ADB:Friedrich (Herzog von Mecklenburg-Schwerin)

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Artikel „Friedrich, Herzog von Mecklenburg-Schwerin“ von Ludwig Fromm in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 7 (1878), S. 558, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Friedrich_(Herzog_von_Mecklenburg-Schwerin)&oldid=2490337 (Version vom 16. Dezember 2018, 08:48 Uhr UTC)
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Friedrich, Herzog von Mecklenburg-Schwerin, geb. am 9. Novbr. 1717, folgte seinem Vater, dem Herzoge Christian Ludwig II. am 30. Mai 1756 in der Regierung. Er fand zwar durch den Erbvergleich vom J. 1755 die vieljährigen inneren Streitigkeiten beigelegt, sonst aber einen sehr traurigen Zustand des Landes vor, über das nun noch die Leiden des siebenjährigen Krieges kamen, in den der Herzog wider seinen Willen hineingezogen wurde. Preußen hatte nämlich seit Jahren in Mecklenburg für eine Armee Menschen rauben lassen, worüber sich schon Christian Ludwig am 12. Jan. 1754 gegen Friedrich d. Gr. beschwert hatte. Damals schon behauptete der Herzog, daß viele Tausende der kräftigsten Leute aus dem Lande geraubt worden seien. Diese Vergewaltigungen wurden nun in schonungslosester Weise fortgesetzt und dies war die Veranlassung, daß Herzog F. sich an die Feinde Friedrichs d. Gr. schloß, ohne aber zu rüsten. Er schloß nämlich im März 1757 ein Bündniß mit den Schweden und mit Frankreich, welches ihm Subsidiengelder zahlte, zwar nicht zur thätigen Theilnahme am Kriege, aber doch zu dem Zwecke, daß er den damals im Besitz der Stadt Wismar sich befindenden Schweden den Durchzug und die Aufstellung in Mecklenburg gestattete. Dadurch wurde dies Land der Tummelplatz mehrjähriger Kämpfe, in denen es die Schweden nicht besser behandelten, als die Preußen. Der Herzog selbst mußte nach Lübeck flüchten, von wo er erst im Sommer 1762 zurückkehrte, nachdem er dem zwischen Schweden und Preußen abgeschlossenen Frieden beigetreten war. Die Folgen des Krieges waren für Mecklenburg höchst verderbliche; die gesammte Einbuße an Geld allein wurde auf 15 Millionen Thaler leichter Münze berechnet, dazu waren ganze Gegenden verwüstet und von ihren männlichen Bewohnern verlassen. Zur Aufbringung der von Preußen unausgesetzt geforderten Contributionen hatte der Herzog 1758 eine Recepturcasse einrichten und eine Recepturcommission einsetzen lassen. Dieser verweigerte die Stadt Rostock die Zahlung der auf sie repartirten Quote, wodurch Streitigkeiten mit dieser Stadt entstanden, die erst nach des Herzogs Tode (im J. 1788) zum Ausgleich kamen, in Folge deren aber der Herzog 1760 den fürstlichen Antheil an der Universität nach Bützow verlegte, wo derselbe gleichfalls bis 1788 blieb. Herzog F., ein milder, wohlwollender, sparsamer und gerechter Fürst, wandte nach dem Eintritt ruhiger Verhältnisse sein Augenmerk auf die innere Hebung des Landes. Er unterstützte die Industrie und suchte namentlich die Tuchfabrikation zu heben, schaffte die Folter ab (1769), ließ die Domänen neu vermessen und reguliren, reorganisirte die Schulen der Städte, stiftete ein Seminar für Landschullehrer (1782), sorgte für Verbesserung der Gesundheitspflege, der Rechtspflege etc. Daneben gelang es ihm, die acht in den Jahren 1734 und 1735 nebst dem Elbzoll an Hannover verpfändeten Aemter für 1,535,000 Thaler Hamb. Banco wieder einzulösen; zur Abtragung dieser Pfandsumme wurde am 3. Febr. 1766 die Reluitionscommission eingesetzt. Er residirte in einem von seinem Vater erbauten Jagdschloß, an dessen Stelle er 1772 das Schloß erbaute und die Stadt Ludwigslust gründete, die er nach seinem Vater nannte. Hier starb er kinderlos am 24. April 1785 und ruht in der von ihm erbauten dortigen Kirche.