ADB:Auffenberg, Joseph Freiherr von

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Artikel „Auffenberg, Joseph Freiherr von“ von Karl Friedrich Ludwig Goedeke in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 654–655, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Auffenberg,_Joseph_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 16. Juni 2019, 01:30 Uhr UTC)
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Auffenberg: Joseph Freiherr v. A., dramatischer Dichter, geb. zu Freiburg 25. Aug. 1798, † 25. Dec. 1857. Er studirte zu Freiburg seit 1813 die Rechte, unterbrach aber das Studium, um 1815 mit einem Freunde nach [655] Griechenland zu gehen. Doch kamen beide nur bis nach Oberitalien und kehrten von dort in zerrüttetem Zustande zurück, worauf A. Militärdienste in Oesterreich nahm, aber bei einem Besuche in Wien, von Schreyvogel aufgemuntert, den Entschluß faßte, sich ganz der Dramatik zu widmen. Auf Wunsch seines Vaters, eines fürstenbergischen Hofmarschalls, kehrte er nach Baden zurück und trat als Lieutenant in das badische Gardeducorps. Seit 1822 beim Hoftheatercomité in Karlsruhe beschäftigt und bald Präsident desselben machte er, nachdem das Comité 1832 aufgelöst worden, eine Reise nach Spanien, auf der er vor den Thoren Valencias mörderisch angefallen, mit 23 Wunden in das Hospital del Cid aufgenommen und unter der Pflege barmherziger Schwestern hergestellt wurde, wie er in seiner lebhaft und anschaulich geschriebenen „Humoristischen Pilgerfahrt nach Granada und Cordova“ (Stuttg. 1835) berichtet. Er setzte zum Dank das Hospital zum Erben seines Nachlasses ein. Er starb als badischer Hofmarschall. Seine dramatischen Dichtungen entlehnen ihren Stoff gern aus entlegenen Zeiten und Ländern und behandeln dieselben mehr rhetorisch als dramatisch, offenbar nach dem Muster Schiller’s, aber darin unähnlich, daß sie nirgends einen nationalen Zug herauszufinden und wirksam zu machen wissen. Zu nennen sind das Trauerspiel „Pizarro“ (Bamberg 1823), „Die Flibustier“, „Coligni“, „Wallas“, „König Erich“, „Das Opfer des Themistokles“, die nach Walter Scott gearbeiteten Schauspiele „Fergus Mac Ivor“ und „Der Löwe von Kurdistan“, besonders aber das dreitheilige dramatische Gedicht: „Alhambra“ (Karlsr. 1829–30. 3 Bde.), das eher ein dialogisirter Roman als eine Trilogie genannt werden kann. Auch einen Roman verfaßte er: „Die Furie von Toledo“ (Karlsr. 1832). Seine sämmtlichen Werke erschienen in 3 Ausgaben (Wiesbaden 1843–45. 20 Bde.; 1846. 21 Bde. und 1855. 22 Bde.). – Vgl. Theater-Lexikon. Altenb. 1839. 1. 164. Goedeke, Bd. 3. 882 f.

Von einem älteren Benedict v. A. erschien zu Wien eine Gedichtsammlung „Poet. Versuche“ (1789) und, mit Gruber und Schleifer gemeinsam: „Denkmal der Freundschaft“ (1792). Auch ist er Verfasser eines dramatischen Sittengemäldes „Amalie von Nordenfeld oder die Freimaureraufnahme“ (1794).