ADB:Moller, Joachim von (Ratsherr in Hamburg)

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Artikel „Moller, Joachim“ von Werner von Melle in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 22 (1885), S. 125, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Moller,_Joachim_von_(Ratsherr_in_Hamburg)&oldid=- (Version vom 21. Juli 2019, 15:57 Uhr UTC)
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Moller: Joachim M., hamburgischer Rathsherr, geb. am 25. März 1500, war einer der 12 angesehenen Männer, welche die Bürger und Einwohner des St. Nicolaikirchspiels in Hamburg am 16. August 1527 zu Verwaltern des von ihnen ohne Rücksicht auf die katholische Geistlichkeit selbständig errichteten Gotteskastens erwählten. Diese Zwölf hatten nicht nur als Armen- und Kirchenvorsteher zu fungiren sondern bald auch zusammen mit den von den anderen Kirchspielen Gewählten die Bürgerschaft dem Rathe gegenüber zu vertreten. Ein Jahr darauf, am 29. September 1528, ward M. zum Oberalten gewählt, d. h. zum Mitglied jenes höheren, aus 12 Personen bestehenden bürgerlichen Kirchencollegiums, welches bestimmt war die Bürgerschaft beständig dem Rathe gegenüber zu vertreten und mit dem Letzteren „das Auge der Stadt und des gemeinen Wesens zu sein“. Wieder ein Jahr später, 1529, avancirte er zum Rathsherrn. Von Jugend auf war er ein eifriger Verfechter der lutherischen Lehre, zu deren schnellem Siege in Hamburg er durch Wort und That wesentlich beitrug. 1534 ging er zusammen mit dem Senatssecretär Sommerfeld nach Kursachsen, um die Aufnahme Hamburgs in den schmalkaldischen Bund zu erwirken. Nachdem er 1549 Amtmann in Ritzebüttel geworden war, starb er als solcher im October 1558. In einem aus dem 16. Jahrhundert stammenden Lobgedicht wird er seiner klugen Rathschläge, seiner Beredsamkeit und seiner Freigebigkeit wegen gepriesen. Obgleich er den Katholiken als gefährlicher Gegner verhaßt war, erhielt er 1561 von Kaiser Karl V. einen Adelsbrief. Von seinen in Hamburg gebliebenen Nachkommen, unter denen sich zwei Bürgermeister befanden, hat Niemand den Adelstitel benutzt. Doch hat sein ältester Sohn Joachim, der sich auch Möller schrieb (vgl. den folgenden Artikel), als fürstlich lüneburgischer Kanzler das Adelsdiplom renoviren lassen.

Dr. O. Beneke, Geschlechtsregister der Hamb. Familie Moller (vom Hirsch), Hamb. 1876, S. II ff. Wilckens, Hamb. Ehrentempel, Hamb. 1770, S. 118. Buek, Die Hamb. Oberalten, Hamb. 1857, S. 11 ff. Buek, Die Hamb. Bürgermeister.