1. Tafellied zum 20. Stiftungsfeste des Erzgebirgischen Gartenbauvereins
Schier zwanzig Jahre bist Du alt,
Erzgebirg’scher Gartenbauverein.
Du hast blühend Dich entfaltet,
Groß und kräftig Dich gestaltet,
Und so mag’s auch ferner sein.
Dein Vater Klensky, der zog fort
In’s ferne Ungarnland;
Doch sein Herz ist Dir geblieben,
Hat er Dir nicht oft geschrieben,
Manchen Liebesgruß gesandt?
Die Pathen Baunack, Müller und
Richter sind noch hier;
Sie bleiben Dir treu ergeben
Und werden, so lange sie noch leben,
Dich behüten für und für.
Als zweiter Vater fandest Du
Den Doctor Zimmermann,
Der hält Dich in seinen Armen
Und hat stets mit Dir Erbarmen,
Weil’s ja Keiner besser kann.
Elf lange Jahre hat er Dich
Mit sichrer Hand geführt,
Hat viel Ruhm und Ehre Dir erworben,
Deinen guten Namen unverdorben
Bis zum heut’gen Tage conservirt.
Die Andern, die ihm beigesellt,
Das sind auch gewissenhafte Leut’;
Seidel führt für Dich ganz flott die Feder,
Pabst ist regelmäßig sein Vertreter,
Wenn die Noth es ihm gebeut.
Herr Bader täglich denkt und sinnt,
Wie Dein Geist zu fördern sei;
Er giebt Dir viel hochgelehrte Bücher,
Und so wirst Du immer, immer klüger,
Es ist wahrlich keine Schmeichelei.
Herr Kayser führt die Casse Dir,
Denn Du hast Moneten ja wie Heu;
Er treibt Dir die massenhaften Steuern ein,
Tritt die Schuldner unverdrossen groß und klein,
Und Du befind’st Dich wohl dabei.
Doctor Maret bei den Sachen bleibt
Als Dein Custos, treuer Wächter, Hort,
Den Bestand er jährlich sehr vermehret,
Was zu schenken er Niemandem verwehret,
Immer fegt er Staub und Motten fort.
So bist, Verein, Du treu bewahrt,
Drum schau’ nur lustig d’rein;
Noch viele Jahre magst Du leben,
Als Mann das Höchste nur erstreben,
Erzgebirg’scher Gartenbauverein.
P.