ADB:Buno, Konrad

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Artikel „Buno, Konrad“ von Paul Zimmermann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 47 (1903), S. 368–369, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Buno,_Konrad&oldid=- (Version vom 18. Juni 2019, 13:23 Uhr UTC)
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Buno: Konrad B., Kupferstecher, † am 22. Mai 1671. Wenn die Angabe richtig ist, daß er ein Bruder des Rectors Joh. Buno in Lüneburg war, so stammte er aus Frankenberg in Hessen und war der Sohn des dortigen Rathsverwandten Ludwig B. und seiner Gemahlin Elisabeth, einer Tochter des Pfarrers Helffreich zu Münden an der Werra. Da der Großvater von Vatersseite, fürstlich hessischer Rath, ebenfalls den Vornamen Konrad führte, so dürfen wir wol annehmen, daß unser Konrad B. älter als sein Bruder Johann (geboren am 14. Februar 1617), also spätestens 1616 geboren war (Bertram, Evang. Lüneburg S. 683). Gegen das Jahr 1640 erscheint er in der Stadt Braunschweig. Hier wird er für den am 24. April 1639 verstorbenen Pastor Joachim Jordan in der Katharinenkirche ein Denkmal, die mit „Conradt Baun“ unterzeichnete Messingplatte angefertigt haben. Schon früher trat er in Beziehung zu dem gelehrten Herzoge August; denn im April 1649 rühmt er sich, diesem „nunmehr an die elf Jahr“ gedient zu haben. Schon 1641 widmete er ihm einen in Gosky’s Arboretum S. 229 veröffentlichten Kupferstich auf den Einzug des Fürsten in seine Stadt Wolfenbüttel, der in Wirklichkeit erst 1643 geschah. In diesem Jahre wurde B., der des Herzogs chalcographus genannt wird, ein Zimmer im fürstlichen Schlosse angewiesen. Er scheint damals auch Oelbilder gefertigt zu haben. Bekannt sind von B. nur Kupferstiche, die er großentheils im Auftrage des Herzogs, den er selbst wiederholt abbildete, angefertigt hat. Ist B. auf seinem Gebiete auch kein großer Künstler gewesen, so entbehren doch viele seiner Blätter keineswegs einer höheren Auffassung, und hat er sich stets als ein gewissenhafter und fleißiger Arbeiter erwiesen. Im J. 1649 begründete er mit Herzog August’s Bewilligung ein selbständiges Geschäft, indem er, wie viele andere Kupferstecher, mit dieser Thätigkeit eine Verlagsbuchhandlung und einen offenen Buchladen, den ersten in Wolfenbüttel, verband. Am 25. September desselben Jahres verheirathete er sich mit Agnes Anna Wichmann, der Tochter des fürstlichen Commissärs und Bürgermeisters Henning W. in Wolfenbüttel. Doch kam das neue Geschäft zunächst kaum in Gang, da B. die nächsten Jahre (1650–53) fast ganz durch die Herstellung der Zeichnungen für die von Merian verlegte Braunschweig-Lüneburgische Topographie in Anspruch genommen wurde. Für diese hat er von Ort zu Ort reisend mit großem Fleiße die sämmtlichen Ortschaften gezeichnet, die dann von Merian in Frankfurt a. M. in Kupfer gestochen wurden. Dann nahm er den alten Plan wieder auf. [369] Im J. 1655 eröffnete er wirklich einen Buchladen und bezog er zum ersten Male mit seinen Verlagswerken die Frankfurter Messe. Da ihm durch die Reisenden der fremden Buchhändler empfindlicher Eintrag geschah, so erwirkte er sich 1665 ein Privilegium, das jenen den Verkauf von Büchern nur zur Zeit der Jahrmärkte oder auf besondere Erlaubniß gestattete. Auch im städtischen Gemeinwesen nahm B. anscheinend eine geachtete Stellung ein. Er wird 1665 Mitglied des Raths geworden sein, und als er am 22. Mai 1671 starb, wird er auch Rathskämmerer genannt. Seine Wittwe überlebte ihn bis zum 26. November 1691.

Woltereck, Begräbniß-Buch der Kirchen B. M. V. zu Wolfenbuettel (Helmst. 1747). – Herzogl. Landeshauptarchiv in Wolfenbüttel.