ADB:Brüschenk, Heinrich von

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Artikel „Brüschenk, Heinrich von“ von Franz von Krones in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 455–456, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Br%C3%BCschenk,_Heinrich_von&oldid=- (Version vom 13. August 2020, 09:43 Uhr UTC)
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Brüschenk: Heinrich v. B. (Prueschenk, Prüschink), mit seinem Bruder Sigismund, Begründer der Machthöhe dieses altösterreichischen Edelgeschlechtes, das seit 1495 den Namen Grafen v. Hardegg führt, als Erbe des Titels und Besitzes der alten Grafen dieses Namens durch fürstliche Gunst. Die beiden Brüder machten König Friedrichs III. Romfahrt und den Reichskrieg gegen den Burgunder von 1474 mit. Heinrich gerieth 1475 (August) in der blutigen Schlacht an der Sottla in türkische Gefangenschaft, aus der er sich mit schweren Opfern löste, wie die kaiserl. Gnadenurkunde v. 7. Juni 1480 bezeugt. Dieser B., Freiherr v. Stättenberg, Hofmarschall und Kämmerer Kaiser Friedrichs und von diesem mit Wappenbriefen, Exemtions- und Bergbau-Privilegien reichlich bedacht, wurde überdies 27. Oct. 1495 von König Maximilian I. (sammt seinem Bruder und ganzer Descendenz) – als Burggraf von Maidburg und Graf von Hardegg und im Machlande – in den Reichsgrafenstand erhoben. Der Güterbesitz war einer der größten in den österreichischen Landen, wie die Urkunde vom 1. Dec. 1499 bezeugt. Heinrich v. Prüschenk – s. 1495 Graf v. Hardegg, in den Kriegen mit Ungarn und in den niederländischen Wirren als habsburg. Kriegsmann oft genannt, zeitweilig Reichshauptmann und Commissär in Italien – war bei Kaiser Friedrich III. und Maximilian I. so beliebt und einflußreich, daß eine historische Anekdote von ihm geläufig blieb, die uns in zwei Versionen vorliegt. Nach der glaubwürdigeren Fassung soll Kaiser Friedrich III. auf die Klage fürstlicher Personen über den Einfluß seines Günstlinges geantwortet haben: „Ich wette, es ist ihm Keiner, der nicht auch einen Prüschenken an seinem Hof habe“; nach der anderen Fassung erscheinen Maximilian I. die Worte in den Mund gelegt: „Es wäre nöthig und nützlich, daß ein jeder Fürst an seinem [456] Hofe einen solchen Prüeschenk hätte.“ Heinrichs Bruder, Sigmund, starb 1502 ohne Erben. So vereinigte Heinrich den ganzen Besitz und hinterließ ihn seinen drei in der Ehe mit Elisabeth, Gräfin von Rosenberg, erzeugten Söhnen, unter welchen Ulrich 1501 die Grafschaft Glatz um 60000 Goldgulden von seinen Schwägern, den Herzogen von Münsterberg-Oels, als Pfandgut erwarb.

Fugger-Birken, Spiegel der Ehren des H. Oe. S. 1081. Gf. Wurmbrandt, Collectanea genealogico-historica ex archivo inclyt. Austriae infer. statuum excerpta fo., Wien 1705, p. 242 ss. Chmel, Materialien, Regg. z. Gesch. König Friedrichs IV.