ADB:Ankershofen, Gottlieb Freiherr von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Ankershofen, Gottlieb“ von Franz von Krones in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 466–467, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ankershofen,_Gottlieb_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 26. Oktober 2020, 22:49 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Anker, Mathias
Band 1 (1875), S. 466–467 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Gottlieb von Ankershofen in der Wikipedia
GND-Nummer 117762970
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|1|466|467|Ankershofen, Gottlieb|Franz von Krones|ADB:Ankershofen, Gottlieb Freiherr von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117762970}}    

Ankershofen: Gottlieb Freiherr von A., geb. 22. Aug. 1795, † 6. März 1860. Sohn des Rathes der kärntnischen Landeshauptmannschaft, Gottlieb Karl Frh. v. A., geb. zu Klagenfurt; studirte am Gymnasium daselbst, dessen Leitung seit 1807 die ersten aus dem säcularisirten Stifte St. Blasien im Schwarzwalde nach Kärnten übersiedelnden Benedictiner übernommen hatten. Durch einen dieser wissenschaftlichen, regsamen Priester, P. Ambros Eichhorn, den Bearbeiter des „Episcopatus Curiensis“ und anerkannten Forscher im Gebiete der ältern Kärntner Geschichte für historische Studien gewonnen, faßte er zugleich den Entschluß, in das Benedictinerkloster St. Paul im Lavantthale (1811) als Novize einzutreten, um hier, unter der Leitung des St. Blasianer Priesters Trudpert Neugart, Herausgeber des „Episcopatus Constatiensis“ und ebenso wie sein Klostergenosse Eichhorn für kärntnische Geschichte thätig, ferner dessen Lieblingsschüler Fr. Grüninger, – tüchtige historische, besonders diplomatische Studien zu treiben. Auf den Wunsch der Eltern entsagte jedoch schon das Jahr darauf A. der geistlichen Laufbahn, machte seine Universitätsstudien in Graz, trat 1830 in den Staatsdienst, durch landständische Wahl in den großen ständischen Ausschuß (1836) und sammelte in den Mußestunden mit unermüdlichem Fleiß das Material zu seinem „Handbuche der Geschichte Kärntens“, das er, zufolge der allzubreiten, urkundenschweren Anlage in 2 Abtheilungen (4 Bänden), blos bis 1122, d. i. bis zum Herzogthume der Sponheim-Ortenburger fortführen konnte. A. wurde ein thätiges Mitglied des kurzlebigen „historischen Vereines [467] für Steiermark, Kärnten und Krain“ (1839 vom Erzh. Johann angeregt), der sich eigentlich erst 1843 als „historischer Gesammtverein für Inner-Oesterreich“ constituirte und als Filiale den „historischen Provinzialverein für Kärnten“ in sich schloß. Dieser emancipirte sich 1849 als selbständiger Verein, was hauptsächlich A. herbeiführte. Er blieb nun die Seele dieses Vereins und bis zu seinem Tode der eifrigste Leiter und Mitarbeiter des „Archivs für vaterländische Geschichte und Topographie“ als des Vereinsorganes. Ebenso rührig war er als Conservator (der „k. k. Centralcommission z. Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale“) für Kärnten (seit 1853). Jedenfalls begründete A. die neue Aera kärntnischer Geschichtsforschung auf urkundlicher Grundlage, regte allseitig an und begründete durch umfassende Sammlungen die Bibliothek und Urkundensammlung des Geschichtsvereins; desgleichen wirkte er im Interesse der Landesarchäologie. Außer seinem „Handbuche der Geschichte des Herzogthums Kärnten“, Klagenfurt 1850 ff. 8°. 4 Bde. in 2 Abth. verfaßte er eine lange Reihe von Regesten, Detailuntersuchungen zur Geschichte Kärntens, archäologische Aufsätze in verschiedenen Zeitschriften (s. die Zusammenstellung in der Brochüre „Gottlieb Freiherr von Ankershofen“, biographische Skizze von Fh. v. Gallenstein. Klagenfurt 1860, 8°, 52 SS.).

Zu vgl. Almanach der k. k. Akad. der Wiss. Wien II. J. 1852. S. 92. 213; V. Jahrg. 1855 S. 179. X. Jahrg. 1860 S. 86–88 (Nekrolog).