ADB:Mair, Alexander

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Mair, Alexander“ von Wilhelm Schmidt (Kunsthistoriker) in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 20 (1884), S. 112–113, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mair,_Alexander&oldid=- (Version vom 23. Juli 2019, 07:46 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Major, Johann Daniel
Band 20 (1884), S. 112–113 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Januar 2019, suchen)
GND-Nummer 129125849
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|20|112|113|Mair, Alexander|Wilhelm Schmidt (Kunsthistoriker)|ADB:Mair, Alexander}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=129125849}}    

Mair: Alexander M., Kupferstecher, geb. zu Augsburg. Als sein Geburtsjahr dürfte 1559 anzunehmen sein, da er auf seinem nach Schongauer gestochenen den hl. Antonis darstellenden Blättchen (A. 31) angiebt, daß er es 1576 im 17. Jahre ausgeführt habe. Früher hielt man ihn für einen Maler und zwar für den Schüler des Hans Bocksberger von Salzburg, der sich auch einige Zeit in Augsburg aufgehalten. M. hat nämlich Bocksberger’s Bildniß gestochen. Jedoch sind bisher noch keine eigentlichen Gemälde nachgewiesen worden und die landschaftlichen Darstellungen, welche ein dem Mair’schen verwandtes Monogramm tragen, werden mit besserem Rechte seinem Zeit- und Stadtgenossen Anton Mozart, ohne Zweifel einem Vorfahren des berühmten Componisten, zugeschrieben. Zudem nennt sich M. auf seinen Inschriften nie Pictor sondern Chalcographus (Kupferstecher). Uebrigens bewahrt das k. Kupferstichcabinet von M. zwei in Wasserfarben auf Pergament gemalte Darstellungen von [113] Wappen (Erzherzog Ferdinand von Oesterreich und Kurfürst Ferdinand von Köln), beide 1612 ausgeführt. Auch war M. kein bloßer Stecher von Vorlagen anderer Künstler, sondern er verstand sich auch auf das Erfinden; die Mehrzahl sogar seiner Blätter ist von ihm selbst gezeichnet, nur einige sind nach M. Kager. Bereits Bartsch hat ihm in seinem Peintre-Graveur einen Platz eingeräumt, er kannte jedoch nur drei Nummern, bereichert haben das Verzeichniß dann Passavant und Nagler, am besten jedoch ist der Katalog, den Andresen im 3. Bande des „Deutschen Peintre-Graveur“ giebt. Andresen führt 83 Nummern Kupferstiche und 8 Nummern Holzschnitte an, jedoch hat er einige Blätter Mair’s nicht gekannt. M. hat sowohl den Linienstich als die Radirung geübt, die letztere besonders für Blätter aus der Zeitgeschichte (Türkenkrieg etc.), wo nicht soviel Sorgfalt in der Ausführung nöthig war; das Schwergewicht seiner künstlerischen Thätigkeit fällt auf den eigentlichen Stich. In seinen jungen Jahren copirte er einige Blätter von Schongauer und Dürer, diese Nachbildungen sind noch recht schülerhaft, desgleichen das Bildniß Bocksberger’s, das noch ganz in der alten Kupferstichmanier gehalten ist. Mittelmäßig sind noch die in den 80er und Anfang der 90er Jahre entstandenen Blätter. Zusehends jedoch vervollkommnete sich M. und verband Feinheit und Zierlichkeit des Stichels mit Festigkeit der Zeichnung. „Er nahm“, sagt Andresen, „meist auf Bestellung arbeitend, alle möglichen Gegenstände zum Vorwurf seines Stichels: Porträts, heilige Darstellungen, Tagesbegebenheiten, Ansichten, Wappen, Titelblätter – am besten aber gelangen ihm Porträts und heilige Darstellungen. Letztere, meist in kleinem Format und für Augsburgische Patrizier und Patrizierinnen gefertigt, scheinen zum Theil wenigstens, auf Silber gestochen zu sein, und kommen aus diesem Grunde selten im Handel vor“. Für Johann Bayer’s Uranometria (1603) lieferte er die 51 Kupfer, ebenso das Titelblatt und wahrscheinlich auch die 169 Tafeln von Mang Seutter’s Bißbuch (1584). Wie schon erwähnt sind von M. auch 8 Holzschnitte bekannt, d. h. er lieferte die Zeichnungen, die dann vom Xylographen geschnitten wurden. Paul von Stetten erwähnt noch, daß man durch M., weil er ein sehr geschickter Schriftenstecher war, die Schrift auf eine silberne Platte stechen ließ, die in den Grund des neu zu erbauenden Rathauses gelegt wurde. Die letzte der Jahreszahlen auf den Blättern unseres Künstlers ist 1617; da er sehr gewöhnlich dieselben zu datiren pflegte, so mag er um jene Zeit gestorben sein.