ADB:Eichberger, Josef

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Eichberger, Joseph“ von Joseph Kürschner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 721–722, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Eichberger,_Josef&oldid=2494815 (Version vom 20. September 2017, 07:36 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 5 (1877), S. 721–722 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Josef Eichberger senior in der Wikipedia
GND-Nummer 130803839
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|5|721|722|Eichberger, Joseph|Joseph Kürschner|ADB:Eichberger, Josef}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=130803839}}    

Eichberger: Joseph E., namhafter Sänger, geb. 26. November 1801 zu Sbirow bei Prag, † 5. März 1862 zu Bremen. Reicher beanlagt als musikalisch ausgebildet überraschte E. besonders durch den Wohlklang und eine geradezu [722] bewunderungswürdige Ausdauer seines geschmeidigen Organs, das ursprünglich die Sopranlage beherrschte, dann aber in Baß mutirte, um sich schließlich zu einem schönen vollen Tenor zu entwickeln. E. hatte sich eigentlich der Wissenschaft widmen wollen und bereits in Prag philosophische Studien begonnen, als er, veranlaßt durch seine reichen stimmlichen Mittel, am 17. Sept. 1823 als Don Octavio die Bühne betrat. Nach vorübergehendem Aufenthalt in Wien folgte er 1824 Babnigg’s Engagement-Anerbieten nach Pest, sang im folgenden Jahr und bis 1826 in Ofen, nahm hierauf von 1826–1829 am k. k. Hoftheater an dem Kärnthner Thor in Wien unter Duport Engagement und folgte 1829 einem Ruf an das Hoftheater zu Kassel, wo er bis 1831 neben Wild thätig war und hier auch Gelegenheit zu schauspielerischer Ausbildung fand. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß er während dieser Periode, im Juli 1830, neben der Schröder-Devrient in Paris erfolgreich auftrat. Von 1831–1832 Mitglied des Kölner Theaters, folgte er dessen Director Ringelhardt nach Leipzig, genoß hier während dreier Jahre die ausgezeichnetste Gunst des Publicums und schied erst von dieser Stätte seiner Wirksamkeit, als ihn Spontini nach einem erfolgreichen Gastspiel in Berlin für die dortige Hofbühne engagirte. Durch Mantius’ wachsende Bedeutung einigermaßen zurückgesetzt, vertauschte E. Berlin mit Mainz, gastirte in London, trat von 1842–1843 in Bamberg und Meiningen auf und übernahm im folgenden Jahre die Direction der Bühne erstgenannter Stadt. Süddeutschland den Rücken wendend, zog E. 1844 nach Königsberg, von hier 1847 nach Riga und nahm 1848 im September auf dem Königsberger Theater anläßlich seines 25jährigen Jubiläums Abschied von den Brettern. Fortan als Gesanglehrer thätig verlebte er den Abend seines Lebens in Königsberg, Tilsit, Danzig und Bremen, wo er verstarb. Als die vorzüglichsten Leistungen seines umfangreichen Repertoirs nennen competente Richter: Licinius, Diavolo, Nadori, Hüon, Masaniello, Joh. von Paris, Othello, Cortez, Max, Almaviva, Robert, Adolar, Zampa, Murney und Cleomenes.