ADB:Hupel, August Wilhelm

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Hupel, August Wilhelm“ von Julius von Eckardt in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 422–423, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hupel,_August_Wilhelm&oldid=2498494 (Version vom 27. April 2017, 12:57 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Hupfeld, Hermann
Band 13 (1881), S. 422–423 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg August Wilhelm Hupel in der Wikipedia
GND-Nummer 117546674
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Kopiervorlage  
* {{ADB|13|422|423|Hupel, August Wilhelm|Julius von Eckardt|ADB:Hupel, August Wilhelm}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117546674}}    

Hupel: August Wilhelm H., verdienter livländischer Publicist und Sammler, geb. am 25. Februar 1787 zu Buttelstädt im Herzogthum Weimar, † am 6. Januar 1819 zu Weißenstein in Estland als Consistorialrath, Pastor emer. und Dr. theol. et philos. h. c. H. ging nach absolvirten Schul- und Universitätsstudien im J. 1757 als Hauslehrer nach Riga, wurde 1760 zum Pastor von Eeks bei Dorpat, 1763 zum Prediger von Oberpahlen erwählt, in welcher Stellung er 41 Jahre lang unverändert thätig war, obgleich ihm verschiedene hohe Kirchenämter (u. A. die Stellung eines Generalsuperintendenten von Livland) angeboten worden waren. Eingehendes Studium der estnischen Sprache, der livländischen Rechts- und Verfassungsgeschichte und der Topographie der baltischen Provinzen machten H. zu einem so genauen und gründlichen Kenner seines zweiten Vaterlandes, daß er in den 1774–77 herausgegebenen „Topographischen Nachrichten von Liv- und Estland“ (3 Bde.) eine unübertroffene, bis heute als Quellenwerk benutzte genaue Beschreibung desselben liefern konnte. Ebenso bedeutsam für die Erforschung älterer wie neuerer Zustände Liv- und Estlands (beziehungsweise auch des russischen Reichs) waren die von 1781–91 heraus gegebenen 28 Stücke „Nordischer Miscellaneen“, denen 1792–98 18 Stücke „Neuer Nordischer Miscellaneen“ folgten, zweier historisch-geographisch-ökonomischer Sammelwerke, an welchen sich fast sämmtliche Anhänger der Aufklärungsschule in Liv- und Estland betheiligten und denen die Erhaltung vieler wichtiger Actenstücke [423] und Urkunden zu danken ist. Unter Hupel’s sonstigen Schriften verdienen besondere Erwähnung „Die estnische Sprachlehre“ (1780 und 1818), „Die gegenwärtige Verfassung der Riga’schen und Reval’schen Statthalterschaft“ (1789), das „Idiotikon der deutschen Sprache in Liv- und Estland“ (1795) und daß „Oekonomische Handbuch für liv- und estländische Gutsherren“ (1796). Außerdem war H. als Seelsorger, Lehrer und Förderer gemeinnütziger Zwecke im Sinne des Aufklärungszeitalters unermüdlich thätig. – Um die Erforschung und Kenntniß baltischer Zustände hat H. sich (etwa Gadebusch ausgenommen) größere Verdienste erworben als irgend ein anderer Schriftsteller des 18. Jahrhunderts.

Vgl. J. F. v. Recke u. K. E. Napiersky, Allgemeines Schriftsteller-Lexikon der Provinzen Livland, Esthland und Kurland, Bd. III S. 363 ff., und Th. Beise, Nachträge zum Schriftsteller-Lexikon, Bd. I S. 292.
Eckardt.