ADB:Fleck, Ferdinand Florian

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Artikel „Fleck, Ferdinand Florens“ von Clemens Brockhaus in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 7 (1878), S. 107–108, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Fleck,_Ferdinand_Florian&oldid=2492679 (Version vom 16. Dezember 2017, 03:17 Uhr UTC)
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Band 7 (1878), S. 107–108 (Quelle).
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Fleck: Ferdinand Florens F., evangelischer Theolog, geb. zu Dresden 5. April 1800, bezog 1819 die Universität Leipzig, wo er sehr bald die Jurisprudenz mit der Theologie vertauschte, um dann in Halle von 1821 an weiter zu studiren. 1823 zum Doctor der Philosophie promovirt, habilitirte er sich 1826 in Leipzig und wurde 1828 Baccalaureus, 1835 Licentiat und 1839 Ehrendoctor der Theologie von der Universität Rostock. Neben seiner akademischen Thätigkeit versah er das Amt eines Vespertiners an der Universitätskirche. 1831–34 hatte er eine wissenschaftliche Reise hauptsächlich nach Italien unternommen, die er in einem zweibändigen Werke „Wissenschaftliche Reise durch das südliche Deutschland, Italien und Frankreich“ beschrieb, und deren wissenschaftliche Frucht, nach Einsicht des handschriftlichen Materials sein „Testamentum novum Vulgatae editionis juxta textum Clementis VIII Romanum ex typogr. Apost. Vatic. A. 1592 accurate expressum etc.“ war. 1834 zum außerordentlichen Professor ernannt, wurde er Ostern 1847 nach Gießen berufen, wo er am 25. Juni 1849 starb. F. gehörte einer milden versöhnlichen Richtung an. Er nannte seinen Standpunkt selbst den eines supranaturalen Rationalisten. Als theoretischer Theolog hatte er einen starken Zug zum Praktischen. Seine litterarischen Arbeiten (aufgezählt von Schütz, in der Ausgabe von Fleck’s letzter Schrift „Der Krieg und der ewige Frieden“. Vorrede pag. LII ff.), sind exegetische, so die Dissertation „De regno divino liber exegeticus historicus quatuor evangelistarum doctrinam complectens“, 1829. Dazu noch die Aufsätze über biblische Theologie, die sich in den theologischen Studien und Kritiken Jahrgang 1831 und im Journal für Prediger 1835, 1–30 finden und als Hauptwerk die schon erwähnte Ausgabe der Vulgata; kirchenrechtliche: so die anonym erschienene Schrift „Ueber die Gleichstellung der Protestanten und Katholiken in den deutschen Bundesstaaten etc.“, 1828, in der er freimüthig den Rechten der Protestanten gegenüber der ungerechten Begünstigung der Katholiken in Sachsen das Wort redet; apologetische: so die „Vertheidigung des Christenthums mit Hinblick auf Strauß und die geistverwandte Richtung“, 1842, in der er für den historischen Christus auftritt; dogmatische: so sein Hauptwerk „System der christlichen Dogmatik mit besonderer Beziehung auf die religiösen und speculativen Zustände des Zeitalters“, wovon nur der erste Theil: „Philosophie und [108] Theologie im Widerspruch und höherem Einklang“, 1846, erschien; eine ernste und gediegene Arbeit, in der namentlich die Schilderung des Standpunktes der Philosophie zum Christenthum (§. 6 bis §. 15) klar und übersichtlich geschrieben und außerdem die milde und besonnene Vertretung des Offenbarungsglaubens zu rühmen ist. Zu diesen Arbeiten kommen, theilweise angeregt durch die politischen Verhältnisse der Jahre 1848 und 1849, die innig berührten, die Schriften „Noth und Trost dieser Zeit“ und seine letzte Arbeit „Der Krieg und der ewige Friede“, eine übersichtliche Zusammenstellung der Theorien über Berechtigung und Nothwendigkeit des Krieges. Außerdem sind einige akademische Reden in Leipzig und Gießen gehalten gedruckt worden. Das Bild des edlen, milden Mannes hat F. A. Schütz aus persönlichen Berührungen sehr anziehend geschildert in der von ihm herausgegebenen Fleck’schen Schrift, „Der Krieg und der ewige Friede“, 1849, Vorrede.