ADB:Donner, Matthäus

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Artikel „Donner, Matthäus“ von Heinrich Kábdebo in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 334–335, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Donner,_Matth%C3%A4us&oldid=- (Version vom 20. Oktober 2019, 21:56 Uhr UTC)
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Donner: Matthäus (eigentlich Mathias) D., berühmter Stempelschneider; geb. am 29. Aug. 1704 zu Eßlingen im Marchfelde (Niederösterreich), † am 26. Aug. 1756 zu Wien. – Mathias oder wie er sich später nannte Matthäus, war der jüngere Bruder Raphaels (s. u.), er verlor frühzeitig (1714) seinen Vater, kam später zu seinem Bruder und war bis um das J. 1730 dessen Schüler und Gehülfe. Nachdem er sich in der Bossir- und Modellirkunst die entsprechende Fertigkeit angeeignet hatte, trat er als Scholar der Graveurkunst in das k. k. Münzhaus zu Wien; vom Hofe fortwährend unterstützt, entwickelte sich sein Talent in den nächstfolgenden Jahren zur schönsten Blüthe. Schon im J. 1735 schnitt er einige Medaillen, die seine Kunstfertigkeit vollkommen zur Geltung bringen; im J. 1736 wurde er Münzeisenschneider, in welcher Stellung er 1740 die Professur der Bildhauerkunst an der k. k. Akademie erhielt; später avancirte er zum Münzgraveur, Scholarendirector und Obermünzeisenschneider und wurde endlich k. k. Kammermedailleur. Sein Medaillenwerk beläuft sich nach meiner Zusammenstellung auf 46 Nummern, lauter musterhafte Arbeiten. Die Zeichnung derselben ist streng correct, ja bei einigen von wahrhaft classischer Schönheit, gleiche Meisterschaft wie in der Zeichnung und Modellirung bekundete er auch in der Ausführung, besonders aber trat sie in den Brustbildern seiner Medaillen zu Tage, deren einige zu den gediegensten Leistungen der Hochprägekunst zu zählen sind. In dieser Beziehung sind hauptsächlich hervorzuheben: die Medaille auf die vollzogene Krönung Maria Theresiens in Ungarn und Böhmen, die Denkmünze auf die Erbauung des Elisabethinerinnenklosters zu Linz (1745), deren Aversstempel, den Kaiser und die Kaiserin darstellend, wegen seiner vorzüglichen Ausführung später wiederholt verwendet wurde; endlich ist auch die Erinnerungsmedaille an Kaiserin Elisabeth, als Wittwe Karls VI., von besonderer Schönheit. Das erste Stück aus Donner’s [335] Werk ist vom J. 1735, sein letztes von 1756; seine Medaillen bewegen sich größtentheils zwischen 45 und 60 mm., doch hat er auch größere Stücke bis zu 110 mm., wie auch kleinere bis zu 20 mm.; er bezeichnete nahezu sämmtliche Medaillen entweder mit seinem Monogramm: M. D., MD., M. D. F., oder seinem vollen Namen. Viele seiner Stücke sind in dem Manuscript der Erzherzogin Maria Anna, einer Tochter der Kaiserin Maria Theresia, welches später unter dem Titel: „Schau- und Denkmünzen, welche unter der glorreichen Regierung der Kaiserin Maria Theresia gepräget worden sind“ (Wien 1782 f.) erschien, abgebildet; die Erzherzogin nennt ihn nie anders als den „künstlichen Donner“.

Tauf-Protocoll der Pfarre Groß-Enzersdorf. – K. K. Hof-Kammer-Archiv. – Archiv des k. k. Münz-Amtes. – Todtenprotocoll Nr. 58 (1756) der Stadt Wien; ausführlichere Besprechung seines Lebens und seiner Thätigkeit in meiner demnächst erscheinenden Skizze: Zur Geschichte einiger Wiener Stempel- und Edelsteinschneider.