ADB:Köstlin, Otto

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Köstlin, Otto“ von Kurt Lampert in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 51 (1906), S. 344–345, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:K%C3%B6stlin,_Otto&oldid=- (Version vom 18. September 2019, 18:24 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Köstlin, Karl von
Nächster>>>
Köstlin, Josephine
Band 51 (1906), S. 344–345 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Otto Köstlin in der Wikipedia
GND-Nummer 116301708
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|51|344|345|Köstlin, Otto|Kurt Lampert|ADB:Köstlin, Otto}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116301708}}    

Köstlin: Otto K., Dr., Professor, geboren am 19. November 1818, † am 2. September 1884. K. entstammte einer alten Württemberger Beamtenfamilie. Sein Vater war Obermedicinalrath in Stuttgart; das elterliche Haus bot ihm reichlich Gelegenheit zur Pflege der Litteratur und schönen Künste. Die Grundlagen seiner wissenschaftlichen Entwicklung fand er im Gymnasium zu Stuttgart und auf der Universität Tübingen, wo er neben den Fachcollegien des von ihm erwählten medicinischen Berufes in Rapp, Hugo v. Mohl, Gmelin, Quenstedt treffliche naturwissenschaftliche Lehrer fand, wie schon in Stuttgart in Georg v. Jäger und Kielmayer. Eine zwischen dem ersten und zweiten medicinischen Examen unternommene wissenschaftliche Reise nach Paris, London, Dublin, Berlin, Wien gestattete ihm, besonders in persönlichem Verkehr mit den hervorragendsten naturwissenschaftlichen Größen wie Blainville, Geoffroy St. Hilaire, Owen, Leopold v. Buch, seine Lieblingsstudien auf zoologischem Gebiet fortzusetzen. Nach Stuttgart zurückgekehrt ließ er sich hier als praktischer Arzt nieder und verblieb bis zu seinem Tode [345] in seiner Vaterstadt. Als Arzt hat er sich besondere Verdienste erworben durch die Organisirung des ärztlichen Standes, als langjähriger Redacteur des württ. ärztlichen Correspondenzblattes, wie als Armenarzt. Zugleich aber war er am Gymnasium zu Stuttgart als Professor der Naturwissenschaften angestellt und bekleidete diese Stelle 35 Jahre lang. Er lehrte Chemie, Mineralogie, Botanik und Zoologie, wobei vergleichende Anatomie und Osteologie seine Lieblingsfächer waren. Trotz dieser umfassenden Thätigkeit blieb ihm noch Zeit zu wissenschaftlichen Publicationen, theils allgemein naturwissenschaftlicher, theils specieller Art, wobei ihn seine große Belesenheit in der classischen Litteratur über Goethe’s und Shakespeare’s Verhältniß zu der Naturwissenschaft Studien veröffentlichen ließ. In seinen naturwissenschaftlichen Anschauungen huldigte K. einer teleologischen Auffassung der Naturbetrachtung, fußte mit Cuvier auf dem Standpunkte der Unveränderlichkeit der Species und verhielt sich gegen die darwinistische Lehre stets völlig ablehnend, wie er überhaupt nur langsam auch auf dem Gebiete der Medicin Neuerungen anzuerkennen sich entschloß. In uneigennütziger Weise war K. stets bestrebt, in Vereinen sein reiches Wissen der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Nekrolog und Verzeichniß der Arbeiten Köstlin’s siehe Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde, 42. Jahrgang 1886.