ADB:Albrecht (Herzog von Sachsen-Coburg)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Albrecht, Herzog von Sachsen-Coburg“ von August Beck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 318–319, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Albrecht_(Herzog_von_Sachsen-Coburg)&oldid=- (Version vom 26. Mai 2019, 10:19 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Albrecht der Beherzte
Band 1 (1875), S. 318–319 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Albrecht (Sachsen-Coburg) in der Wikipedia
GND-Nummer 117760846
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|1|318|319|Albrecht, Herzog von Sachsen-Coburg|August Beck|ADB:Albrecht (Herzog von Sachsen-Coburg)}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117760846}}    

Albrecht, Herzog von Sachsen-Coburg, geb. 21. Mai 1648 auf dem Friedenstein zu Gotha, † 6. Aug. 1699 zu Coburg, war ein Sohn Herzog Ernsts des Frommen und der Prinzessin Elisabeth Sophia, der einzigen Tochter des Herzogs Johann Philipp von Sachsen-Altenburg. Er erhielt eine sorgfältige Erziehung, bezog im J. 1666 mit seinem Bruder Bernhard die Universität zu Tübingen und setzte mit demselben seine Studien zu Genf fort. Im J. 1670 unternahm er unter dem Namen eines Grafen von Brehna eine Reise nach Holstein, Dänemark und Schweden, deren Hauptzweck war, das sogen. Collegium Hunnianum zur Annahme zu empfehlen (s. Nicolaus Hunnius). Eine zweite Reise unternahm Prinz A. mit seinem Bruder Heinrich nach den Niederlanden (1672); sie führten den Namen der Freiherrn von Frankenstein. Eine dritte Reise (1673–74) ging wieder nach Dänemark und Schweden. Am 18. Juli 1676 vermählte er sich mit Marie Elisabeth, der Wittwe Herzog Adolf Wilhelms zu Sachsen-Eisenach, einer Tochter Herzog Augusts von Braunschweig und Lüneburg. In demselben Jahre wählte er Saalfeld zu seinem Wohnsitze; aber nach der Theilung des Landes mit seinen sechs Brüdern (1680) schlug er seine Residenz in Coburg auf. Gegen Abtretung des bisher innegehabten saalfeldischen Landestheiles, hatte er zu seinem siebenten Theile erhalten: Amt und Stadt Coburg, das Gericht Rodach, Amt und Stadt Neustadt, das Gericht und die Stadt Sonneberg, das Kloster Mönchröden, das Amt Sonnefeld und die Amtsverwaltung Neuhaus. Alle diese Theile waren nach damaligem Werthe zu 16890 Fl. veranschlagt. Nach dem Tode seiner Gemahlin (15. Febr. 1687) vermählte er sich zum zweiten Male mit der Gräfin Susanne Elisabeth von Kempinzky (24. Mai 1688), die Kaiser Leopold I. in den Reichsgrafenstand erhob. Sie starb kinderlos am 2. Dec. 1707.

Im J. 1689 half Herzog A. die von französischen Truppen besetzte Stadt Mainz und die Hauptfestung Bonn mit erobern, und als fein Bruder, Herzog Friedrich I. von Sachsen-Gotha und Altenburg, 1691 gestorben war, erhielt er als ältester Fürst im sachsen-ernestinischen Hause das Hauptdirectorium und das Senioratsamt Oldisleben. Herzog A. starb ohne Kinder zu hinterlassen. [319] Ueber die Vertheilung seiner Länder entstanden heftige Streitigkeiten zwischen Gotha, Meiningen, Eisenberg, Römhild, Hildburghausen und Saalfeld, die nach dem baldigen Absterben der Herzöge Heinrich zu Römhild und Christian zu Eisenberg unter dem Namen des Coburg-Eisenberg- und Römhildischen Successionsstreites bekannt sind. Die außerordentliche Vorliebe für das Militär und die Ausführung großer Bauten hatten den Herzog in Schulden gestürzt; ein nennenswerthes Verdienst hat er sich durch die Einrichtung der ersten fahrenden Post erworben.

S. Johann Gruner’s Biographie Herzog Albrechts. 1788.