ADB:Bülow, Dietrich von

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Artikel „Dietrich, Bischof von Lebus“ von Theodor Hirsch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 182–183, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:B%C3%BClow,_Dietrich_von&oldid=- (Version vom 16. Juli 2019, 07:08 Uhr UTC)
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Dietrich, Bischof von Lebus, aus dem Hause Bülow, Sohn des Ritters Friedrich v. Bülow auf Wehningen, braunschweigischen und mecklenburgischen Rathes, auf den mecklenburgischen Gütern seines Vaters 1460 geboren, hat sich um die Förderung des Humanismus in der Mark verdient gemacht. Nachdem er auf mehreren ausländischen Universitäten studirt und in Bologna die Doctorwürde beider Rechte erlangt hatte, kam er an den Brandenburger Hof und wurde des Kurfürsten Johann Cicero Rath, auf dessen nachdrückliche Empfehlung er 1490 an Stelle des bereits gewählten, aber zum Verzicht genöthigten Günther v. Bünau, Bischof von Lebus wurde. Auch als Bischof wurde er von den Kurfürsten Johann und Joachim I. in wichtigen diplomatischen Geschäften hinzugezogen und 1521 von dem zum Reichstage nach Worms reisenden Kurfürsten als Statthalter der Mark zurückgelassen. Zeugnisse seiner Theilnahme an den humanistischen Bestrebungen seiner Zeit bieten die Verehrung, welche Ulrich v. Hutten ihm als seinem väterlichen Freunde und seinem Beschützer gegen die Verfolgung seiner Greifswalder Feinde in der ihm gewidmeten Elegie zollte, seine mit dem Abt Johann Tritheim gewechselten lateinischen, launig abgefaßten Briefe, in denen er als ein Sammler seltener Handschriften und Freund gelehrter Untersuchungen, die sich bis auf den Jamblichus, Proclus und Philostratus erstrecken, hervortritt, seine Bemühungen drei junge Edelleute seiner Verwandtschaft, [183] von denen er zwei nach Italien sandte, für gelehrte Studien zu gewinnen, endlich seine Betheiligung an der Gründung der Universität Frankfurt a/O. 1506, zu deren erstem Kanzler er vom Kurfürsten ernannt wurde. Eigene litterarische Thätigkeit gibt sich nur in den von ihm durch den Druck veröffentlichten liturgischen Büchern seiner Diöcese kund. Mit seiner Universität und seinem Kurfürsten Joachim theilte er die Abneigung gegen die von Wittenberg ausgegangene religiöse Bewegung. Er † 1. Octbr. 1523.

S. W. Wohlbrück, Gesch. des ehemaligen Bisthums Lebus, Th. 2.