ADB:Pfriemb, Joseph

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Artikel „Pfriemb, Joseph“ von Franz Heinrich Reusch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), S. 704–705, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Pfriemb,_Joseph&oldid=- (Version vom 15. November 2019, 09:54 Uhr UTC)
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Pfriemb: Joseph P., Jesuit, geb. am 21. Mai 1711, † nach 1771. Er trat am 14. Juli 1732 in den Orden ein, war 1748–49 Professor der Ethik und Physik zu Mainz, 1750–61 Professor der Theologie zu Bamberg, dann Rector des Collegiums zu Speyer, von 1771 an Professor der Theologie [705] zu Fulda. Zu Mainz veröffentlichte er zuerst eine Dissertation: „Unde terrae motus, quibus urbs Lima in America australi a. 1746 prope eversa fuit, ortum ducant“, 1749, dann eine Streitschrift gegen den Benedictiner Andreas Gordon in Erfurt, dessen Polemik gegen die scholastische Logik und Physik damals Aufsehen erregte. Gordon hatte 1745 und 1747 zwei akademische Reden gehalten über die Themata: Philosophiam novam veteri praeferendam und Philosophiam novam utilitatis erga amplectendam et scholasticam philosophiam futilitatis causa eliminandam. Dagegen traten drei Jesuiten auf, Lucas Opfermann zu Erfurt (s. A. D. B. XXIV, 367, seine Schrift wurde am 7. Februar 1749 von Rector und Senat verboten), Peter Eisentraut zu Würzburg und P. in der „Apologia qua errores R. P. Andreas Gordon contra philogophiam scholasticam in duplici schediasmate commissi proponuntur et vindiciis petitis confutantur“. Gordon ließ sie mit seinen Reden und einer Entgegnung abdrucken in den Varia philosophiae mutationem spectantia, 1749. P. antwortete in der „Dissertatio irenica contra Gordonum“, 1750. – Zu Bamberg veröffentlichte P. „Reflexiones politicae, historicae et morales catechismo Canisii adjectae“, 1753, und „Consuetudines patriae Bambergenses de conjugali bonorum ac praecipue prolium unione“, 1761. Diese Schrift wurde von dem Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim[WS 1] übel genommen und scheint seine Entfernung von Bamberg veranlaßt zu haben. Später erschien noch zu Bamberg eine „Dissertatio de festivitatibus Hebraeorum“, 1765.

Backer verzeichnet irrig zwei (gleichzeitige) Jesuiten dieses Namens und gibt als Geburtsort des einen (nach Meusel, Lexikon X, 408) Wiesentheid in Franken, des andern (nach Jäck, Pantheon S. 862) Heubach an. Ueber den Erfurter Streit s. Acta Erud. 1749, 143, 438. – Freye Urtheile und Nachr. (Hamburg) 1749, St. 23, S. 183. – Jen. Gel. Ztg. 1750, St. 46, 76. – Meusel, Lexikon IV, 289. – Werner, Gesch. der kath. Theol. S. 163.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Adam Friedrich von Seinsheim (1708–1779)