ADB:Ott, Michael

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Ott, Michael“ von Eugen Schneider in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 24 (1887), S. 558–559, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ott,_Michael&oldid=- (Version vom 14. Oktober 2019, 01:31 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Ott, Konrad
Nächster>>>
Otte
Band 24 (1887), S. 558–559 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Dezember 2010, suchen)
GND-Nummer 119779374
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|24|558|559|Ott, Michael|Eugen Schneider|ADB:Ott, Michael}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=119779374}}    

Ott: Michael O. Einer nach ihrer Abstammung von Echterdingen bei Stuttgart sich nennenden, in Tirol geadelten Familie entsprossen, etwa 1479 geboren, war O. seit 1503 oberster Feldzeugmeister Kaiser Maximilians I. Aus dessen Zeit ist nur von ihm bekannt, daß er Tournay mit Erfolg beschoß. Es ist aber als sicher anzunehmen, daß er bei der bedeutenden Verbesserung des Artillerie- und Zeugwesens unter jenem eine leitende Rolle spielte. Nach dem Tode des Kaisers suchte König Franz von Frankreich, als er sich Hoffnung auf die deutsche Krone machte, auch O. in seinen Dienst zu ziehen, der damals (Frühjahr 1519) auf Begehren der österreichischen Regierung in Innsbruck Feldzeugmeister des schwäbischen Bundes gegen Herzog Ulrich von Würtemberg war und namentlich Tübingen belagerte. Trotz glänzender Anerbieten zog O. es vor, beim Hause Oesterreich zu bleiben und ordnete zunächst das Artilleriewesen in den vorderösterreichischen Landen. Nach Karls V. Wahl wurde er zu diesem berufen und hatte für seine Feldzüge den Ueberschlag über das Geschütz und den Schießbedarf zu machen, außerdem für Büchsenmeister [559] und Artilleriepersonen zu sorgen; in ruhigeren Zeiten war sein Sitz in Innsbruck, wo er zugleich das Zeughaus verwaltete. Obwol er, weil er selten seine Besoldung erhielt, sich öfters weigerte, in das Feld zu ziehen, kämpfte er im Kriege gegen König Franz in Burgund und Venetien, gerieth in Mailand in hartes Gefängniß, half dem Truchsessen Georg v. Waldburg 1525 die Bauern niederwerfen und rüstete 1526 in Oesterreich gegen die Türken, 1527 in Ungarn gegen den Woiwoden. Häufige Krankheitsanfälle ließen ihn das Wildbad auf dem Schwarzwald gebrauchen, während er gegen den drohenden Einfall Herzog Ulrichs Anstalten traf. Als er aber auch in Würtemberg, obwol König Ferdinand sich für ihn verwendete, nicht genügend entschädigt wurde, ging er verstimmt nach Innsbruck zurück. Von hier aus suchte er noch einmal im Wildbad Stärkung, starb aber dort wahrscheinlich im Januar 1532.

Acten des Statthaltereiarchivs in Innsbruck. – Bergmann, Medaillen I, 61.