ADB:Friedrich Karl Ferdinand

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Artikel „Friedrich Karl Ferdinand, Herzog von Braunschweig-Bevern“ von Ferdinand Spehr in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 7 (1878), S. 507–508, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Friedrich_Karl_Ferdinand&oldid=- (Version vom 16. August 2019, 06:10 Uhr UTC)
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Friedrich Karl Ferdinand, Herzog von Braunschweig-Bevern, geb. am 5. April 1729, † 1809, ist der jüngste Sohn des Herzogs Ernst Ferdinand von Braunschweig-Bevern und ein jüngerer Bruder des im siebenjährigen Kriege unter dem Namen „Herzog von Bevern“ bekannten Prinzen August Wilhelm von Braunschweig-Bevern. Schon in frühem Alter, im J. 1742, trat er als Hauptmann in das für die Generalstaaten in Holland errichtete Waldeck’sche Regiment und nahm an den Feldzügen der J. 1745 und 1746 Theil, wohnte auch der Schlacht bei Rocours bei Lüttich bei. Zwar trat er bald nachher als Oberstlieutenant beim Both’schen Regimente in braunschweigische Dienste über, blieb zunächst als Freiwilliger bei der kaiserlichen Armee und commandirte in den letzten Feldzügen bis zum Aachener Frieden, unter Leitung seines Vetters, des Herzogs Ludwig Ernst von Braunschweig, das Both’sche Regiment. Nach diesem Frieden kam er als Oberst wieder in holländische Dienste und wurde im J. 1754 zum Generalmajor ernannt. Zu Ende des J. 1756 begab sich Prinz F. K. F. nach Dresden zu dem sich dort befindenden König Friedrich II. von Preußen, um den ausbrechenden Krieg mitzumachen und erhielt das Commando des der preußischen Armee einverleibten sächsischen Regiments Prinz Xaver, welches seinen Namen bekam. Die Sachsen ließen sich aber nicht zum Dienste gegen ihr Vaterland gebrauchen, mehrere Regimenter revoltirten im J. 1757 und gingen auseinander. Auch den Prinzen F. K. F. traf dieses Geschick mit seinem Regimente. Auf dem Marsche von Cottbus nach Schlesien lief das erste Bataillon desselben zwischen Forst und Triebel davon, doch machte der Prinz den Feldzug als Generalmajor mit. Im Gefechte bei Moysberg wurde ihm das Pferd unter dem Leibe erschossen. Nicht weit von Liegnitz unterstützte er mit einer Brigade den Prinzen Franz von Braunschweig, der sich bei Barstorf gegen den Feind behauptete und befand sich in der Schlacht bei Breslau, wo sein Bruder August Wilhelm der Uebermacht der Oesterreicher weichen mußte, auf dem linken Flügel, welcher unter Ziethen über Nadasty siegte und führte in der Schlacht bei Leuthen die Avantgarde. Im J. 1758 war er noch bei der Belagerung und Eroberung von Schweidnitz zugegen, verließ aber, da König Friedrich II. ihm das Mißgeschick mit dem sächsischen Regimente, dessen Verschuldung er dem Prinzen beimaß, nicht vergeben konnte, im J. 1759 den preußischen Dienst und ging zu seinem Vetter, den Herzog Ferdinand von Braunschweig, in dessen Heere er am 1. Aug. 1759 der Schlacht bei Minden beiwohnte. I. J. 1760 trat er als Generallieutenant in dänische Dienste, erhielt im J. 1762 die Inspection über die Infanterieregimenter in Dänemark [508] und wurde 1766 Gouverneur von Rendsburg, 1773 von Kopenhagen. Im J. 1782 verheirathete Herzog F. K. F. sich mit der verwittweten Herzogin Anna Karolina von Schleswig-Holstein-Glücksburg, geborenen Prinzessin von Nassau-Saarbrück, mit der er in kinderloser Ehe lebte. Er nahm seinen Wohnsitz auf dem Schlosse Glücksburg, wo er zum dänischen General-Feldmarschall ernannt, bis zu seinem am 27. April 1809 erfolgten Tod lebte und auch beerdigt ist. Nach dem Tode seines Bruders August Wilhelm wurde er Dompropst der Stifter St. Blasii und St. Cyriaci in Braunschweig. Mit ihm schloß die jüngere Bevern’sche Nebenlinie des herzoglich braunschweigischen Hauses. Um seinen Stammort Bevern hat er sich durch eine von ihm daselbst begründete, gut dotirte Armenanstalt verdient gemacht. Seine Gemahlin starb zu Glücksburg am 12. April 1824.