ADB:Klemm, Johann Konrad

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Artikel „Klemm, Johann Conrad“ von Theodor Schott in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 153–154, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Klemm,_Johann_Konrad&oldid=- (Version vom 19. August 2019, 17:07 Uhr UTC)
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Klemm: Johann Conrad K., geb. in Herrenberg (Württemberg)[WS 1] am 23. Novbr. 1655, † am 18. Febr. 1717 in Tübingen, tüchtiger Theologe, war der Sohn des bei Herzog Eberhard III. viel geltenden Vogtes Johann Conrad Klemm und der Anna Dorothea geb. Genkinger, wurde 1683 Diakonus in Metzingen und 1688 Geistlicher in Stuttgart; 1700 wurde er wegen seiner tüchtigen philosophischen Kenntnisse als Professor dieser Facultät nach Tübingen berufen und zum Ephorus des dortigen theologischen Stiftes ernannt; 1704 wurde er außerordentlicher, 1711 ordentlicher Professor der Theologie und Stadtpfarrer; 1715 wurde ihm die letztere Stelle wieder abgenommen; der vielseitig gebildete, mit den alten und modernen Sprachen wohl vertraute, auch in Musik, Malerei etc. bewanderte Mann stand als tüchtiger Lehrer und friedfertiger liebenswürdiger Mann überall in verdientem Ansehen. Von seinen Kindern (seine Gattin war Katharina geb. Hauber) ist das bekannteste Johann Christian K., geb. am 22. Octbr. 1688 in Stuttgart, † am 1. Octbr. 1754 in Tübingen, ebenfalls tüchtiger Theologe, wurde 1717 Professor der Philosophie, der griechischen und orientalischen Sprache in Tübingen; sein Schwager, der bekannte Kanzler Chr. Matth. Pfaff suchte ihn in die theologische Facultät zu bringen, 1725 wurde er trotz des Widerstrebens derselben, welche an seinen Scriptis irenicis Anstoß nahm, wenigstens mit der außerordentlichen Professur bedacht, Mai 1730 erhielt er die ordentliche Professur, 1736 wurde ihm zugleich die Prälatur Hirsau übertragen, welche Stelle er bis zu seinem Tode behielt. Besonders bekannt und eigentlich allein bedeutend wurde er durch seine Bemühungen, eine Vereinigung der beiden protestantischen Confessionen und Kirchen herbeizuführen; noch als Professor der Philosophie schrieb er: „Die nöthige Einigkeit der protestantischen Kirchen“, Tübingen 1719, worin er nachzuweisen suchte, daß in den Fundamentalartikeln des Glaubens beide Confessionen übereinstimmen, daß der Punkt in der Lehre von der Person Christi, welcher die Differenzen verursachte, kein Fundamentalartikel sei, sowenig wie die Lehre von dem h. Abendmahle, [154] 1722 vertheidigte er seine Lehre in: „Vertheidigte Glaubenseinigkeit“, auch sein „Irenisches Zeugniß“ 1724 diente demselben Zwecke. Der Versuch scheiterte allerdings an Kursachsen. K. selbst gab seine Bemühungen mit dem Bemerken auf, daß er der lutherischen Lehre durchaus nichts habe vergeben wollen. Weiter sind noch von ihm zu nennen: „Theologia christiana maxime polemica“, 1751 und 52; „Critica sacra“, 1739 und „Exercitia critica“, 1726, der Einfluß der neueren kritischen und theologisch freieren Richtung ist nicht zu verkennen. – Verheirathet war er mit Johanna Pfaff, eine einzige Tochter entsproßte der Ehe.

J. Chr. Klemm, Genealogische Nachrichten von seiner und vielen andern mit ihr verbundenen Familien, Tübingen 1792. Joh. Conrad Klemm’s Leichenrede, geh. von G. C. Pregitzer; Zeller, Ausführliche Merkwürdigkeiten der Universität Tübingen, 1743; Weizsäcker, Lehrer und Unterricht an der evangelisch-theologischen Facultät der Universität Tübingen, 1877.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Wüttemberg