ADB:Fischer, Michael Gotthard

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Artikel „Fischer, Michael Gotthard“ von Moritz Fürstenau in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 7 (1878), S. 80–81, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Fischer,_Michael_Gotthard&oldid=- (Version vom 18. April 2019, 11:12 Uhr UTC)
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Band 7 (1878), S. 80–81 (Quelle).
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Fischer: Michael Gotthard F., geboren im Dorfe Albach bei Erfurt, nach Gerber ums J. 1764, nach dem Neuen Nekrolog der Deutschen (VII. 90) am 3. Juni 1773, kam 1784 nach Erfurt ins Sängerchor und besuchte später, da er sich dem Lehrerfache widmen wollte, das dortige Seminar. Hier unterrichtete ihn der berühmte Schüler Bach’s, J. Ch. Kittel, im Orgelspiel und im Contrapunkt, wodurch der Grund zu Fischer’s Bedeutung als Componist und Orgelspieler gelegt wurde. Nachdem er wahrscheinlich als Lehrer einige Zeit in Jena gelebt hatte, wurde er, als Häßler 1790 nach Rußland ging, vom kunstsinnigen Freiherrn v. Dalberg, damals kurfürstl. mainzischer Statthalter zu Erfurt, dorthin als Concertmeister, Organist an der Barfüßerkirche und Dirigent der Winterconcerte berufen. Später wurde er Organist an der Predigerkirche und 1816 noch Lehrer des Generalbasses und Orgelspiels am Erfurter Lehrerseminar. Ein seit 1814 auftretendes heftiges Gichtleiden verbitterte ihm seinen Lebensabend und hinderte ihn zuletzt auch an der Ausübung seiner Kunst; er starb am 12. Januar 1829. Seine zahlreichen Vocal- und Instrumentalcompositionen sind bis auf die für Orgel vergessen. Es befinden sich darunter Motetten und Arien [81] für Singechöre, 12 Gesänge zur geselligen Freude, Quintetten und Quartetten für Streichinstrumente, Sinfonien für Orchester, Sonaten für Pianoforte, Concerte für Clarinette, Fagott etc. Als Orgelcomponist ist er von entschiedener, jetzt noch nicht überholter Bedeutung; namentlich ist er Meister in Beherrschung kleinerer Formen (Vorspiele etc.). Von seinen trefflichen Orgelsachen müssen besonders 12 Orgelstücke (op. 4, Erfurt 1802) erwähnt werden, die Kittel gewidmet sind. Ein evangelisches Choralmelodienbuch, vierstimmig ausgesetzt mit Vor- und Zwischenspielen erschien 1821 in Gotha bei Perthes. In den 1840er Jahren veranstaltete die Musikalienhandlung von Körner in Erfurt eine Gesammtausgabe der Fischer’schen Orgelwerke unter folgendem Titel: „Classische Orgelcompositionen zum Studium und zum Gebrauche beim öffentlichen Gottesdienste. Neue correcte Gesammtausgabe“ (9 Hefte). Das Choralmelodienbuch in dieser Ausgabe ist redigirt von M. A. G. Ritter.