ADB:Rump, Hermann

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Artikel „Rump, Hermann“ von Anton Weis in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 29 (1889), S. 661–662, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rump,_Hermann&oldid=- (Version vom 20. September 2019, 21:03 Uhr UTC)
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Rump: Hermann R., katholischer Geistlicher, geboren zu Essen im Oldenburgischen am 1. März 1830, † zu Münster am 21. August 1875. Von Hause aus bitterarm, machte er seine Studien unter vielfachen Entbehrungen und Demüthigungen am Gymnasium zu Vechta und an der Akademie zu Münster mit solchem Erfolge, daß er wiederholt Classen überspringen und schon in den Jahren 1850 und 1851 die akademischen Preisfragen „De impeccantia Christi“ und „De Erasmi Roterodami vita et scriptis“ bearbeiten und preiswürdig lösen konnte. Im Herbste 1852 in das Priesterseminar zu Münster aufgenommen, erhielt er am 18. August 1853 die Priesterweihe und um Neujahr 1854 die Caplanstelle zu Hamborn am Niederrhein, die er aber schon im November mit der Stelle eines Erziehers im gräflich Merveldt’schen Hause vertauschte. Hier lebte er außer seinen Berufsarbeiten ganz den Studien und verschaffte sich unterstützt von einem vorzüglichen Gedächtnisse, vornehmlich in der Kirchen- und Profangeschichte und den verschiedenen Zweigen der christlichen Kunst reiche und solide Kenntnisse. Sein Wunsch, in der Theologie zu promoviren und sich dem theologischen Lehramte zu widmen, blieb aus Mangel an materiellen Mitteln unerfüllt. Das philosophische Doctordiplom verlieh ihm die Universität Gießen am 9. April 1858 für eine Arbeit über mehrere von ihm neu aufgefundene Urkunden des Papstes Honorius III. Im J. 1861 gab er seine Erzieherstelle auf und übersiedelte nach Münster, wo er mit seinem Freunde Franz Hülskamp den noch heute bestehenden „Literarischen Handweiser“ begründete, nachdem er schon einige Jahre früher mit dem nämlichen Gelehrten die Neubearbeitung der großen französisch geschriebenen Kirchengeschichte des Abbé Rohrbacher[WS 1] unternommen hatte. Beiden Unternehmungen widmete er bis zu seinem Tode seine [662] Kräfte. Von Rohrbacher’s Werken sind die Bände 8, 9 und 10 von ihm bearbeitet. Im J. 1866, in welchem er auch die Leitung des „Vereines für Geschichte und Alterthumskunde Westfalens“ übernahm, zog er als Religionslehrer und Spiritual an die neuerstandene Lehr- und Erziehungsanstalt der Frauen vom hl. Herzen Jesu zu Marienthal bei Münster und wirkte in diesem Berufe, bis im Culturkampf im Herbste des Jahres 1873 auch dieses Haus geschlossen wurde. Die letzten Jahre widmete er der seiner Neigung minder entsprechenden Thätigkeit als Privaterzieher junger Adeliger. Im J. 1870 erschien von ihm „Die Unfehlbarkeit des Papstes und die Stellung der in Deutschland verbreiteten theologischen Lehrbücher zu dieser Lehre“.

Zum Andenken an Hermann Rump im Lit. Handweiser, 14. Jahrgang, 1875. Nr. 10 u. 11. – Raßmann, Münsterländ. Schriftst., 1866, S. 281.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Réné François Rohrbacher (1789–1856), französischer Kirchenhistoriker