ADB:Feuerlein

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Artikel „Feuerlein“ von Julius August Wagenmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 754–755, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Feuerlein&oldid=- (Version vom 16. September 2019, 12:59 Uhr UTC)
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Feuerlein, eine fränkische Theologenfamilie, aus der besonders zu nennen: Konrad F., geb. zu Schwabach den 28. Nov. 1629 als Sohn eines Rathsherrn und Bierbrauers; mußte sich in der damaligen Kriegsnoth nach Nürnberg flüchten; widmete sich anfangs mit Vorliebe der Musik, studirte später unter vielen Nöthen und Entbehrungen in Jena, Leipzig, Wittenberg, Helmstädt, promovirte in Jena, wurde 1633 Prediger in Eschenau, Fürth, zuletzt 1663 Diaconus und Pastor in Nürnberg an verschiedenen Kirchen, 1683 Antistes des Ministerii und Stadtbibliothekar und starb nach einer mehr als 50jährigen ehrenvollen und gesegneten Wirksamkeit den 28. Mai 1704. Er schrieb geistliche Lieder, Vorreden zu Gesangbüchern und Bibelausgaben, insbesondere aber zahlreiche Predigten und Casualreden im Geschmack seiner Zeit, z. B. 143 Predigten über die Plagen Egypti, 38 Predigten über Israels Durchgang durchs rothe Meer etc.

Pipping, Mem. theol. 1707, p. 1534 ss.; Will, Nürnb. Gelehrtenlex.

Sein Sohn war Johann Konrad F., geb. am 5. Jan. 1656 in Eschenau, † am 3. März 1718 in Nördlingen. Nachdem er seine Vorbildung auf dem Gymnasium zu Nürnberg erhalten, studirt er 1674 ff. in Altorf, wird 1678 Magister, setzt seine theologischen Studien fort zu Jena 1678–80 unter Baier, Musäus, Bechmann etc., macht 1681 eine wissenschaftliche Reise durch Deutschland, Holland, England, wird 1683 ff. Prediger in Nürnberg an verschiedenen Kirchen, zuletzt Antistes und Inspector des Gymnasiums, folgt 1709 einem Rufe nach Nördlingen als Pastor, Superintendent, Consistorialassessor und Inspector der lateinischen und deutschen Schulen. Nachdem er auch hier wie in Nürnberg „große Erbauung und viel Gutes gestiftet“, starb er in Folge [755] eines Schlagflusses. Er schrieb eine Dissertation über den Beweis für die Unsterblichkeit aus der Immaterialität der Seele, 1681, zahlreiche Predigten und Erbauungsschriften, besonders 242 Predigten über die 4 Novissima: Tod, Weltende, Seligkeit und Verdammniß, 1694–1703 in 4., auch einige theologische Streitschriften, eine Geschichte des Nürnberger Gymnasiums, 1699 und anderes. Sein Sohn ist der Altorfer und Göttinger Professor Jakob Wilhelm F. (s. o.).

Ehrengedächtniß des Herrn J. K. Feuerlein’s , 1718, 4., wie ein von ihm selbst aufgesetzter Lebenslauf. – Außerdem vgl. Will, Nürnb. Gelehrtenlex. Th. I. S. 407 ff.