ADB:Heßler, Ferdinand

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Artikel „Heßler, Ferdinand“ von Eugen Lommel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 316, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:He%C3%9Fler,_Ferdinand&oldid=2993953 (Version vom 24. August 2017, 01:16 Uhr UTC)
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Heßler: Ferdinand H., geb. am 23. Febr. 1803 zu Regensburg, wo sein Vater damals als Kanzlist der österreichischen Gesandtschaft angestellt war, erwarb sich seine Gymnasialbildung in Prag und widmete sich auf der Universität Wien juridischen, daneben aber auch mathematischen und physikalischen Studien, denen er sich bald ganz in die Arme warf, mit der Absicht, sich zu dem Lehramt in diesen Fächern vorzubereiten. Schon 1826 wurde er zum supplirenden, 1830 zum ordentlichen Professor der Physik an der Universität zu Graz ernannt und 1835 in gleicher Eigenschaft an jene zu Prag versetzt. In den Jahren 1838 bis 1840 bereiste er, um die industriellen Etablissements kennen zu lernen, im Auftrage des „Gewerbevereins zur Ermunterung des Gewerbsfleißes in Böhmen“ dieses Land, sowie mehrere andere Länder des Kaiserstaates, ferner Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich und England und wurde 1840 Mitglied der Provinzial-Handelscommission in Böhmen. Im Jahre 1844 wurde ihm die Professur der Physik am polytechnischen Institut in Wien übertragen, welche er bis zu seinem Tode, der am 11. Octbr. 1865 eintrat, bekleidete. Seine wenig zahlreichen rein wissenschaftlichen Arbeiten finden sich in den Abhandlungen der königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, in Baumgartner’s Zeitschrift für Physik und in den Sitzungsberichten der Wiener Academie, deren correspondirendes Mitglied er seit 1848 war. Sein mehr auf die praktische Verwerthung der wissenschaftlichen Erkenntniß gerichtetes Streben bekundete sich in der Herausgabe eines „Jahrbuch für Physiker, Chemiker, Mineralogen u. s. w.“, das er bereits in Graz begonnen hatte und später in Prag in erweiterter Form (als „Jahrbuch für Fabrikanten und Gewerbtreibende, Physiker, Techniker, Pharmaceuten und Oekonomen“) fortsetzte. In weiteren Kreisen wurde sein Name bekannt durch sein „Lehrbuch der technischen Physik“ (2. Aufl. Wien 1854; die späteren Auflagen nach Heßler’s Tod bearbeitet von Pisko).

Wurzbach, Biogr. Lexikon. Almanach der Wiener Academie, 1866.