ADB:Hutten, Johann Georg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Hutten, Johann Georg“ von Wilhelm Heyd in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 462–463, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hutten,_Johann_Georg&oldid=3127557 (Version vom 12. Dezember 2018, 03:44 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Hutten, Philipp von
Band 13 (1881), S. 462–463 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand April 2018, suchen)
GND-Nummer 100296556
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|13|462|463|Hutten, Johann Georg|Wilhelm Heyd|ADB:Hutten, Johann Georg}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=100296556}}    

Hutten: Johann Georg H. wurde den 13. Mai 1755 zu Kirchheim unter der Teck (Württemberg) geboren, wo sein Vater Georg Konrad H. als „Landzahlmeister über die herzoglichen Schäfereien“ angestellt war. Er durchlief die Bildungsanstalten für junge Theologen in seinem Heimathland, folgte aber von der Universität Tübingen weg im Alter von 21 Jahren einem Rufe des Magistrats der freien Reichsstadt Speier, um die von seinem berühmten Landsmann Dav. Christoph Seybold soeben verlassene Stelle eines Gymnasialrectors [463] daselbst einzunehmen, mit welcher später das Ephorat über ein Alumneum verbunden wurde. Der Pädagogik, für welche er in einem Repertorium ein Organ zu gründen versuchte, gab er sich theoretisch und praktisch mit ebenso viel Eifer als Erfolg hin und als das engere Vaterland seine Dienste wieder in Anspruch nahm, gewann es in ihm einen gewiegten Praktiker, der aber auch schon in der wissenschaftlichen Welt durch Schulschriften geschichtlichen und litterargeschichtlichen Inhalts sich Geltung verschafft hatte. Im J. 1790 wurde er Rector der anatolischen Schule zu Tübingen, zwischen 1797 und 1822 aber docirte er an den theologischen niederen Seminarien in Denkendorf, Schönthal und Urach; das Ephorat an dem letztgenannten jedoch mußte er wegen zunehmender Schwäche der Augen niederlegen und starb ganz blind geworden zu Stuttgart am 6. April 1834. Sein Name ist in weiteren Kreisen bekannt durch eine von ihm veranstaltete Ausgabe Plutarch’s (14 Bände, Tüb., Cotta, 1791–1804), welche sich freilich in der Textesgestaltung wie in der Erklärung vielfach an Reiske und Wyttenbach anlehnt und tiefere philologische Gelehrsamkeit vermissen läßt, aber im Einzelnen nicht ohne Verdienst ist. Sie leistete jedenfalls für die Verbreitung eines geläuterten Plutarchtextes unter den Männern der Schule mehr als die Editionen jener großen Philologen, die nur wenigen Begüterten zugänglich waren.

Hutten, Beiträge zur Speyerischen Literaturgeschichte, hauptsächlich in ihrer Verbindung mit der württembergischen, Speyer 1785. Gradmann, Das gelehrte Schwaben, Ravensburg 1802. S. 257 ff. (mit Aufzählung der Schriften Hutten’s). Neuer Nekrolog der Deutschen. Jahrg. 12 (1834) Theil I. S. 312 ff. (gleichfalls mit Bibliographie).