ADB:Götz, Nikolaus

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Artikel „Götz, Johann Nicolaus“ von Jakob Franck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 252–253, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:G%C3%B6tz,_Nikolaus&oldid=- (Version vom 20. April 2019, 16:51 Uhr UTC)
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Götz *): Johann Nicolaus G., Dichter, wurde geboren am 9. Juli 1721 in der alten Reichsstadt Worms, wo sein Vater Prediger war und erhielt seine erste Bildung von diesem selbst und seit 1731 auf dem dortigen Gymnasium. Von 1739–42 studirte er zu Halle Theologie und verband sich dort mit Uz und Gleim zu inniger und lebenslänglicher Freundschaft. Nachdem er Hauslehrer und Privatsecretär bei dem preußischen Commandanten v. Kalkreuth zu Emden in Ostfriesland gewesen war, wurde er 1744 von der Gräfin v. Stralenheim, Wittwe des Generalgouverneurs des Herzogthums Zweibrücken, als Hofmeister ihrer Enkel und Schloßprediger nach Forbach in Lothringen (wo Fischart starb) berufen, ging 1746 mit seinen Zöglingen auf die Ritterakademie zu Luneville, wo er Voltaire kennen lernte. Hier wurde er als Feldprediger bei dem französischen Regimente Royal allemand (dessen späterer Inhaber Max Joseph, der erste König von Baiern war) angestellt und legte daselbst den Grund zu seiner Bekanntschaft und Vorliebe für französische Litteratur. Bald darauf wurde er Pfarrer zu Hornbach in der Pfalz, in der Nähe von Zweibrücken, 1754 aber Oberpfarrer und Inspector zu Meisenheim und endlich 1761 zweibrückischer Consistorialrath zu Winterburg in der hinteren Grafschaft Sponheim, wo er, 61 Jahre alt, am 4. November 1781, als protestantischer Superintendent des baden-durlachischen Oberamts Kirchberg und der Aemter Winterburg und Sprendlingen starb. In der gefälligen lyrischen Gattung zählt G. zu den besten Dichtern. Geschmack, Grazie und gewandte anmuthige Behandlung der Sprache wie der Form zeichnen ihn besonders aus, da sie mit ächtem Gefühl Hand in Hand gehen. Es war zwar nur ein beschränkter Kreis, in welchem er sich, seine Fähigkeiten und Kräfte genau kennend, bewegte, aber innerhalb desselben leistete er Vortreffliches, das mit Recht darauf Anspruch machen kann, vor gänzlicher Vergessenheit bewahrt zu werden. Die ersten Versuche machte er mit einer Uebersetzung [253] des Anakreon 1746, 1760 (gemeinschaftlich mit Uz). Seine eigenen Gedichte erschienen anfangs unter dem Titel „Gedichte eines Wormsers“, 1790, 1792. Die späteren, die er an Journalen, Zeitschriften und Almanache gab, sammelte nach seinem Tode sein Sohn, der Buchhändler Gottlieb Christian G. zu Mannheim (1783, 1807, 3 Theile. Mit Götz’s Bildniß und Autobiographie), wobei jedoch Ramler, wie auch bei anderen seiner Freunde den unberufenen Revisor und Emendator machte, so daß wir von Götz’s Dichtungen nicht die Originale, sondern die von jenem besorgte Redaction besitzen und noch heute nicht wissen, was wir als des Einen oder des Anderen Eigenthum zu erkennen haben.

Herder’s Adrastea 1808, Bd. 5, Stück 2. Schmid, Nekrolog II, S. 799–811. Biester, Neues Berlin, Monatsschrift 1809, 1, 321. H. Voß, Ueber Göz und Ramler, Mannheim 1809. Gödeke, Gr. II, 582 (wo seine sämmtlichen Schriften verzeichnet sind).

[252] *) Zu Bd. IX, S. 511.