig und zu bedencklich für mich; Und dennoch verliehrt sich das gröste Theil der obhandenen [21] Furcht weil es unwidersprechlich ist, daß Euer Kayserliche Majestät nicht nur von den übrigen Vollkommenheiten Ihres Helden, sondern auch von Dessen allergnädigstem Wohlwollen gegen alles, was zur Gelehrsamkeit gehöret, das ähnlichste und holdeste Gegenbild sind. Die zärtliche Liebe und Vereinigung eines so Hohen Paares hält die Wohlfarth gantzer Völcker und Reiche zusammen: Und Gerechtigkeit und Friede scheinen sich in Euer Majestät Landen nur darum so hertzlich und brünstig zu küssen, weil sie es an den Würckungen der Eintracht zwischen Euer Majestät und Ihrem Großmächtigsten Kayser, gelernet. Die Gottseeligkeit, die Treue, die Sanffmuth, die Milde, die Demuth, und die Erbarmung, als Euer Majestät ungetrennte Begleiterinnen, ergötzen sich selber daran, und vereinigen sich mit Dero erleuchteten Seele eben so genau, als Dero Seele sich mit dem Hertzen Ihres Theuresten Gemahls verknüpfft; weil doch in Beyden Allerdurchlauchtigsten Personen nur gleichsam ein Trieb, ein Wille, ein Hertz und eine Seele zu finden. Wie sollten hiebey die Musen ohne Reitzung bleiben, oder wie sollten sie nicht darbey hoffen, bey Euer Kayserlichen Majestät noch weiter einen genauen Zutritt zu erhalten, und sich durch diesen Zutritt in dem fernern Genuß eines unschätzbaren Fürspruches und Schutzes zu sehen? Es ist unmöglich in dieser Hoffnung zu irren, weil sich das Gvelphische Helden-Blut, und die mit demselben in unverrückter Folge fortgepflantzte Liebe zu edlen Wissenschafften, auch in den Princeßinnen des Braunschweigischen Haußes nicht läugnen kan; am allerwenigsten aber in Euer Kayserlichen Majestät geheiligten Person deßfalls nur der geringste Abgang zu befürchten. Man weiß ja, Allergnädigste Frau, und man weiß es nicht erst von gestern her, wie schön, wie ausbündig schön Euer Majestät die übrigen hohen Tugenden Ihrer Durchlauchtigsten Eltern und Vorfahren aus allen Reden und Handlun- [22] gen herfürbrechen lassen. Da sich nun diese fürtreffliche Fürsten auch durch die herrlichsten Verdienste um alle Gattungen von guten Studien unsterblich gemacht, und die Nahmen Ludwig Rudolph, Anton Ulrich, Augustus, und andere, sich hierdurch in den Jahr-Büchern der Gelehrten gnugsam verewiget haben: Wie könnte denn dieser eintzige Ruhm unter den Seltenheiten Euer Majestät zurücke bleiben, da Sie die übrigen alle zu dem höchsten Gipfel erhoben? Vielmehr muß auch der Neid gestehen, daß die Weißheit, und die mit derselben verknüpffte Gnade gegen ihre Verehrer und Anhänger, mit eben so einem unwiderleglichen Erb-Rechte in Euer Majestät Hertzen, als Euer Majestät Durchlauchtigster Herr Vater ohnlängst in den Braunschweigischen Landen den Thron bestiegen. Allerdurchlauchtigster Kayser,
Allerdurchlauchtigste Kayserin, Was ich bisher gesagt, ist ein ungeheuchelter Entwurff von denenjenigen Trieb-Federn gewesen, die mir die Wahrheit selbst zur Beförderung und Rechtfertigung meiner Absichten bey der allerunterthänigsten Zueignung dieses geringen Buches an die Hand gegeben. Hier lege ich also dasselbe, und mit demselben zugleich mein Hertze zu Dero Beyderseits Kayserlichen Majestät Füssen in tieffster Unterthänigkeit darnieder, um, so wohl für mich den fernern allerhöchsten Schutz zu dem angefangenen Verlag dieses Werckes, als auch für das Buch selber einen gnädigen Anblick zu suchen. O was wird dis sonst geringe Werck dadurch vor Zierde und Vorzug erlangen, und wie inbrünstig werde ich so dann in meinen demüthigen Wünschen fortfahren, daß GOtt den Thron Euer Kayserlichen Majestäten nicht nur in allen andern Arten menschlicher Glückseligkeit auf die spätesten Zeiten zum Seegen setzen, sondern auch zur Verwirrung und Beschämung der Widriggesinnten, zum [23] Schrecken der Feinde, und zur Freude des gantzen Reichs ein besonderes Zeichen seiner herrlichen Fürsehung daran aufrichten wolle. Alsdenn wird, gleichwie sonst das gantze Leben, also auch insonderheit die Helden-Liebe des Großmächtigsten Kaysers, Carls des Sechsten, und Seiner Allerdurchlauchtigsten Elisabeth Christinen, voll Wunder, und die Erb-Folge des Oesterreichischen Kayser-Stammes nicht minder befestiget, als die Ehre Desselben unsterblich werden. Ich verneure diese Wünsche täglich, und mit demselben zugleich die allertiefste Demuth meines Hertzens, mit welcher ich zu ersterben wünsche, als Allerdurchlauchtigster Großmächtig-
ster und Unüberwindlichster Kayser Allergnädigster Kayser, König und Herr, Allerdurchlauchtigste, Großmäch- tigste Kayserin, Allergnädigste Kayserin, Königin und Frau, Euer Kayserlichen Majestäten
|
- ↑ Korrigiert aus allernädigste