ADB:Carpov, Jakob

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Carpov, Jakob“ von Burckhardt. in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 8–9, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Carpov,_Jakob&oldid=- (Version vom 15. Oktober 2019, 16:48 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Carpser, Peter
Band 4 (1876), S. 8–9 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Jakob Carpov in der Wikipedia
GND-Nummer 12046800X
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|4|8|9|Carpov, Jakob|Burckhardt.|ADB:Carpov, Jakob}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=12046800X}}    

Carpov: Jakob C., geb. am 29. September 1699 zu Goslar, † 9. Juni 1768 zu Weimar, Sohn des Conrectors Augustin C., wurde in seiner Vaterstadt und auf dem Gymnasium zu Gotha für die akademischen Studien vorbereitet, besuchte 1721 die Universität Halle, 1722 Jena, wo er fast ausschließlich sich theologischen und philosophischen Studien hingab. Nach seinem Triennium ging [9] er im Streben nach allseitiger gelehrter Bildung zur Jurisprudenz über, während er die Zustimmung seines Vaters zum Studium der Medicin nicht erlangen konnte. – 1725 erwarb er sich zu Jena die Magisterwürde und das Recht zu akademischen Vorlesungen, die, namentlich jene über die Wolff’sche Philosophie, großen Beifall fanden, obwol sie ihn in heftige Streitigkeiten verwickelten, weil er die Theologie streng philosophisch behandelte. Nur der Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar stützte seine Ansichten und gab ihm Gelegenheit, in Weimar den ersten Theil seines theologischen Werkes auszuarbeiten, wohin er auch seine studirenden Anhänger zog, die seinen Vorlesungen zu folgen bemüht waren, bis er 1737 zum Rector des Gymnasiums ernannt, sich unter Ablehnung verschiedener ehrenvoller Berufungen ganz dieser Stellung hingab. Zunächst wurde er 1742 ausschließlich Lehrer der Mathematik, endlich 1745 Director der Anstalt, der er bis zu seinem Tode mit unermüdlichem Eifer seine Thätigkeit widmete. Carpov’s litterarische Thätigkeit war eine außerordentliche. Vorzüglich Bedeutung hatte seine „Oeconomia salutis novi testamenti“ in vier starken Bänden, in welcher er die streng demonstrative oder mathematische Methode auf die Dogmatik anwandte und deshalb in heftige litterarische Fehden verwickelt wurde. Seine von 1724–1767 erschienenen kleineren und größeren Arbeiten, 68 an der Zahl, sind mehrfach von seinen Biographen aufgezählt, dem Inhalte nach am ausführlichsten in Strodtmann’s „Neuem gelehrten Europa“ besprochen, wo sich auch die eingehendsten Nachrichten von seinen Lebensumständen finden, aus denen die übrigen Biographien hervorgegangen sind. Trotzdem sind sie nicht erschöpfend zu nennen, da selbstverständlich die weimarische Thätigkeit Carpov’s sich nur mit Hülfe des weimarischen Staatsarchivs darstellen lassen wird, in welchem reiches biographisches Material noch unbenützt vorliegt.

Strodtmann’s Neues gelehrtes Europa Theil I. 448–520. Wolfenbüttel 1752. Hirsching’s Histor.-litter. Handbuch berühmter und denkw. Personen. Leipzig 1794. Bd. I. Döring, Die gelehrten Theologen Deutschlands. Neustadt a. O. 1831. Bd. I.
Burckhardt.