ADB:Rath, Gerhard vom

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Artikel „Rath, Gerhard vom“ von August Rothpletz in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 53 (1907), S. 209–210, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rath,_Gerhard_vom&oldid=- (Version vom 18. Januar 2020, 17:13 Uhr UTC)
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Band 53 (1907), S. 209–210 (Quelle).
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Rath: Gerhard vom R. wurde 1830 zu Duisburg geboren, besuchte die Universitäten Genf, Bonn und Berlin, wo er 1853 promovirte. Dann habilitirte er sich 1856 als Privatdocent an der Universität Bonn für Mineralogie und Geologie, wurde dort 1863 zum außerordentlichen und 1872 zum ordentlichen Professor ernannt. Um jedoch für seine eignen wissenschaftlichen Arbeiten und Reisen (in den Alpen, Italien, Griechenland, Skandinavien, Palästina, Nordamerika u. s. w.) mehr Zeit zu gewinnen, veranlaßte er 1880 unter persönlichen Geldopfern die Schaffung eines zweiten Ordinariates. Doch raffte ihn schon 1888 ein jäher Tod hinweg, mitten heraus aus seinen Arbeits- und Reiseplänen.

Seine erfolgreichsten Arbeiten bewegten sich auf dem Gebiete der Krystallographie (Leucit, Feldspat, Quarz, Kalkspat u. s. w.). Er entdeckte und beschrieb eine Anzahl neuer Mineralspecies, unter denen der Tridymit von besonderer Wichtigkeit war. Eine ganze Reihe geologischer und petrographischer Arbeiten schlossen sich an (es wird angegeben, daß die Zahl seiner Publikationen im ganzen 400 überschreitet), durch die er nach den verschiedensten Richtungen hin Anregungen gegeben hat.

[210] Er gehörte nicht zu den Forschern, die der Wissenschaft durch neue Methoden neue Wege erschlossen, oder durch Specialisirung ein engeres Gebiet erschöpfend behandelt haben, aber dafür hat er durch sorgfältige, oft äußerst minutiöse Beobachtungen eine Fülle neuer Thatsachen entdeckt und durch seinen liebenswürdigen und versöhnlichen Charakter viele Schärfen des wissenschaftlichen Lebens gemildert.