ADB:Nitsch, Paul Friedrich Achat

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Artikel „Nitsch, Paul Friedrich Achat“ von Gustav Frank in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 23 (1886), S. 707, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Nitsch,_Paul_Friedrich_Achat&oldid=- (Version vom 22. Juli 2019, 12:21 Uhr UTC)
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Nitsch: Paul Friedrich Achat N., geboren zu Glauchau im Schönburgischen am 5. Mai 1754, †, ein Opfer seines Berufes, am 19. Februar 1794, war, nach Absolvirung der Schulpforte und seiner Studien in Leipzig, nacheinander Bibliothekar bei dem Grafen von Schönburg in Glauchau, Hauslehrer in Dresden, wo er die Wochenschrift für deutsche Mädchen herausgab und durch Anlegung von Collectaneen seine künftigen Arbeiten vorbereitete, seit 1782 Pfarrer in Ober- und Nieder-Wündsch bei Querfurt, seit 1793 Adjunct und Pfarrer zu Bibra im kursächsischen Thüringen. Er ist als fruchtbarer, ja polygraphischer Schulschriftsteller durch vielgebrauchte Hand- und Wörterbücher der alten Geschichte, Geographie, Mythologie, Archäologie bekannt, insbesondere durch seine „Beschreibung des häuslichen, wissenschaftlichen, sittlichen, gottesdienstlichen, politischen und kriegerischen Zustandes der Römer“ (1788) und „der Griechen“ (1791). Auf theologischem Gebiete ist er mit drei Werken hervorgetreten. Das erste „Die Theologie der Neuern oder Darstellung der christlichen Glaubenslehre nach den neuesten Berichtigungen für die Religionslehrer unsers Zeitalters“ (1790) ist ein flüchtig gemachter Abfluß zumeist aus Semler und Döderlein, bestimmt, mit den Berichtigungen des Lehrbegriffs durch die Neologen solche bekannt zu machen, welchen ihre Umstände das Studium der Originalwerke nicht gestatten. Mit dem Bekenntniß der Vorrede: „Der Vorwurf, daß ich mit dieser Arbeit ein Apostel der Neologen und ein Verbreiter gereinigter und toleranter Gesinnungen geworden bin, wird mich stolz machen“, contrastirt die Schutzrede für die symbolischen Bücher als Lehrvorschriften in der Nachschrift. Das zweite ist eine aus eigener Erfahrung und Beobachtung geschöpfte „Anweisung zur Pastoralklugheit für künftige Landpfarrer“ (1791). Das dritte, sein „Handbuch zur Erklärung der Schriften des A. T. für Prediger, Schullehrer und den gemeinen Mann“ (1793), nach des Verfassers Tod von Dr. Höpfner in Leipzig unter dem Titel „Exegetisches Handbuch des Alten Testaments“ (1797–1800) fortgesetzt, ist aus Michaelis, Dathe, Eichhorn, Herder u. A. zusammengetragen, eine Popularisirung der gelehrten Exegese.

F. Schlichtegroll, Nekrolog auf d. Jahr 1794, Bd. 2, S. 289–294. – J. G. Meusel, Lexikon der v. J. 1750–1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller X, 113 ff., wo die übrige biographische Literatur und seine Schriften verzeichnet sind.