ADB:Schütz

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Artikel „Schütz“ von Wilhelm Stricker in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 33 (1891), S. 108–109, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Sch%C3%BCtz&oldid=- (Version vom 20. April 2019, 17:00 Uhr UTC)
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Band 33 (1891), S. 108–109 (Quelle).
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Schütz, Künstlerfamilie. Christian Georg S. der ältere, geboren am 27. September 1718 zu Flörsheim am Main, beerdigt am 6. November 1791 zu Frankfurt a. M., 1731–35 Schüler von Hugo Schlegel (1684–1737) in Frankfurt, dann Schüler von Appiani in Mainz, Fresko-, dann Landschaftsmaler in Frankfurt, bildete sich weiter in der Galerie des Baron Heckel in Frankfurt an Bildern von Saftleben, dessen Rheinlandschaften die seinen nachgebildet sind. Die Thiere und Figuren darin sind häufig von Hirt, J. L. E. Morgenstern und Pforr ausgeführt. 1749 malte er mit Nicolini das Theater zu Salzdahlen, 1750 das Schloß Amalienthal bei Kassel. Oefter bereiste er die Rheingegend und 1762 die Schweiz. Die besten seiner Bilder fallen in die Zeit von 1762–75. Auch Frankfurter Prospecte, Inneres von Kirchen etc. hat er gemalt. Weniger glücklich war er im Radiren. Seine Bilder befinden sich, soweit sie nicht in Frankfurt im Privatbesitz sind, in der Galerie des Städel’schen Instituts, in Darmstadt, Kassel, Aschaffenburg und Mannheim. Er war zweimal verheirathet. Sein ältester Sohn

Franz S., geboren am 15. December 1751 in Frankfurt, † am 14. Mai 1781 in Genf, malte schweizer und italienische Landschaften, von denen sich mehrere in den Frankfurter Sammlungen (Städel’sche und städtische Galerie) und in Aschaffenburg befinden. Der zweite Sohn erster Ehe,

Johann Georg S., geboren am 16. Mai 1755 zu Frankfurt, † daselbst im Mai 1813, bildete sich 1776–79 auf der Düsseldorfer Akademie aus, arbeitete dann in Frankfurt und war 1784–90 in Rom, wo er Goethe kennen lernte. Als Historienmaler war er nicht bedeutend.

Heinrich Josef S., Sohn zweiter Ehe, geboren 1760 in Frankfurt, † daselbst am 2. Juli 1822, Schüler von J. G. Prestel, arbeitete 1792 bis 1798 in London als Kupferstecher und dann bei Prestel in Frankfurt.

[109] Christian Georg S., genannt der Vetter, Neffe und Pathe des alten Christian Georg S., geb. 1758 zu Flörsheim, † am 10. April 1823 in Frankfurt, nach dem Genannten der bedeutendste Künstler der Familie, malte nach einer 1779 unternommenen Reise an den Rhein gleichfalls Landschaften, später besuchte er die Schweiz, dann den Harz, Sachsen und Holstein. Viele seiner Landschaften sind gestochen und 1804 und 1819 in Sammlungen erschienen. Viele seiner Zeichnungen befinden sich in den Sammlungen des Städel’schen Instituts, seine Oelgemälde in den Frankfurter beiden Galerien und in Aschaffenburg. 1809 vom Fürsten Primas mit der Herstellung der aus den aufgehobenen Klöstern in Frankfurt stammenden Gemälde und ihrer Ablieferung an das Museum beauftragt, hat er acht Bilder des älteren Holbein unterschlagen und an den Regierungsrath Martinengo († 1857) in Würzburg verkauft. Aus dessen Nachlaß sind sieben der Bilder 1866 um 4000 fl. für die städtische Sammlung zurückgekauft worden. Auch die Kupferstichsammlung, welche Senator Brönner der Stadt geschenkt hatte, ist von S. dem Vetter spoliirt worden.

Gwinner, Kunst und Künstler in Frankfurt, 1862. Zusätze 1867. – Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, 7. Heft, S. 52. – Goethe, Aus einer Reise am Rhein, Main und Neckar.