ADB:Peschel, Karl

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Artikel „Peschel, Karl“ von Franz Schnorr von Carolsfeld in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), S. 415–416, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Peschel,_Karl&oldid=- (Version vom 21. Oktober 2019, 15:28 Uhr UTC)
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Peschel: Karl Gottlieb P., Historienmaler, geb. zu Dresden am 31. März 1798 als Sohn des kurfürstlich sächsischen Finanzcalculators Georg Gottlieb P., † ebenda am 3. Juli 1879, hat sich auf dem Gebiete der religiösen Kunst ausgezeichnet und gehört in die Zahl jener deutschen Künstler, welche sich in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in Rom zusammenfanden, um sich hier durch die Anschauung südlicher Natur und das Studium der alten italienischen Meister dazu auszurüsten, die vaterländische Kunst neu zu beleben und aus ihrem Zustande der Verflachung emporzuheben. Er verwendete sein geringes, aus den Kriegszeiten übrig gebliebenes väterliches Erbtheil, nachdem er die Dresdener Akademie besucht, auch bereits bei Ausführung der Vogel’schen Deckengemälde im Schlosse zu Pillnitz als Gehülfe mitgewirkt hatte, zur Reise nach Italien und verbrachte von 1825–26 ein glückliches Jahr in Rom. Sein Begleiter auf der Reise dahin war Adolf Zimmermann, in Rom selbst empfingen ihn alte und neue Freunde. Anton Dräger führte ihn in die römische Kunstwelt ein, mit Ludwig Richter knüpfte sich ein Verhältniß der Freundschaft an, das als überaus inniges während der ganzen Lebenszeit der beiden Männer fortdauerte. Nach seiner Rückkunft in die Heimath sah sich P. anfänglich genöthigt, seinen Unterhalt durch Bemalen von Schnupftabaksdosen zu verdienen. Aber schon das erste Bild, welches auszuführen ihm die Noth des Lebens gestattete, eine Rebekka am Brunnen, erntete Anerkennung, wurde vom sächsischen Kunstverein angekauft und ermöglichte ihm, eine seiner unwürdige Thätigkeit aufzugeben und ganz zur Kunst zurückzukehren. Er wurde nun bei Ausmalung des Härtel’schen römischen Hauses in Leipzig neben Genelli beschäftigt, der bekannte Kunstfreund Johann Gottlob von Quandt ließ auf Schönhöhe bei Dittersbach unweit Stolpen einen Saal im Unterstock eines 1833 daselbst errichteten Thurmbaues von ihm mit Frescogemälden nach Goethe’schen Gedichten ausschmücken, und als er an der Dresdener Akademie Nachfolger des im J. 1837 verstorbenen Christian Ernst Stölzel als dritter Zeichenmeister wurde, eröffnete sich ihm an dieser Anstalt eine ehrenvolle Laufbahn. Eine Reihe größerer künstlerischer Arbeiten entstand während der langen Dauer seines Lebens, bis in sein hohes Alter steigerte sich nur, besonders in seinen Zeichnungen, die Schönheit seiner Darstellungsweise. Unter anderem malte er für die Kirche in Auerbach im Vogtland ein Altargemälde, die Mutter Gottes mit der Leiche des [416] Heilandes; zwei Bilder von ihm aus den Jahren 1845 und 1851, Dem Patriarchen Jacob erscheinen auf seinem Zuge nach dem gelobten Lande die Engel Gottes und Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken, kamen in die Dresdener Galerie. Durch Vervielfältigung wurden von ihm außer anderen Werken, welche theils von ihm selbst und J. Williard lithographirt, theils von Hanfstängl photographirt wurden, eine Folge von Darstellungen zu Tobias (1830) und die von Anton Krüger in Kupfer gestochenen Fresken von Schönhöhe bekannt. Ein als Kunstwerk ausgezeichnetes, von Friedrich Leon Pohle gemaltes Bildniß von ihm erhielt gleichfalls die Dresdener Galerie.

H. v. Friesen, Flüchtige Bemerkungen über einige Freskogemälde auf der Schönhöhe bei Dittersbach, im Kunst-Blatt 1838 Nr. 64 u. 65 S. 253 f. und 259 f. – Joh. Karl Seidemann, Ueberlieferungen zur Geschichte von Eschdorf, Dittersbach und Umgegend, Dresden 1860, Burdach S. 166 f. – Wilh. Kaulen, Freud’ und Leid im Leben deutscher Künstler, Frankf. a. M. 1878, S. 163–167. – Allgemeines Künstlerlexicon, umgearbeitet von A. Seubert Bd. 3, Stuttgart 1879, S. 53. – Franz v. Reber, Geschichte der neueren deutschen Kunst, 2. Aufl., Bd. 2, Leipzig 1884, S. 216 f.